Tag 6-8 ~ Auf nach Wales

Tag 6 – 8 ~ auf nach Wales

Wir schmeißen uns und unser gutes, altes Wohnmobil wieder in das Verkehrsgewühl, das hier rund um London herrscht. Wir steuern die Gegend um Gloucester an, hier wollen wir einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Wales einlegen. Kurz hatten wir auch noch überlegt die Kathedrale von Gloucester zu besichtigen, da diese gelegentlich als Kulisse für Hogwarts Innenaufnahmen gedient hat, aber da die Kathedrale reichlich Eintritt kostet und es scheinbar nicht allzuviel zu sehen gibt, entscheiden wir uns dagegen. Wir konsultieren also unser schlaues Buch des Caravan & Motorhome Club um einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Wir finden die Bulley Farm, die wir nach einigem Suchen auf schmalsten Sträßchen, Feldweg würde noch etwas Breiteres suggeriere als es war, erreichen. Leider konnten wir telefonisch niemanden erreichen, Marco geht einfach mal schauen, als wir schon vor dem Gatter stehen. Ein paar Kinder meinen, dass der Besitzer bei der Ernte ist und erst am Abend wiederkommt. Wir fahren also einfach mal rein, nachdem wir sehen, dass auch erst zwei andere Wohnwagen da sind. Das Gelände ist riesengroß und damit meinen wir wirklich riesengroß. Auf der Fläche, auf der diese CL ja nun nur 5 Stellplätze anbieten darf, könnte man locker einen ganzen Campingplatz mit zahlreichen großzügigen Parzellen einrichten. Als besonderen Service, damit man auch wirklich in jeden Winkel des Areals ziehen kann, gibt es im kleinen Gartenhäuschen neben Infomaterial auch sehr lange Stromkabel, einfach so zum Ausleihen. Also nehmen wir das Angebot natürlich gern an, schnappen uns hundert Meter Kabel und suchen uns ein nettes Plätzchen auf der Wiese, zwischen Apfelbäumen. Kaylee findet auch sofort eine Familie mit drei Kindern zum Spielen. Wir Erwachsenen kommen auch schnell ins Gespräch und werden von den beiden abends auf ein Bier / Cider eingeladen. Reisetipps bekommen wir noch einige für Wales, die Familie ist schon oft in Wales im Urlaub gewesen, somit können wir noch einige Anregungen mitnehmen. Wir haben einen wirklich schönen Abend, derweil die Kinder – mittlerweile verstärkt durch den Sohn des Farmers – durch die Gegend stromern, im nahegelegenen Tümpel fischen und Bötchen fahren und auf Bäume klettern. Ein absolut gelungener Abend, aus dem sich dann für unsere Tochter noch eine Brieffreundschaft nach England entwickeln wird.

Morgens verabschieden wir uns noch von den neuen Bekannten und fahren dann weiter Richtung Wales, wir wollten heute die Pembrokshire Halbinsel an der Küste von Wales erreichen. Die Fahrt zieht sich sehr lange hin, zwischendurch gibt es immer mal wieder sintflutartige Regenschauer. Wenigstens fahren wir die meiste Zeit auf ordentlich ausgebauten Autobahnen. Am Nachmittag erreichen wir das Meer, da wir schon so lange unterwegs sind haben wir keine Lust mehr uns noch lange nach einer CL umzusehen, wir wollen einfach den nächstbesten Campingplatz anfahren. Der erste, den wir sehen liegt traumhaft schön, direkt am Strand, leider kann man schon von weitem lesen, dass dort keine Hunde erlaubt sind – schade.

Also fahren wir noch ein bisschen weiter, ziemlich steil bergauf und bergab. Hier gibt es hohe Steilklippen, die dann immer mal wieder hin zu Sandbuchten abfallen und so verläuft halt auch die Straße. Wir erreichen aber kurze Zeit später einen Campingplatz, der auch direkt an der Steilküste liegt, in St. Davids. Er gehört zu einem Bio-Bauernhof, es gibt sogar einen kleinen Laden, in dem auch die Rezeption ist. Wir haben echt Glück und können uns einen der letzten Stellplätze für die nächsten zwei Nächte sichern. Leider ist unsere Serenity die lange Fahrt bergauf und bergab satt und möchte jetzt erstmal nicht mehr anspringen. Das Problem hatten wir in letzter Zeit gelegentlich, bei warmgelaufenem Motor braucht sie erst eine Weile, ehe sie wieder anspringt. Mit ein bisschen gut zureden und WD-40 springt der Motor dann nach ein paar Minuten wieder an und wir beziehen unseren Stellplatz.  Natürlich machen wir uns auch gleich an den steilen Abstieg runter an den Strand. Aus dem Felsen tröpfelt ein kleines Bächlein, das ins Meer runterfließt. Ach, das liebe ich ja, sowas erinnert mich immer an Schottland. Die Bucht ist steinig, aber das Meer hat hier eine wahsinnig hellblaue Farbe und der Wellengang ist Atlantik. Wie immer kein Vergleich zur öden Nordsee. Schön hier.

 

 

Nachdem wir wunderbar bei Wellenrauschen geschlafen haben, machen wir uns zu Fuß auf ins Örtchen St. Davids. Es liegt ungefähr einen Kilometer vom Campingplatz entfernt. Wie wir zuvor schon gelesen haben verfügt dass kleine Dorf über eine große Kathedrale und war mal (oder ist noch?) das Ziel vieler Pilgerer. Die Sonne scheint und es ist herrlich durch das malerische Dörfchen zu bummeln, nach einem Cafebesuch schauen wir uns dann die wirklich beeindruckende Kathedrale mit Klosterruine und Friedhof daneben an. Wir kaufen noch ein wenig ein und machen uns am Nachmittag wieder auf den Weg zum Campingplatz. Hier verbringen wir noch den ganzen Abend draußen und sehen einen tollen Sonnenuntergang.