Tag 9-10 ~ Lagune, Meer & Wasserfälle

Tag 9 – 10 ~ Lagunen, Meer und Wasserfälle

Von der Familie auf dem Stellplatz bei Gloucester hatten wir den Tipp bekommen die „Blue Lagoon“ in Abereiddi zu besuchen, da diese nur eine Viertelstunde Fahrt entfernt ist, steuern wir sie am nächsten Morgen dann auch an. Auf mal wieder abenteuerlichsten Feldwegen, immer in der Hoffnung es möge uns bloß kein Auto entgegen kommen, erreichen wir zunächst eine Bucht mit ziemlich dunklem Sandstrand. Zur Lagune ist es nur ein kurzer Marsch den Berg hoch. Hier haben sich schon zahlreiche Mutige eingefunden, die die Klippen hinunter in die Lagune springen. Obwohl die Lagune bei Flut immer vom Meer überspült wird, hat das Wasser hier eine ganz andere, nämlich viel blauere Farbe. Entstanden ist sie wohl aus einem ehemaligen Steinbruch, in dem Schiefer abgebaut wurde. Das erklärt dann auch den so dunklen Sand… Wir klettern ein bisschen herum, Marco macht ein paar Luftbilder und wir schauen den Wagemutigen beim Springen zu.

Wir sitzen noch gemütlich vor dem Wohnmobil und trinken einen Kaffee, während wir das Treiben am Strand beobachten. Das Ausparken dauert dann später etwas länger, der Parkplatz ist mittlerweile sehr voll und auch  noch voller kraterähnlicher Schlaglöcher. Dann noch beim Weg den Berg hinauf wieder hoffen, dass niemand entgegenkommt – alles hat geklappt. Wir landen später bei einem Stellplatz in Carmarthen. Der Platz gehört zu einem Bauernhof, wir machen noch einen Spaziergang quer durch die Kuhwiese bis zum Flussufer, später wird an einer seichteren Stelle des Flusses noch ein Staudamm gebaut. Ansonsten lassen wir den Tag ruhig vorübergehen.

Rund um Carmarthen

Paxton’s Tower

Ruine Nähe Carmarthen

Unser nächstes Ziel sind die Henrhyd Wasserfälle, diese haben wir, als vom National Trust verwaltet, in unserer Broschüre des National Trust gefunden. Sie gut aus, liegt auf dem Weg. Zwischendrin halten wir noch kurz bei einem Reifenhändler, unser linker Vorderreifen ist schlecht ausgewuchtet – in ein paar Minuten ist das erledigt. Das ging hier schnell, unkompliziert und günstig. Wir erreichen kurz danach den Parkplatz, von dem man aus zu den Wasserfällen hinunterwandern kann. Meine Familienempfehlung Wanderschuhe anzuziehen war goldrichtig, es ist steil, schlammig und rutschig. Unglaublich, wie viele andere Leute uns hier in fragwürdigem Schuhwerk, teilweise sogar in Flip-Flops, begegnen. Keine Ahnung, wie die das überhaupt unfallfrei bis zum Wasserfall geschafft haben… Der Weg ist recht anstrengend, aber wunderschön durch den Wald. Nach nicht mal einem Kilometer erreichen wir den Wasserfall. Traumhaft schön….

Vom Parkplatz aus machen wir noch unseren Stellplatz für die Nacht klar, es ist eine Farm in der Nähe von Newport, am Bristol Channel, da wir uns ja jetzt bald wieder in Richtung der englischen Gefilde begeben wollen. Die Dame, die uns dort empfängt ist schon ziemlich betagt, blind und scheinbar unglaublich froh, wenn sie Gäste hat, denen sie etwas erzählen kann. Wirklich nett, solche Bekanntschaften zu machen. Es gibt hier zwei Campingwiesen, wir entscheiden uns für die vordere, auf der hinteren stehen schon zwei Wohnwagen. Wir sind auf der ersten Wiese ganz allein, Gesellschaft leisten uns nur zwei Schafe, die unheimlich süß sind und sich gern von uns kraulen lassen. Die alte Lady erzählt uns, dass direkt hinter dem Grundstück, einmal quer über die Wiese ein See liegt. Wir wandern noch kurz auf einen kleinen Abendspaziergang hinunter und finden ein verwunschenes kleines Wäldchen mit einem Angelteich darin. Absolut still und mystisch schön hier…