Nordfriesland & Rømø

Tag 1 & 2 ~ St.-Peter-Ording

Am Nachmittag erreichen wir St.-Peter-Ording. Der Stellplatz ist ganz ordentlich angelegt, wenn auch nichts Besonderes. Extrem bedienerunfreundlich ist allerdings das System, bei dem man eine sogenannte SEP-Karte an einem Automaten ziehen muss. Diese kann man nur bar mit Münzen zahlen, dafür gibt es direkt daneben aber einen Wechselautomaten. Auf diese Karte kann man dann noch Geld einzahlen, um bspw. Strom am Stellplatz zu zahlen. Auch gibt es ein Sanitärgebäude, das wir aber nicht angeschaut haben. Der Preis von 1 € pro 1 Minute! duschen hat uns dann doch sehr verschreckt…

Für den Stellplatz spricht, dass er sehr zentral beim SPO Ortsteil Dorf liegt. In ca. zwei Minuten Fußweg ist man bei der Touristeninformation und einigen kleinen Geschäften sowie Restaurants. Bis zum nächstegelegenen Strandabschnitt sind es so knapp zwei Kilometer.

Dorthin machen wir uns natürlich auch direkt auf, dafür sind wir ja schließlich hier. Kaylee bewaffnet sich mit der neuen, unkaputtbaren Schaufel und los gehts. Schon von weitem erkennen wir die für St.-Peter-Ording so typischen Pfahlbauten. Wir laufen ein bisschen am Strand rum, Kaylee versucht sich bis nach Australien durchzugraben und der  Hund ist wie immer schmutzig und hat Spass.

 Am nächsten Morgen haben wir dann in Erfahrung gebracht, dass aus unserem Plan mit de Wohnmobil an den Strand zu fahren leider nichts wird, dies geht wohl nur in der Sommersaison :(.  Also laden wir die Fahrräder ab und machen uns mit dem Fahrrad auf Richtung Seebrücke. Dort gehen wir an den Strand, es ist neblig. Im Anschluss bummeln wir noch durch ein paar kleine Geschäfte und essen eine Kleinigkeit in der Fußgängerzone, direkt vor der Seebrücke. Auf dem Rückweg erstehen wir (wieder mal) Drachen. Ein tolles Piratenschiff und Kaylee kauft noch einen kleinen Taschendrachen. Das passt zum Thema: Wie wir gestern schon gesehen hatten, gibt es in unmittelbarer Nähe zum Stellplatz diese Woche, anlässlich der „Märechentage“ ein Piratenlager. Bei uns würde es Mittelaltermarkt heißen, hier hängt man zusätzlich ein paar Muscheln und Netze an die Marktstände und trägt ein Piratentuch, somit sind es dann – maritim passend – Piraten. Macht aber nix. Ist ganz nett hier mal langzuschlendern, unsere Tochter produziert an einem Stand ihren eigenen Geldbeutel aus Leder. 

Wir beschließen, dass wir weiter Richtung Norden fahren wollen. Unser Fernziel ist ja schließlich Dänemark. St.-Peter-Ording war, wie immer, schön. Hier gibt es einfach eine tolle Mischung aus Sandstrand, Touristenlädchen, Gastronomie und die Pfahlbauten machen irgendwie den einzigartigen SPO – Flair…

Wir fahren also einfach mal drauflos. Nach kurzer Recherche im Stellplatzführer und einigen Kilometern landen wir auf Nordstrand. Kleine Insel, verbunden durch einen Damm mit dem Festland. Hier finden wir einen wunderbaren Wohnmobilstellplatz, wobei es eigentlich schon als vollwertiger Campingplatz durchgeht. Toll angelegt direkt am Deich (mit Deichschafen), super große, durch Hecken getrennte Parzellen. Ein sehr ansprechendes Sanitärgebäude zur kostenlosen Nutzung gibt es auch. Außerdem noch tolle Kleinigkeiten, wie einen Büchertauschschrank oder die Möglichkeit ein Elektroauto zu mieten. Das alles untergebracht in einem ehemaligen Bauernhof, toll renoviert. Der rustikale Charakter wurde beibehalten und superschön modernisiert. Im Bad gibt es sogar echte Pflanzen. (Hat mich beeindruckt! 😉 

Wir lassen noch ein bisschen die Drachen auf dem Deich steigen, aber es ist arg fieses Wetter. Also nutzen wir noch das tolle (warme!) Sanitärgebäude für eine heiße Dusche und machen es uns dann im Wohnmobil gemütlich

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Tag 3 & 4 ~ Auf nach Rømø

Da wir Nordstrand nur für die Zwischenübernachtung nutzen wollten und es hier auch scheinbar auch wieder nur Watt und Deich und Wiese zu sehen gibt, deutsche Nordseeküste halt, machen wir uns auf weiter gen Dänemark.

Nach doch so einigen Kilometern immer nur durch plattes Land, kleine Dörfer (es scheint nur noch nach Sylt und sonst nirgends hin zu gehen) erreichen wir die dänische Grenze. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Rømø-Damm. Die Insel ist schon auf den  ersten Blick traumhaft schön. Sie scheint in Gänze nur aus Sand, Dünen, ein paar Kiefern und roten Holzhäuschen zu bestehen. So wie man sich halt Skandinavien vorstellt. Wir schauen uns zuerst den Autotstrand und auch das Einkaufszentrum bei Lakolk an. Zuerst hab ich Panik, mit dem Wohnmobil den Strand zu befahren, während Kaylee und ich aber schon Richtung Wasser unterwegs, kommt mein Mann dann natürlich doch angefahren. Ist schon toll, mitten am Strand vor dem Wohnmobil Kaffee trinken zu können…

Direkt bei Lakolk gibt es einen Campingplatz, der hat aber gerade Mittagspause. Wir schauen in die Stellplatz App und finden glücklicherweise den grandiosen Stellplatz Oasen. Ungelogen der Schönste Wohnmobilstellplatz, den wir je besucht haben! Ich hätte mehr Fotos machen sollen. Die Stellplätze sind um einen runden See angelegt. Einchecken geht per Bankkarte. Man bekommt eine Karte, mit der man dann Strom buchen und das Sanitärgebäude nutzen kann. Das Sanitärgebäude ist nagelneu, man kommt sich vor wie im Wellness-Tempel, mit riesiger ebenerdiger Regendusche etc.. Echt toll. Außerdem gibt es noch einen großen Aufenthaltsraum mit Fernsehen. Auch alles ganz neu eingerichtet, ordentliches WLAN gibt es auch. Einfach nur zu empfehlen!

In der Nähe liegt das Dörfchen Havneby, quasi die „Hauptstadt“ von Rømø. Wir erkunden sie mit dem Fahrrad, es sind ca. zwei Kilometer vom Stellplatz aus, ungefähr drei Kilometer sind es bis zum, ebenfalls atemberaubend breitem Strand. Auch hier kann man ihn mit dem Auto (oder Wohnmobil) befahren. Weil es hier so schön ist, bleiben wir gleich zwei Nächte.

Auf zum Strand
Sønderstrand
Stellplatz Oasen
Havneby Hafen
Skaninavien Idyll

 

 

Tag 5 ~ Friedrichstadt

Wir verlassen Rømø bei Sturm und Regen und einem gemütlichen Frühstück im Wohnmobil am Strand – (ein Traum, oder?). Unser Ziel ist Friedrichstadt, schon oft gehört, die „Holländerstadt“ soll schön sein. Wir steuern den dortigen Stellplatz an, dieser liegt fußläufig zur Stadt. Wir erkunden die Stadt, die mit den Friesengiebelhäusern und den Grachten wirklich sehr idyllisch ist. Leider ist es sehr regnerisch, im Sommer muss eine Grachtenfahrt hier toll sein.

Auf dem Stellplatz wandere ich noch ein bisschen auf dem danebenliegenden Deich zur Eider herum, mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und es gelingen noch ein paar schöne Fotos.

 

 

Tag 6 ~ Tecklenburg

Heute wollen wir schonmal einen guten Teil der Strecke nach Hause zurücklegen, das gelingt nur bedingt, da wir permanent im Stau stehen. Ein Hoch auf deutsche Autobahnen :-(. So schaffen wir es dann nur bis kurz vors Münsterland. Tecklenburg ist in der Nähe, da wir immer vom Städtchen vorgeschwärmt bekommen, schauen wir es uns auf einem kleinen Spaziergang an. Der mittelalterliche Stadtkern mit seinen Fachwerkhäusern und netten kleinen Geschäften ist wirklich sehenswert. Ein großer Highlight im Sommer sollen die Musical-Aufführungen auf der Freichlichtbühne sein. Es lohnt sich bestimmt, hier im Sommer nochmal hinzukommen. In der Nähe der Stadt finden wir auch einen Campingplatz, mit Wohnmobilstellplatz vor der Schranke. Für 10 Euro die Nacht können wir aber trotzdem alles vom CP mitbenutzen. So wird es dann noch ein schöner Abend mit einem tollen Essen, Kinderdisco und Bingo. Ein schöner Abschluss unseres Herbsturlaubes, bevor es am nächsten Tag dann wieder  nach Hause geht…

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