Tag 17- 18 ~ Land's End & Saint Michael's Mount

Gegen Nachmittag erreichen wir die Gegend um Land’s End. Aus heute nicht mehr nachzuvollziehenen Gründen landen wir allerdings nicht auf dem von mir seit Jahren anvisierten Campingplatz, auch nicht auf dem Platz des Caravan Club, bei dem wir ja Mitglieder sind, sondern auf einem Platz des konkurrierenen Camping & Caravanning Club.  Toll im Nachhinein, da wir eine nette deutsche Familie kennenlernen und Kaylee sowohl in deren 10-Monate alten Sohn als auch in einem gleichaltrigen englischen Mädchen Spielgefährten findet. Am Nachmittag bringen wir mal unsere Wäschevorräte wieder auf Vordermann, am nächsten Morgen können wir dann, in netter Gesellschaft, bei Sonnenschin draußen frühstücken. Nach dem Frühstück wandern wir nach Land’s End. Wir  waren ja darauf vorbereitet – sind aber dann doch ein klein bisschen geschockt – im Gegensatz zum anderen Ende, John O’Groats in Schottland, ist das hier ein absoluter Touristen-Rummel-Konsum-Terror-Ort. Geschäft reiht sich an Geschäft, es gibt noch ein Kino und natürlich zahlreiche Gelegenheiten zum Essen. Außerdem kann man für, ich glaube 9 Pfund, ein Foto am legendären Wegweiser machen lassen. Wir machen kostenlose Fotos und stöbern ein bisschen nach Souvenirs. Dann beschließen wir mit dem Bus zurück zum Platz zu fahren. Es sind immerhin so knapp sieben Kilometer. Mit dem Bus bekommen wir noch eine kostenlose Rundfahrt durch Sennen Cove, hier muss der Bus drehen! Das ist auch mal ein Erlebnis für sich, da es sich natürlich auch hier wieder mal um Sträßchen handelt, die der normale Deutsche nicht mal mit dem Kleinwagen befahren mag ;-). Wir haben später noch einen extrem schönen Abend bei tollen Gesprächen und unserem letzten Rest Whiskey mit unseren deutschen Platznachbarn. Für solche Begegnungen reisen wir! Es wird spät und wir schauen noch ein paar Minuten in den gigantischen Sternenhimmel – hier, fernab von großen Städten sind Millionen Sterne zu sehen, jetzt wo das Wetter mitspielt.

Heute fahren wir nur ein paar Kilometer weiter, nach Marazion. Von hier aus kann man den St. Michael’s Mount erreichen. Ein auf einer Insel liegendes Schlösschen, ehemals als Kloster genutzt und „Partnerkloster“ des gleinamigen Mont Saint Michel in Frankreich. Da uns ebendieser vor zwie Jahren extrem beeindruckt hat, ist klar, dass wir uns auch den Saint Michaels Mount anschauen. Wissentlichm dass dieser viel kleiner ist als der in Frankreich. Die Besonderheit hier in Cornwall, der Mount ist tatsächlich noch eine Insel, zumindest bei Flut. Dann legen im Minutentakt Bötchen ab, die die Besucher rüber zu Insel schippern. Auch wir treffen bei Flut ein und fahren deshalb mit dem Boot rüber. Je nach Flutstand ändern sich wohl auch die Abfahrtspunkte. Nachdem wir angekommen sind, haben wir dank National Trust freien Eintritt und erklimmen den Berg. Das kann man wörtlich nehmen! Hier treffen wir wieder auf interessante Infrastruktur, für einen Ort der so vielbesucht ist. „Das würde in Deutschland der Tüv nicht abnehmen, trifft es wieder ganz gut. Der Weg nach oben ist gelinde gesagt holperig. Kopfsteinpflaster ist nix dagegen, machnmal gibt es aus dem Fels gehauene Brocken statt Treppenstufen. Geländer? Fehlanzeige. Nicht dass uns das stören würde, ganz im Gegenteil, auch schon in Schottland fanden wir diese Art, den Besuchern einfach mal gesunden Menschenverstand zuzutrauen anstatt alles einzuzäunen und tausenmal einzuzäunen extrem entspannt. Und zumindest in England hatten wir das nicht erwartet, gefühlt sind die Engländer doch eigentlich strenger, aufgeräumter oder so, als die Deutschen, oder? Nach dem Aufstieg könenn wir einige Räume des noch bewohnten Gemäuers besichtigen. Schon nett hier, von der Größenordnung allerding keinesfalls vergleichbar mit dem Schwesterberg in der Normandie.(Normandie/Bretagne 2015) Drumherum gibt es einen tollen Garten mit sehr exotischen Pflanzen. Heute leider nicht zu besichtigen. Aber auch so gibt es schon tolle Pflanzen zu sehen. Wir trinken noch einen leckeren Kakao mit Marshmallows draußen auf der Terasse und beobachten die Leute, die schon jetzt den Fußweg zurück an Land nehmen wollen. Das artet teilweise in Schwimmen aus.  Später wandern wir dann auch zurück an Land, mit nur minimal nassen Füßen… 😉