Tag 12 - 13 ~ durch's Exmoor nach Tintangel

Heute machen wir uns auf Richtung Cornwall. Vorher besichtigen wir aber noch das Tredegar Herrenhaus in Newport, liegt direkt auf dem Weg und wir können zum ersten Mal Gebrauch von unserer National Trust Mitgliedschaft machen, mit der für uns hier der Eintritt frei ist. Das Tredegar House ist ein altes Herrenhaus, in dem im Laufe der Jahre ein paar wohl exzentrische Persönlichkeiten gelebt haben. So hielt der letzte Hausherr wohl einen ganzen Reptilienzoo in seinem Schlafzimmer…. Toll hier ist, dass es direkt am Anfang eine Verkleidungskiste für Kinder gibt. So kann man das Haus in zeitgenössischer Kleidung besichtigen. Außerdem wurde hier die Folge von Doctor Who gedreht, in der Torchwood gegründet wird. Ach, wir sind schon wieder bei Dr. Who 😉 …

Der National Trust ist hier super organisiert. In beinahe jedem Raum ist ein Guide präsent, der oder die uns alles mögliche zum jeweiligen  Raum und zur Geschichte der Bewohner erzählt. Toll finden wir vor allem den Korridor, in dem die Glocken läuteten, wenn die Herrschaften das Dienstpersonal angefordert haben. Kennen wir ja so ähnlich schon aus Downton Abbey. Im Tredegar House ist auch noch das erste Telefon der Stadt, mit der Nummer „Newport 1“ zu besichtigen. Alles in allem ein toller Besuch in einem echt britischen Herrenhaus.

Die Fahrt verläuft problemlos, toll finden wir, dass wir eine mautpflichtige Brücke passieren, die Maut aber nur von den Engländern kassiert wird, nicht von den Walisern. Das heißt in Richtung England brauchen wir nicht zahlen. Am späten Nachmittag steuern wir einen Campingplatz in der Nähe von Minehead / Porlock an. Er liegt absolut idyllisch an einem Flüsschen und gehört zu einem Reiterhof. Würden wir länger hier bleiben, wäre Kaylee sicher auch mal zum Pony reiten gegangen. Wir planen hier aber nur eine Übernachtung auf dem Weg nach Tintagel, wir nutzen die gute Infrastruktur des Platzes und waschen eben eine Maschine Wäsche. Hier gibt es wahnsinnig große Waschmaschinen und noch viel größere Trockner. Schnell sind sie auch noch, somit ist das Thema Wäsche innerhalb von eineinhalb Stunden erledigt. Toll.

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht geht es weiter durch den Exmoor National Park Richtung Tintangel. Wie gut, dass wir wieder den britischen Straßenatlas, den wir im letzten Jahr von der netten schottischen Familie in Dunnet Head geschenkt bekommen haben, dabei haben. Denn dieser zeigt uns jetzt direkt mal wieder heftige Steigungen und Gefälle vorhersagt. Wir beraten ein wenig, entscheiden uns dann aber doch, mangels Alternativen, für Augen zu und durch. Leider können wir so die wirklich tolle Landschaft nicht so richtig würdigen und genießen. Wir müssen wieder Steigungen von 25% Prozent hoch, da kommt unser armes, altes Wohnmobil echt an seine Belastungsgrenzen. Wo es mal nicht so steil ist, ist es eng. Die Straßen hier sind wirkich so schmal, da war Schottland nix gegen! Das Problem ist hier, dass es keinen Platz zum ausweichen gibt. Entweder sind die Straßen von Hecken, Häusern oder Mauern begrenzt, beidseitig. Da hilft nur ganz langsam aneienander vorbeifahren und machnmal Augen zu, zumindest als Beifahrer ;-). Wir haben im Vorbeifahren aber auf jeden Fall eine Herde der im Exmoor National Park wildlebenden Ponys gesehen!

Am Nachmittag erreichen wir Tintangel – hier soll, der Legende nach, die Burg stehen, in der der sagenumwobene König Artus gezeugt wurde. Uns gefällt an Tintangel schonmal, dass es mitten im Ort zwei große Parkplätze gibt, auf denen auch das Übernachten mit Wohnmobilen erlaubt ist. Wir steuern zunächst einen Wiesenparkplatz an, dieser ist sehr voll. Wir finden noch ein enges Plätzchen, haben aber schon beim einparken Bedenken, da die Wiese sehr nass und matischig ist. Wir brechen zu einer kleinen Erkundungstour ins Dorf auf. Dabei finden wir dann, quasi nebenan, den nächsten Parkplatz. Dieser ist asphaltiert und der Wohnmobil Bereich liegt ein bisschen separater, zwar auch auf Gras, aber das scheint hier deutlich weniger ausgefahren. Wir parken also, mit Mühe und Not, da wir uns leicht festgefahren haben und aus dem engen Parkplatz kaum rauskommen, auf den anderen Platz um. Viel besser. Nun können wir auch in Ruhe die kleinen Touristenshops, die sich hier aneinander reihen, erkunden. Auch das alte Tintangel Old Post Office, das wir dank National Trust umsonst besichtigen können, ist toll. Das schiefe Häuschen steht schon seit über 700 Jahren steht. Das hat uns  sehr beeindruckt! Wir beschließen gegen Abend noch einen Spaziergang an die Steilküste Richtung Tintangel Castle zu machen. Dies erweist sich als goldrichitg. Es sind jetzt viel weniger Touristen unterwegs, als tagsüber. Am Nachmittag sah der kleine Wanderweg Richtung Klippen nach Völkerwanderung aus. Jetzt ist es wirklich toll. Das Meer und die Felsen sind unglaublich hier. Es ist sehr windig und das Meer tobt unter uns. Auch einen Blick auf die paar Mauerreste der Burg können wir von hier aus werfen. Eine Besichtigung haben wir nicht geplant,  es sind halt wirklich nur noch ein paar Mauerrreste. Wir wandern oder klettern wieder mal fast, den Küstenweg weiter und machen noch ein paar Fotos an einer alten Kirche mit Friedhof. Hier gibt es noch jahrundertealte Gräber. In der Abenddämmerung sehen die keltischen Kreuze mystisch aus… Der Weg bringt uns nun, viel weniger steil als der Hinweg wieder zurück ins Dorf. Wir holen uns noch eine tolle Portion Fish & Chips und essen lecker im Wohnmobil. Der Parkplatz ist mittlerweile fast komplett leer. Nur nch die Wohnmobile sind da. Kaylee lässt noch ein bisschen ihren Drachen auf dem Parkplatz steigen…