Die Normandie im Frühling und im Herbst

Frankreich – für uns ein ideales Wohnmobil Reiseland. Stellplätze sind „en masse“ vorhanden, oft sogar kostenlos, und diese liegen auch nicht selten direkt am Meer. Die Normandie ist viel näher an NRW dran, als mancher denkt. In rund 450 km ist man schon mittendrin. Das Meer ist blauer, die Klippen höher und die Steine weißer… Wenn es für eine kürzere Tour mal was anderes als immer nur Holland sein soll. 😉

Wales & Südengland 2017

Wales und Südengland – Sommer 2017

Epilog

Der Süden Englands, speziell Land’s End steht schon seit mehr als zehn Jahren auf der Liste unserer Reiseziele. Vor Jahren haben wir durch Zufall mal Fotos von Land’s End gesehen, ein Campingplatz in Sennen schlummerte seit Jahren in unserer Lesezeichenliste. Völlig fasziniert waren wir vor allem davon, dass dort, im vermeintlich kalten, regnerischen England Palmen und andere exotische Pflanzen wachsen sollten. Das wollten wir uns doch unbedingt mal anschauen. Vielfach durchdacht wurde diese Tour auch schon als wir noch kein Wohnmobil hatten und noch mit dem Zelt unterwegs waren. Leider hat sich das nie machen lassen, mit dem großen Zelt wäre das alles sehr unpraktikabel gewesen, wir hätten mindestens zweimal zwischenübernachten müssen. Mit dem Kauf des Wohnmobils rückte Südengland dann in greifbare Nähe. Schottland hatte dann für uns eine noch höhere Priorität, also letztes Jahr erstmal nach Schottland und dieses Jahr dann Südengland und wenn wir dann schon mal da sind, kann man ja gleich Wales nochmal anschauen. Kaylee ist momentan total im Harry Potter Fieber (wir natürlich auch) somit buchten wir dann auch gleich noch die Harry Potter Studio Tour in der Nähe von London. Die Fährüberfahrten haben wir auch schon frühzeitig gebucht.

Ansonsten war erstmal nichts geplant…

Tag 1-3 ~ Belgien, Fährüberfahrt und Canterbury

Samstags machen wir uns auf den Weg, da wir aber schon zwei Tage noch echt viel zu tun hatten, der Garten musste noch in Ordnung gebracht werden, das ganze Wohnmobil bepackt werden und noch einiger anderer Kleinkram, bevor man drei Wochen unterwegs ist – haben wir keine große Lust besonders weit zu fahren. Wir finden einen Wohmobilstellplatz in Aarschot in Belgien. Dieser liegt auf einem riesigen gemischten Parkplatz zwischen Stadtzentrum und Schwimmbad, am Fluss Demer. Die Plätze für Wohnmobile sind im hinteren Bereich separat ausgewiesen. Sogar ein paar Stromanschlüsse gibt es hier kostenlos. Kaylee und ich machen und mit Neo noch auf ein bisschen die Stadt zu erkunden und sind absolut positiv überrascht. Es ist ein wirklich nettes Städtchen mit typisch belgischer Architektur, der Marktplatz erinnert mit seine Giebelhäusern sogar ein ganz, ganz kleines bisschen an Brügge. Wir spazieren ein bisschen an der Demer entlang, Aarschot legt scheinbar viel Wert auf eine tolle Blumenbepflanzung. Echt hübsch. Wir essen ein Eis und Kaylee kauft spontan noch ein T-Shirt. Wir kaufen noch etwas fürs Abendessen bei Delhaize ein und schlendern dann langsam zurück zum Wohnmobil, wo wir einen ruhigen Abend verbringen. Mir ist dann auch noch aufgefallen, letztes Jahr, bevor wir nach England übergesetzt haben, haben wir zufälligerweise in einem niederländischen Ort namen Oirschot übernachtet. Zufälle gibt’s….

  

Aarschot
Aarschot
Demer
Demer
Aarschot
Aarschot

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag planen wir unsere Übernachtung in Bredene an der belgischen Küste. Bredene war quasi unser Stammurlaubsort an der Nordsee, früher, als wir noch mit dem Zelt unterwegs waren. Wir sind überrascht, wieviel hier los ist. In den letzten Jahren hatte der Ort an sich doch irgendwie nachgelassen und es waren auch nicht allzu viele Touristen dort, aber jetzt ist es rappelvoll hier. Wir fahren den Campingplatz „Astrid“ 😉 an, hier waren wir auch im Herbst vorletzten Jahres schonmal eine Nacht, er liegt sehr zentral. Aber – komplett belegt. Ok, also weiter in die hintere Reihe der Bredener Campingplätze, zu unserem alten Stammplatz Park d‘ Heule – aber auch hier, alles belegt. Ups, das hatten wir nicht erwartet. Der nächste Platz in der Reihe, T’Minnepark, hat dann noch ein Plätzchen für uns frei. Es herrscht strahlender Sonnenschein, also auf zum Strand. Das sind von hier aus so ungefähr zwei Kilometer zu Fuß, wir laufen dann eine Weile am Strand entlang, toll wieder am Meer zu sein. Dann gehen wir über die Fußgängerbrücke in die Stadt, hier ist ein Kunstmarkt und auch noch irgendeine Veranstaltung auf der Bühne am Marktplatz. Wir lassen uns ein bisschen durchs Gewimmel treiben, essen ein leckeres Eis und machen uns dann gegen abend wieder auf den Weg zurück zum Campingplatz. Morgen geht unsere Fähre nach England!

Bredene Strand

Nach dem Frühstück machen wir uns gemütlich auf Richtung Dünkirchen, von wo aus wir die Fähre nach Dover nehmen werden. Auf der belgischen Küstenautobahn E40 überqueren wir die französische Grenze und sind nach kurzer Zeit schon in Dünkirchen. Unsere Fähre ist gebucht für 16:00 Uhr, es ist aber erst kurz nach halb eins. Wir stellen uns aber natürlich einfach schonmal in der Schlange am Fährterminal an. Nach den üblichen Grenzkontrollen (nein, auch dieses Mal haben wir weder im Bad noch im Kleiderschrank blinde Passagiere versteckt) verkündet uns die nette Dame am DFDS-Schalter, dass wir ja ziemlich früh dran wären und ob wir nicht einfach schon die 14:00 Uhr Fähre nehmen wollen. Klar wollen wir! Ein bisschen hatten wir darauf natürlich schon gehofft, manchmal bekommt man wohl dieses Angebot, wenn man sehr zeitig ist und die Fähre davor noch Kapazität hat (und in der gleichen Preiskategorie liegt, wie die gebuchte Überfahrt – aber dazu später mehr). Wir freuen uns auf jeden Fall, dass wir zwei Stunden früher ankommen werden. Eigentlich kommen wir ja sogar drei Stunden früher an, schließlich stellen wir die Uhr bei der Ankunft in England auf die Greenwich Mean Time um und damit eine Stunde zurück! Also erreichen wir Dover nach einer ruhigen Überfahrt um 15:00 Uhr Ortszeit und stürzen uns zwangsläufig direkt in den Linksverkehr.

Im Frühling hatten wir in Le Treport auf dem Wohnmobilstellplatz einen Engländer getroffen, der uns für nach der Überfahrt den Stellplatz an der New Dover Road in Canterbury empfohlen hatte. Genau den steuern wir jetzt an. Canterbury ist nur eine knappe halbe Stunde Fahrzeit von Dover entfernt. Perfekt für den ersten Tag. Der Stellplatz ist nicht wirklich schön, liegt angebunden direkt an einen Großparkplatz, aber absolut ok für 3 Pfund am Tag. Was noch besser ist, in diesen drei Pfund ist auch schon das Busfahrticket in die Innenstadt enthalten. Da wir ja noch viel Zeit haben und herrliches Wetter ist, besteigen wir also den nächsten Bus in die Stadt. Kaylee ist absolut begeistert davon, dass der Bus ein Doppeldeckerbus ist. Kaylee und ich sitzen also oben, direkt hinter der Scheibe. Marco und Neo bleiben unten. Ich schmilze fast in der prallen Sonnen hinter der Glasscheibe. Außerderm lassen mich die Hecken an denen der Bus vorbeischrammt und die Äste die auf’s Dach klatschen gelegentlich zusammenzucken. Hecken und Äste werden, auch im Wohnmobil, für den Rest des Urlaubs immer dabei sein, unbewusst kann ich mich darauf also schon mal einstimmen… Canterbury ist ein wunderschönes Städtchen beim schlendern durch die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und kleinen Geschäften kommt man sich fast schon ein bisschen vor wie in der Winkelgasse, genauso hätte ich mir eine alte englische Einkaufsstraße vorgestellt. Wir flanieren noch ein bisschen und nehmen dann den Bus zurück zum Parkplatz, es ist wirklich heiß heute abend. Wir kochen noch etwas und lassen den Abend ausklingen.

Fährüberfahrt & Canterbury

Tag 4 – 5 ~ St. Albans und die Harry Potter Studio Tour

Die Fahrt von Canterbury nach St. Albans, nördlich von London verläuft soweit problemlos, aber der Verkehr auf der M25 ist echt der Wahnsinn. Wir passieren auch den Dartford Tunnel, für den wir uns ja schon vorab im Internet registriert haben, um per Kreditkarte die Maut zahlen zu können. Das klappt alles ohne Probleme. Nach kurzen Suchen finden wir dann auch die gebuchte Certified Location des Caravan and Motorhome Club in St. Albans. Die CL’s sind Stellpätze bei Privatpersonen, meistens Farmen o.ä., die bis zu fünf Stellplätze für Camper anbieten. Durch unsere Mitgliedschaft im Club können wir diese immer sehr preisgünstigen Plätze nutzen. Die Zufahrt hier zum Platz sieht allerdings ziemlich unordentlich aus, überall Schuppen und aller möglicher Kram, alte Autos etc. Als wir dann aber die lange, ziemlich schmale, Zufahrt hinter uns lassen stehen wir auf einer riesengroßen Wiese, schön von Bäumen umzäunt. Hier hat jeder der mit uns vier anwesenden Camper so gefühlte 1000 Quadratmeter Platz für sich. Toll. Es gibt Strom, Wasser und Entsorgung, was will man mehr?

 

Nachdem wir nachmittags mit dem Fahrrad in einem nahegelegenen kleinen Tesco noch ein bisschen eingekauft haben, steht am nächsten Tag das Highlight schlechhin an: Wir fahren nach Watford zu den Harry Potter Studios.  Es ist wirklich überwältigend- so groß hatten wir uns das alles nicht vorgestellt, es gibt wirklich unglaublich viele Sets und Requisiten zu sehen, der Audioguide erklärt uns, wie unglaublich komplex das alles war. So wurden zum Beispiel die Gemälde, die überall in Hogwarts zu sehen sind, alle tatsächlich von Künstlern in Öl gemalt – Alle! – oft zeigen sie übrigens Mitglieder der Filmcrew. Oder im Kerker in dem der Zaubertrank-Unterricht stattfindet, stehen über tausend Gläser mit Zaubertrankzutaten, die alle individuell befüllt und mit handgeschriebenen Schildern versehen sind.

Die Harry Potter Studio Tour ist für Fans der Zauberschule einfach ein tolles Erlebnis und wir können es wirklich jedem nur uneingeschränkt empfehlen, der mal in England unterwegs ist.

Nun für die Hogwarts-Nerds noch eine große Diashow. (alle Anderen: einfach ignorieren 😉 )

Pylonen in Zauberhut-Form 😉
Das (angeblich) kleinste Set der Welt
Die große Halle
Das Reich der Gryffindors
Dumbledore’s Büro
Bei Snape im Kerker
Bei Weasley’s…
Todesser-Treffen
Magie ist Macht
Der verbotene Wald
Harry Potter Studio Tour
Gleis 9 3/4
Requisiten und Kreaturen
Die Winkelgasse…
Das riesiege Original Hogwarts Schloss.

Erschöpft und mit brennenden Füßen fahren wir zu unserem Stellplatz rüber und sind nur noch froh und ganz schnell ins Bett legen zu können. So ein Tag in der Zaubererwelt ist doch ganz schön anstrengend…

Tag 6 – 8 ~ auf nach Wales

Wir schmeißen uns und unser gutes, altes Wohnmobil wieder in das Verkehrsgewühl, das hier rund um London herrscht. Wir steuern die Gegend um Gloucester an, hier wollen wir einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Wales einlegen. Kurz hatten wir auch noch überlegt die Kathedrale von Gloucester zu besichtigen, da diese gelegentlich als Kulisse für Hogwarts Innenaufnahmen gedient hat, aber da die Kathedrale reichlich Eintritt kostet und es scheinbar nicht allzuviel zu sehen gibt, entscheiden wir uns dagegen. Wir konsultieren also unser schlaues Buch des Caravan & Motorhome Club um einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Wir finden die Bulley Farm, die wir nach einigem Suchen auf schmalsten Sträßchen, Feldweg würde noch etwas Breiteres suggeriere als es war, erreichen. Leider konnten wir telefonisch niemanden erreichen, Marco geht einfach mal schauen, als wir schon vor dem Gatter stehen. Ein paar Kinder meinen, dass der Besitzer bei der Ernte ist und erst am Abend wiederkommt. Wir fahren also einfach mal rein, nachdem wir sehen, dass auch erst zwei andere Wohnwagen da sind. Das Gelände ist riesengroß und damit meinen wir wirklich riesengroß. Auf der Fläche, auf der diese CL ja nun nur 5 Stellplätze anbieten darf, könnte man locker einen ganzen Campingplatz mit zahlreichen großzügigen Parzellen einrichten. Als besonderen Service, damit man auch wirklich in jeden Winkel des Areals ziehen kann, gibt es im kleinen Gartenhäuschen neben Infomaterial auch sehr lange Stromkabel, einfach so zum Ausleihen. Also nehmen wir das Angebot natürlich gern an, schnappen uns hundert Meter Kabel und suchen uns ein nettes Plätzchen auf der Wiese, zwischen Apfelbäumen. Kaylee findet auch sofort eine Familie mit drei Kindern zum Spielen. Wir Erwachsenen kommen auch schnell ins Gespräch und werden von den beiden abends auf ein Bier / Cider eingeladen. Reisetipps bekommen wir noch einige für Wales, die Familie ist schon oft in Wales im Urlaub gewesen, somit können wir noch einige Anregungen mitnehmen. Wir haben einen wirklich schönen Abend, derweil die Kinder – mittlerweile verstärkt durch den Sohn des Farmers – durch die Gegend stromern, im nahegelegenen Tümpel fischen und Bötchen fahren und auf Bäume klettern. Ein absolut gelungener Abend, aus dem sich dann für unsere Tochter noch eine Brieffreundschaft nach England entwickeln wird.

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Morgens verabschieden wir uns noch von den neuen Bekannten und fahren dann weiter Richtung Wales, wir wollten heute die Pembrokshire Halbinsel an der Küste von Wales erreichen. Die Fahrt zieht sich sehr lange hin, zwischendurch gibt es immer mal wieder sintflutartige Regenschauer. Wenigstens fahren wir die meiste Zeit auf ordentlich ausgebauten Autobahnen. Am Nachmittag erreichen wir das Meer, da wir schon so lange unterwegs sind haben wir keine Lust mehr uns noch lange nach einer CL umzusehen, wir wollen einfach den nächstbesten Campingplatz anfahren. Der erste, den wir sehen liegt traumhaft schön, direkt am Strand, leider kann man schon von weitem lesen, dass dort keine Hunde erlaubt sind – schade.

Also fahren wir noch ein bisschen weiter, ziemlich steil bergauf und bergab. Hier gibt es hohe Steilklippen, die dann immer mal wieder hin zu Sandbuchten abfallen und so verläuft halt auch die Straße. Wir erreichen aber kurze Zeit später einen Campingplatz, der auch direkt an der Steilküste liegt, in St. Davids. Er gehört zu einem Bio-Bauernhof, es gibt sogar einen kleinen Laden, in dem auch die Rezeption ist. Wir haben echt Glück und können uns einen der letzten Stellplätze für die nächsten zwei Nächte sichern. Leider ist unsere Serenity die lange Fahrt bergauf und bergab satt und möchte jetzt erstmal nicht mehr anspringen. Das Problem hatten wir in letzter Zeit gelegentlich, bei warmgelaufenem Motor braucht sie erst eine Weile, ehe sie wieder anspringt. Mit ein bisschen gut zureden und WD-40 springt der Motor dann nach ein paar Minuten wieder an und wir beziehen unseren Stellplatz.  Natürlich machen wir uns auch gleich an den steilen Abstieg runter an den Strand. Aus dem Felsen tröpfelt ein kleines Bächlein, das ins Meer runterfließt. Ach, das liebe ich ja, sowas erinnert mich immer an Schottland. Die Bucht ist steinig, aber das Meer hat hier eine wahsinnig hellblaue Farbe und der Wellengang ist Atlantik. Wie immer kein Vergleich zur öden Nordsee. Schön hier.

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Nachdem wir wunderbar bei Wellenrauschen geschlafen haben, machen wir uns zu Fuß auf ins Örtchen St. Davids. Es liegt ungefähr einen Kilometer vom Campingplatz entfernt. Wie wir zuvor schon gelesen haben verfügt dass kleine Dorf über eine große Kathedrale und war mal (oder ist noch?) das Ziel vieler Pilgerer. Die Sonne scheint und es ist herrlich durch das malerische Dörfchen zu bummeln, nach einem Cafebesuch schauen wir uns dann die wirklich beeindruckende Kathedrale mit Klosterruine und Friedhof daneben an. Wir kaufen noch ein wenig ein und machen uns am Nachmittag wieder auf den Weg zum Campingplatz. Hier verbringen wir noch den ganzen Abend draußen und sehen einen tollen Sonnenuntergang.

Tag 9 – 10 ~ Lagunen, Meer und Wasserfälle

Von der Familie auf dem Stellplatz bei Gloucester hatten wir den Tipp bekommen die „Blue Lagoon“ in Abereiddi zu besuchen, da diese nur eine Viertelstunde Fahrt entfernt ist, steuern wir sie am nächsten Morgen dann auch an. Auf mal wieder abenteuerlichsten Feldwegen, immer in der Hoffnung es möge uns bloß kein Auto entgegen kommen, erreichen wir zunächst eine Bucht mit ziemlich dunklem Sandstrand. Zur Lagune ist es nur ein kurzer Marsch den Berg hoch. Hier haben sich schon zahlreiche Mutige eingefunden, die die Klippen hinunter in die Lagune springen. Obwohl die Lagune bei Flut immer vom Meer überspült wird, hat das Wasser hier eine ganz andere, nämlich viel blauere Farbe. Entstanden ist sie wohl aus einem ehemaligen Steinbruch, in dem Schiefer abgebaut wurde. Das erklärt dann auch den so dunklen Sand… Wir klettern ein bisschen herum, Marco macht ein paar Luftbilder und wir schauen den Wagemutigen beim Springen zu.

Ja, das ist eine offizielle Straße!
Sandstrand
Die blaue Lagune

Wir sitzen noch gemütlich vor dem Wohnmobil und trinken einen Kaffee, während wir das Treiben am Strand beobachten. Das Ausparken dauert dann später etwas länger, der Parkplatz ist mittlerweile sehr voll und auch  noch voller kraterähnlicher Schlaglöcher. Dann noch beim Weg den Berg hinauf wieder hoffen, dass niemand entgegenkommt – alles hat geklappt. Wir landen später bei einem Stellplatz in Carmarthen. Der Platz gehört zu einem Bauernhof, wir machen noch einen Spaziergang quer durch die Kuhwiese bis zum Flussufer, später wird an einer seichteren Stelle des Flusses noch ein Staudamm gebaut. Ansonsten lassen wir den Tag ruhig vorübergehen.

Rund um Carmarthen

Paxton’s Tower
Ruine Nähe Carmarthen

Unser nächstes Ziel sind die Henrhyd Wasserfälle, diese haben wir, als vom National Trust verwaltet, in unserer Broschüre des National Trust gefunden. Sie gut aus, liegt auf dem Weg. Zwischendrin halten wir noch kurz bei einem Reifenhändler, unser linker Vorderreifen ist schlecht ausgewuchtet – in ein paar Minuten ist das erledigt. Das ging hier schnell, unkompliziert und günstig. Wir erreichen kurz danach den Parkplatz, von dem man aus zu den Wasserfällen hinunterwandern kann. Meine Familienempfehlung Wanderschuhe anzuziehen war goldrichtig, es ist steil, schlammig und rutschig. Unglaublich, wie viele andere Leute uns hier in fragwürdigem Schuhwerk, teilweise sogar in Flip-Flops, begegnen. Keine Ahnung, wie die das überhaupt unfallfrei bis zum Wasserfall geschafft haben… Der Weg ist recht anstrengend, aber wunderschön durch den Wald. Nach nicht mal einem Kilometer erreichen wir den Wasserfall. Traumhaft schön….

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Vom Parkplatz aus machen wir noch unseren Stellplatz für die Nacht klar, es ist eine Farm in der Nähe von Newport, am Bristol Channel, da wir uns ja jetzt bald wieder in Richtung der englischen Gefilde begeben wollen. Die Dame, die uns dort empfängt ist schon ziemlich betagt, blind und scheinbar unglaublich froh, wenn sie Gäste hat, denen sie etwas erzählen kann. Wirklich nett, solche Bekanntschaften zu machen. Es gibt hier zwei Campingwiesen, wir entscheiden uns für die vordere, auf der hinteren stehen schon zwei Wohnwagen. Wir sind auf der ersten Wiese ganz allein, Gesellschaft leisten uns nur zwei Schafe, die unheimlich süß sind und sich gern von uns kraulen lassen. Die alte Lady erzählt uns, dass direkt hinter dem Grundstück, einmal quer über die Wiese ein See liegt. Wir wandern noch kurz auf einen kleinen Abendspaziergang hinunter und finden ein verwunschenes kleines Wäldchen mit einem Angelteich darin. Absolut still und mystisch schön hier…

Während wir noch gemütlich draußen vor dem Wohnmobil sitzen und ein bischen im Internet surfen, stellen wir fest, dass wir uns genau zwischen Cardiff und Newport befinden. Und zwar jeweils nur rund 8 Meilen davon entfernt. Wir stöbern ein bisschen und stoßen auf die Cardiff Bay, hier liegt in der Fernsehserie Torchwood deren Hauptquartier und in eben dieser Bucht liegt auch die Doctor Who Experience. Ja, jetzt wird’s wieder nerdig. 😉  Also, wir haben schon vor Jahren Torchwood verschlungen, sind jetzt aktuell bei der (neuen Serie) von Doctor Who – beides wird in Cardiff gedreht und es gibt ein Doctor Who Museum / Attraktion – 8 Meilen von uns entfernt! Außerderm besteht diese nur noch bis September diesen Jahres, eine zweite Chance wird es wohl also nie mehr geben. Also fassen wir dann mal kurzerhand den Entschluss, dass wir am nächsten Morgen mit den Fahrrädern nach Cardiff radeln werden.

Gesagt, getan… Bereits auf dem Hinweg ist es recht bergig, allerdings überwiegend bergig bergab. Die Familie fürchtet sich ischon jetzt vor dem Rückweg – bergauf. Ich finde allerdings viel schlimmer, als wir die Gewerbegebiete vor Cardiff erreichen, wieviel Verkehr hier herrscht und es gibt nicht wirklich viele Fahrradwege. Wir legen also gute Teile der Strecke auf dem Bürgersteig zurück, auch egal. Nach ziemlicher Sucherei – Google Maps – versteht irgendwie nicht wo wir hin wollen oder wir verstehen Google Maps nicht, wie auch immer, erreichen wir dann doch die Cardiff Bay mit dem berühmten Millenium Plaza (der Eingang zu Torchwood, unterirdisch, versteht sich 😉 ) . Ein Stück weiter dann auch das Gebäude der Doctor Who Experience. 

Millenium Plaza

 

 >>>>>>>> >>>>>>>>Ab hier nur noch für Whovians, normale Leute lesen bitte unten weiter 😉 

Wir kaufen Tickets und müssen nur ein paar Minuten warten, bis die nächste Tour beginnt. Wir werden von einer netten Dame in Timelord-Mantel begrüßt, die uns erstmal unsere Kristalle überreicht, jeder hängt sich einen Kristall um den Hals. Nach einem kurzen Film über das Doctor Who Universum, der wirklich gut gemacht ist, sogar unsere Tochter, die die Serie ja noch nicht kennt, versteht die groben Zusammenhänge und die für die Tour relevante Zusammenhänge. Danach öffnet sich die Leinwand und wir stehen im Herz der Tardis, der Doctor (der zwölfte Doctor Peter Capaldi), erscheint auf einem Bildschirm und fragt, was wir da unten tun. Unsere Kristalle werden aktiviert (die Anhänger leuchten 😉 )und wir treten durch die Tür der Tardis in den oberen Bereich. Die Kinder der Tour müssen nun unter Anweisung der Dame und des Doctors die Tardis fliegen. Dabei dürfen sie auch kräftig an diversen Hebeln ziehen und reißen. Danach erreichen wir dann ein Set in dem wir von Daleks angegriffen werden, hier muss eines der Kinder einen Kristall finden. Im nächsten Bereich landen wir bei den weinenden Engeln <<NICHT BLINZELN>>, hier hat Kaylee die Ehre einem der Engel den Kristall abzunehmen ;-). So stolz ist sie. Im letzten Bereich gibt es dann ein 3D-Kino, der Doctor möchte, dass die gesammelten Kristalle in eine Konsole gesteckt werden. Damit sind wir dann natürlich alle gerettet ;-).Die Tour ist wirklich toll gemacht und für Fans ein Muss. Die Moderatorin hat das auch echt gut gemacht, man nahm ihr die Interaktion mit dem Doctor auf dem Bildschirm echt ab. Das Publikum wurde involviert, man sah beeindruckende Sets. Wobei das Engel-Set für kleinere Kinder vermutlich zu gruselig wäre. Kinder unter 8 würde ich nicht mit in die Tour nehmen. Im zweiten Teil der Experience bekamen wir dann noch unglaublich viele Requisiten zu sehen, das hat uns echt umgehauen, damit hatten wir, vor allem in Anbetracht des recht günstigen Eintrittspreises echt nicht gerechnet. Hier durften wir dann auch Fotos machen und haben auch ganz viele gemach… Wie bei jeder guten Attraktion landeten wir zum guten Schluss im Shop, leider schien hier aber schon der Auverkauf stattzufinden, es gab nicht allzuviele Produkte. Da findet man im Internet deutlich mehr. Fazit zur spontanen Schnapsidee Doctor Who Experience: Es war einfach toll, ein Highlight des Urlaubs!

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Wir schwingen uns wieder auf die Fahrradsättel, kaufen noch ein wenig ein und versuchen dann am Bahnhof ein Großraumtaxi zu bekommen, dass uns mitsamt unserer Räder wieder auf den Stellplatz bringt. Nach kurzen Unklarheiten, wo denn eigentlich unser Stellplatz ist, erreichen wir dann wieder unser Wohnmobil.  Wir haben dann später gelernt, dass in Großbrittanien jedes Areal seine ganz eigene Postleitzahl hat. Man braucht also garnicht Straße, Hausnummer.  PLZ sondern nur den Postcode und erreicht ziemlich viel exakt sein Ziel. Toll – wenn man’s weiß.

Heute machen wir uns auf Richtung Cornwall. Vorher besichtigen wir aber noch das Tredegar Herrenhaus in Newport, liegt direkt auf dem Weg und wir können zum ersten Mal Gebrauch von unserer National Trust Mitgliedschaft machen, mit der für uns hier der Eintritt frei ist. Das Tredegar House ist ein altes Herrenhaus, in dem im Laufe der Jahre ein paar wohl exzentrische Persönlichkeiten gelebt haben. So hielt der letzte Hausherr wohl einen ganzen Reptilienzoo in seinem Schlafzimmer…. Toll hier ist, dass es direkt am Anfang eine Verkleidungskiste für Kinder gibt. So kann man das Haus in zeitgenössischer Kleidung besichtigen. Außerdem wurde hier die Folge von Doctor Who gedreht, in der Torchwood gegründet wird. Ach, wir sind schon wieder bei Dr. Who 😉 …

Der National Trust ist hier super organisiert. In beinahe jedem Raum ist ein Guide präsent, der oder die uns alles mögliche zum jeweiligen  Raum und zur Geschichte der Bewohner erzählt. Toll finden wir vor allem den Korridor, in dem die Glocken läuteten, wenn die Herrschaften das Dienstpersonal angefordert haben. Kennen wir ja so ähnlich schon aus Downton Abbey. Im Tredegar House ist auch noch das erste Telefon der Stadt, mit der Nummer „Newport 1“ zu besichtigen. Alles in allem ein toller Besuch in einem echt britischen Herrenhaus.

Die Fahrt verläuft problemlos, toll finden wir, dass wir eine mautpflichtige Brücke passieren, die Maut aber nur von den Engländern kassiert wird, nicht von den Walisern. Das heißt in Richtung England brauchen wir nicht zahlen. Am späten Nachmittag steuern wir einen Campingplatz in der Nähe von Minehead / Porlock an. Er liegt absolut idyllisch an einem Flüsschen und gehört zu einem Reiterhof. Würden wir länger hier bleiben, wäre Kaylee sicher auch mal zum Pony reiten gegangen. Wir planen hier aber nur eine Übernachtung auf dem Weg nach Tintagel, wir nutzen die gute Infrastruktur des Platzes und waschen eben eine Maschine Wäsche. Hier gibt es wahnsinnig große Waschmaschinen und noch viel größere Trockner. Schnell sind sie auch noch, somit ist das Thema Wäsche innerhalb von eineinhalb Stunden erledigt. Toll.

Tredegar House
Am CP

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht geht es weiter durch den Exmoor National Park Richtung Tintangel. Wie gut, dass wir wieder den britischen Straßenatlas, den wir im letzten Jahr von der netten schottischen Familie in Dunnet Head geschenkt bekommen haben, dabei haben. Denn dieser zeigt uns jetzt direkt mal wieder heftige Steigungen und Gefälle vorhersagt. Wir beraten ein wenig, entscheiden uns dann aber doch, mangels Alternativen, für Augen zu und durch. Leider können wir so die wirklich tolle Landschaft nicht so richtig würdigen und genießen. Wir müssen wieder Steigungen von 25% Prozent hoch, da kommt unser armes, altes Wohnmobil echt an seine Belastungsgrenzen. Wo es mal nicht so steil ist, ist es eng. Die Straßen hier sind wirkich so schmal, da war Schottland nix gegen! Das Problem ist hier, dass es keinen Platz zum ausweichen gibt. Entweder sind die Straßen von Hecken, Häusern oder Mauern begrenzt, beidseitig. Da hilft nur ganz langsam aneienander vorbeifahren und machnmal Augen zu, zumindest als Beifahrer ;-). Wir haben im Vorbeifahren aber auf jeden Fall eine Herde der im Exmoor National Park wildlebenden Ponys gesehen!

Am Nachmittag erreichen wir Tintangel – hier soll, der Legende nach, die Burg stehen, in der der sagenumwobene König Artus gezeugt wurde. Uns gefällt an Tintangel schonmal, dass es mitten im Ort zwei große Parkplätze gibt, auf denen auch das Übernachten mit Wohnmobilen erlaubt ist. Wir steuern zunächst einen Wiesenparkplatz an, dieser ist sehr voll. Wir finden noch ein enges Plätzchen, haben aber schon beim einparken Bedenken, da die Wiese sehr nass und matischig ist. Wir brechen zu einer kleinen Erkundungstour ins Dorf auf. Dabei finden wir dann, quasi nebenan, den nächsten Parkplatz. Dieser ist asphaltiert und der Wohnmobil Bereich liegt ein bisschen separater, zwar auch auf Gras, aber das scheint hier deutlich weniger ausgefahren. Wir parken also, mit Mühe und Not, da wir uns leicht festgefahren haben und aus dem engen Parkplatz kaum rauskommen, auf den anderen Platz um. Viel besser. Nun können wir auch in Ruhe die kleinen Touristenshops, die sich hier aneinander reihen, erkunden. Auch das alte Tintangel Old Post Office, das wir dank National Trust umsonst besichtigen können, ist toll. Das schiefe Häuschen steht schon seit über 700 Jahren steht. Das hat uns  sehr beeindruckt! Wir beschließen gegen Abend noch einen Spaziergang an die Steilküste Richtung Tintangel Castle zu machen. Dies erweist sich als goldrichitg. Es sind jetzt viel weniger Touristen unterwegs, als tagsüber. Am Nachmittag sah der kleine Wanderweg Richtung Klippen nach Völkerwanderung aus. Jetzt ist es wirklich toll. Das Meer und die Felsen sind unglaublich hier. Es ist sehr windig und das Meer tobt unter uns. Auch einen Blick auf die paar Mauerreste der Burg können wir von hier aus werfen. Eine Besichtigung haben wir nicht geplant,  es sind halt wirklich nur noch ein paar Mauerrreste. Wir wandern oder klettern wieder mal fast, den Küstenweg weiter und machen noch ein paar Fotos an einer alten Kirche mit Friedhof. Hier gibt es noch jahrundertealte Gräber. In der Abenddämmerung sehen die keltischen Kreuze mystisch aus… Der Weg bringt uns nun, viel weniger steil als der Hinweg wieder zurück ins Dorf. Wir holen uns noch eine tolle Portion Fish & Chips und essen lecker im Wohnmobil. Der Parkplatz ist mittlerweile fast komplett leer. Nur nch die Wohnmobile sind da. Kaylee lässt noch ein bisschen ihren Drachen auf dem Parkplatz steigen…

Tintangel Old Post Office
Auf dem Weg zum Castle

Heute brechen wir zu einem kleinen Treffen klassischer Hymer Wohnmobile auf. Wir sind Mitglieder dieser Facebook Gruppe, letztes Jahr, auf dem Heimweg von Schotland, wurden wir „angeworben“ und haben seitdem schon ein paar nette Bekanntschaften gemacht und viele wertvolle Tipps bekommen. Toll, dass dieses kleine Treffen der Gruppenmitglieder genau in unseren England Urlaub fällt und in unsere Reiseroute passt. Es findet auf einer Campingwiese direkt auf der Klippe des Bedruthan Steps Strandes statt. Der Platz öffnet nur für zwei Monate im Sommer, alles ist sehr rudimentär – aber der Ausbilick ist gigantisch. Leider ist es an diesem Freitag extremst stürmisch und es hört kaum mal ein paar Minuten auf zu regnen. Trotzdem finden sich mit und mit ein paar alte Hymer ein. In einer kleinen Regenpause schauen wir uns mal kurz von oben den Strand an. Das Meer tost und tobt im Sturm. Toll. Erst am Nachmittag des nächsten Tages wird das Wetter etwas besser, wir besuchen den nahegelegenen National Trust Shop und gehen an den Strand runter. Leider regnet es dann wieder. Abends können wir dann mal die Wohnmobile verlassen und ein paar Worte mit den anderen wechseln. Dann regnet es aber auch schon wieder.. Sonntag morgens scheint dann endlich die Sonne. Alles klettert aus den Kojen und wir verbringen noch ein paar nette Stunden bei Gesprächen, fast alle haben auch Hunde dabei, die ausgelassen über die riesige Wiese toben können. Wir bedauern, dass wir nicht beim großen Treffen, das immer im September stattfindet, dabei sein können…

Trotz Mistwetter ein paar schöne Fotos…

Gegen Nachmittag erreichen wir die Gegend um Land’s End. Aus heute nicht mehr nachzuvollziehenen Gründen landen wir allerdings nicht auf dem von mir seit Jahren anvisierten Campingplatz, auch nicht auf dem Platz des Caravan Club, bei dem wir ja Mitglieder sind, sondern auf einem Platz des konkurrierenen Camping & Caravanning Club.  Toll im Nachhinein, da wir eine nette deutsche Familie kennenlernen und Kaylee sowohl in deren 10-Monate alten Sohn als auch in einem gleichaltrigen englischen Mädchen Spielgefährten findet. Am Nachmittag bringen wir mal unsere Wäschevorräte wieder auf Vordermann, am nächsten Morgen können wir dann, in netter Gesellschaft, bei Sonnenschin draußen frühstücken. Nach dem Frühstück wandern wir nach Land’s End. Wir  waren ja darauf vorbereitet – sind aber dann doch ein klein bisschen geschockt – im Gegensatz zum anderen Ende, John O’Groats in Schottland, ist das hier ein absoluter Touristen-Rummel-Konsum-Terror-Ort. Geschäft reiht sich an Geschäft, es gibt noch ein Kino und natürlich zahlreiche Gelegenheiten zum Essen. Außerdem kann man für, ich glaube 9 Pfund, ein Foto am legendären Wegweiser machen lassen. Wir machen kostenlose Fotos und stöbern ein bisschen nach Souvenirs. Dann beschließen wir mit dem Bus zurück zum Platz zu fahren. Es sind immerhin so knapp sieben Kilometer. Mit dem Bus bekommen wir noch eine kostenlose Rundfahrt durch Sennen Cove, hier muss der Bus drehen! Das ist auch mal ein Erlebnis für sich, da es sich natürlich auch hier wieder mal um Sträßchen handelt, die der normale Deutsche nicht mal mit dem Kleinwagen befahren mag ;-). Wir haben später noch einen extrem schönen Abend bei tollen Gesprächen und unserem letzten Rest Whiskey mit unseren deutschen Platznachbarn. Für solche Begegnungen reisen wir! Es wird spät und wir schauen noch ein paar Minuten in den gigantischen Sternenhimmel – hier, fernab von großen Städten sind Millionen Sterne zu sehen, jetzt wo das Wetter mitspielt.

Sonnenfrühstück
Die Vegetation hier ist der Hammer…
Am Straßenrand
Die Daleks waren auch schon da…

Heute fahren wir nur ein paar Kilometer weiter, nach Marazion. Von hier aus kann man den St. Michael’s Mount erreichen. Ein auf einer Insel liegendes Schlösschen, ehemals als Kloster genutzt und „Partnerkloster“ des gleinamigen Mont Saint Michel in Frankreich. Da uns ebendieser vor zwie Jahren extrem beeindruckt hat, ist klar, dass wir uns auch den Saint Michaels Mount anschauen. Wissentlichm dass dieser viel kleiner ist als der in Frankreich. Die Besonderheit hier in Cornwall, der Mount ist tatsächlich noch eine Insel, zumindest bei Flut. Dann legen im Minutentakt Bötchen ab, die die Besucher rüber zu Insel schippern. Auch wir treffen bei Flut ein und fahren deshalb mit dem Boot rüber. Je nach Flutstand ändern sich wohl auch die Abfahrtspunkte. Nachdem wir angekommen sind, haben wir dank National Trust freien Eintritt und erklimmen den Berg. Das kann man wörtlich nehmen! Hier treffen wir wieder auf interessante Infrastruktur, für einen Ort der so vielbesucht ist. „Das würde in Deutschland der Tüv nicht abnehmen, trifft es wieder ganz gut. Der Weg nach oben ist gelinde gesagt holperig. Kopfsteinpflaster ist nix dagegen, machnmal gibt es aus dem Fels gehauene Brocken statt Treppenstufen. Geländer? Fehlanzeige. Nicht dass uns das stören würde, ganz im Gegenteil, auch schon in Schottland fanden wir diese Art, den Besuchern einfach mal gesunden Menschenverstand zuzutrauen anstatt alles einzuzäunen und tausenmal einzuzäunen extrem entspannt. Und zumindest in England hatten wir das nicht erwartet, gefühlt sind die Engländer doch eigentlich strenger, aufgeräumter oder so, als die Deutschen, oder? Nach dem Aufstieg könenn wir einige Räume des noch bewohnten Gemäuers besichtigen. Schon nett hier, von der Größenordnung allerding keinesfalls vergleichbar mit dem Schwesterberg in der Normandie.(Normandie/Bretagne 2015) Drumherum gibt es einen tollen Garten mit sehr exotischen Pflanzen. Heute leider nicht zu besichtigen. Aber auch so gibt es schon tolle Pflanzen zu sehen. Wir trinken noch einen leckeren Kakao mit Marshmallows draußen auf der Terasse und beobachten die Leute, die schon jetzt den Fußweg zurück an Land nehmen wollen. Das artet teilweise in Schwimmen aus.  Später wandern wir dann auch zurück an Land, mit nur minimal nassen Füßen… 😉

Wir haben leider festgestellt, dass unser Urlaub wieder mal viel zu kurz für das ist, was wir eigentlich noch alles sehen wollen. So entschließen wir uns heute einige Kilometer schonmal in Richtung Osten und somit nach Hause zurückzulegen. Das ist immer ein bisschen traurig, wenn es nicht mehr weiter westwärts geht (wir waren ja immer unsere Touren westwärts…) und wir quasi „umkehren“ müssen. Wir fressen also Kilometer, unterwegs besichtigen wir noch ein nettes National Trust Herrenhaus, das Montacute House. Als Ziel für den kommenden Tag haben wir Stonehenge gesetzt. Wir halten Ausschau nach einem Übernachtungsplatz für den Abend, als wir schon an Stonehenge vorbeifahren. Man kann den Steinkreis von der Schnellstraße aus sehen. Da schlechtes Wetter und es schon recht spät ist, planen wir kurzerhand um und besichtigen Stonehenge sofort. Unsere Planung geht insofern auf, dass die Besucheranzahl wirklich sehr überschaubar ist, dass wäre mittags sicher ganz anders. Das schlechte Wetter tut sein Übriges, selten sind wir so nass gewesen. Wir werden mit dem Bus bis zum Steinkreis gefahren, bei schönem Wetter würden wir jezt ganz gemütlich entlang schlendern, zwischendurch mal stehenbleiben und uns die Hintergrundinfos von unserem Audioguide anhören und so. So machen wir jetzt Besichtigung auf japanisch: Einmal schnel rum, paar Fotos machen und dann schnell wieder ins Trockene. 😉 Nichtsdestotrotz ist dieses Bauwerk absolut beeindruckend, dass hier zur Sommersonnenwende eine mystische Atmosphäre herrschen muss, kann man sich gut vorstellen. Wir kaufen noch ein paar Souvenirs und schauen uns noch kurz die Ausstellung an – eigentlich zieht es uns aber in unser gemütlich warmes Wohnmobil zu unseren trockenen Klamotten.

Einen Übernachtungsplatz haben wir ja nun immer noch nicht. Nun ja, wir wälzen mal unsere  Stellplatzführer und studieren die Karte. Dabei lasse ich dann mal so nebenbei einfließen, dass wir nur eine halbe Stunde von Highclere Castle, dem aufmerksamen Fernsehzuschauern besser bekannt als „Downton Abbey“, entfernt sind. Also fahren wir mal dort hin, in der leisen Hoffnung, dort vielleicht einen Parkplatz mit Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Wir schaffen es bis in die Zufahrt, weiter darf man aber außerhalb der Publikumsöfffnungszeiten nicht. Also nix mit übernachten hier. Aber morgen wollen wir das Castle besichtigen, falls wir denn reinkommen. Auf der Website wird empfohlen die Tickets vorzubuchen – und die sind restlos ausverkauft. Aber es gibt wohl auch noch ein tägliches Kontigent für Spontanbesucher. Darauf hoffen wir nun.  Ein paar Kilometer weiter finden wir dann auch noch ein Plätzchen auf einem kleinen Campingplatz. Alles gut für heute….

Wir starten recht zeitig nach Highclere Castle, natürlich in der Hoffnung noch Einlass zu erhalten. Wir haben nicht auf den Tacho geschaut, aber die Zufahrt ist so geschätzt 1,5 lm lang. Das Grundstück ist riesengroß.  Wir haben dann Glück bei den Tickets und schönes Wetter. Wir müssen kurz Schlange stehen und werden dann gruppenweise eingelassen. Leider darf man drinnen keine Fotos machen. Aber es ist gigantisch! Es ist genau wie in der Serie, man betritt zuerst die gigantische Bibliothek und den Salon. Wie man dann erkenenn kann, hat Downton Abbey wirklich in genau dieser Kulisse gedreht. Sogar die Möblierung und die Gemälde sind genau die gleichen, wie in der Serie. Danach geht man durch das Damenzimmer und noch ein Zimmer, dass in der Serie nicht vorkommt. Man erreicht über eine Nebentreppe das Obergeschoss. Hier kann man viele der Schlafzimmer anschauen und läuft dabei über die Galerie mit tollem Blick in die große Halle. Über die „Showtreppe“ geht man dann wieder nach unten und kann sich die Halle ansehen. Beeindruckend! Danach geht es in den Keller. Der in der Serie gezeigte Bereich der Bediensteten ist übrigens nicht hier gefilmt worden, sondern im Studio. Somit kann man in diesem Bereich nur noch die Dienstbotentreppe kennen. Danach gibt es natürlich noch den obligatorischen Shop. Außerdem kann man noch beliebig lange die Gardens besichtigen. Und hier könnte man vermutlich Tage! verbringen. Das Gelände ist gigantisch groß. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, der Eintritt war natürlich recht hoch, aber das „Downton Feeling“ war toll! Unser diesjähriger Urlaub hätte wohl auch die „Drehorte-Tour“ heißen können ;-).

Recht nah bei Dover, von wo aus unsere Fähre übermorgen fährt, liegt noch die Ruine des Bodiam Castle. Diese wollen wir noch besichtigen. Wir suchen eigentlich nach einer Certified Location in der Nähe, haben aber heute irgendwie Probleme mit dem GPS und brauchen ein wenig um diese zu finden. Leider hat sie dann aber auch keinen Platz mehr für uns. So fahren wir auf einen Club-Platz in der Nähe.

Am nächsten Morgen besuchen wir Bodiam Castle. Es sind zwar teilweise nur noch Mauerreste vorhanden, trotzdem kann man sich ganz gut vorstellen, wie die Hallen mal aussahen. Es muss eine große Wasserfestung gewesen sein… Für Kinder gibt es noch die Möglichkeit Bogen zu schießen und ein Foto mit einer echten Eule zu machen. Der National Trust macht wirklich immer ein schönes Rahmenprogramm. Wir genießen zum Urlaubsabschluss noch einen echten Cream Tea (ich) bzw. Baked Potato mit Beans (mein Mann) im NT Cafe. Schön draußen im Sonnenschein…Zurück zum Campingplatz geht es wieder durch arg enge Sträßchen. An einer Hecke verabschiedet sich doch dann glatt unser linker Außenspiegel. Kann man zum Glück einfach wieder anschrauben, kaputt ist er nicht.

und wieder enge Straßen
Bodiam Castle
Cream Tea

Wir verbringen einen ruhigen letzten Abend auf dem Campingplatz und machen uns am nächsten Morgen zeitig auf nach Dover. Wir haben natürlich die leise Hoffnung, dass wir wieder, wie auf der Hinfahrt eine frühere Fähre nehmen können. Nach dem Auffahren auf die Autobahn verabschiedet sich dann plötzlich wieder der linke Außenspiegel. Hielt scheinbar doch nicht mehr so gut…

Wir komen ungefähr zwei Fähren zu früh am DFDS Terminal an. Leider geht unser Plan nicht auf, wenn wir die nächste Fähre nehmen wollten, müssen wir einen saftigen Aufpreis zahlen. Wir entscheiden uns dagegen und werden somit wieder komplett aus dem Hafengebiet rausgelotst. Also alle Sicherheitschecks und Warterei umsonst… Dover ist schon eine recht große Stadt und wir wissen zunächst mal nicht so recht wo wir denn jetzt einen Parkplatz finden können, auf dem wir so drei bis vier Stunden bleiben können. Mir kommt die Idee einen großen Supermarkt anzufahren, die haben ja auch große Parkplätze. Also mal eben Tesco ins Navi eingegeben, bingo. Außerhalb von Dover im Gewerbegebiet gibt es einen Tesco. Dann kommt uns die Idee besser einen Autoteileshop zu suchen, auf dem Kontinent wird uns der linke Außenspiegel schon sehr fehlen. Zuerst finden wir in diesem Gewerbegebiet einen Baumarkt, aber anders als deutsche Baumärkte gibt es hier gar kein Autozubehör. Wir befragen nochmal das Internet und finden einen Autoshop. Der hat aber leider nur Spiegel zum Einkleben aber keine Gehäuse. Wir kaufen einen Minispiegel, aber der lässt sich auch nicht richtig befestigen. Marco dreht aber die Rückfahrkamera so, dass sie quasi wie ein Außenspiegel funktioniert. Zur Not geht das. Wir kaufen auch noch ein paar Lebensmitel ein und können dann später auf die Fähre. Die Überfahrt vergeht schnell beim Abendessen und einem Bummel durch den Shop. Auf dem Außendeck sehen wir die Sonne untergehen. Von Dünkirchen aus sind wir dann nach ungefähr vier Stunden wieder zuhause…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusammenfassend hatten wir einen wunderbaren Urlaub. Wales hat uns allerdings wesentlich besser gefallen als Südengland, obwohl Wales ja eigentlich nur Bonus war und Südengland das erklärte Ziel, seit Jahren. Wales erinnerte uns mehr an Schottland: Weniger Menschen, mehr Natur und mehr Gelassenheit. England war wesentlich voller, sowohl an Menschen, als auch an Autos und Touristenattraktionen. Die Waliser strahlten irgendwie etwas Lässigeres aus, ähnlich den Schotten. Selbst in Cardiff, der Hauptstadt, ging es entspannt zu. Wales, vor allem den Norden, den wir zeitlich nicht mehr besuchen konnten, werden wir auf jeden Fall nochmal besuchen. Wahrscheinlich in Verbindung mit einer intensiveren Besichtigung von Schottlands Westen. Nach Südengland zieht es uns eigentlich nicht mehr. Lands End und Stonehenge, unsere „Must-see’s“ dort haben wir gesehen, das ist ok jetzt. Wir können von uns sagen, dass wir beide „Ends“ – John O’Groats und Land’s End besucht haben, zwar nicht in einer Tour, aber was soll’s? 😉

Das Fahren mit dem Wohnmobil war in Südengland wesentlich anspruchsvoller als in Schottland. Die Autobahnen sind verkehrstechnisch eine absolute Katastrophe, schlimmer als im Ruhrgebiet. 😉  Gefühlt von Stau zu Stau. Die kleinen Landstraßen sind zu großen Teilen auch einen Katastrophe, weil sie so schmal sind und in der Rgel beidseitig von Hecken oder Bergen begrenzt werden. Keine Möglichkeit auszuweichen. Das fanden wir in Schotttland deutlich besser gelöst. Dort war der Bewuchs nicht so hoch und man konnte notfalls mal auf den Grünstreifen ausweichen und vor allem waren dort alle Straßen, die so derart schmal waren, Single Track Roads. Das heißt man fährt in eine Ausweichbucht wenn Gegenverkehr kommt. In England versucht man sich halt auf Biegen und Brechen aneinander vorbeizuquetschen. Sehr unentspannt, das Ganze.

Wie so oft waren die ungeplanten Erlebnisse im Nachhinein die Besten. Zum Beispiel die Besuche der Doctor Who Experience bzw. der ganze Radtrip nach Cardiff und Highclere Castle. Die Gegend bei St. Davids und der Blue Lagoon, die wir ohne die Empfehlung der englischen Familie nie angesteuert hättten, war ebenfalls traumhaft schön.

Absolut gelohnt hat sich auch die Mitgliedschaft im National Trust. Ingesamt haben wir so ca. 30 Pfund gegenüber den Einzeleintrittsgeldern gespart. Aber vor allem haben wir so einige tolle Sehenswürdigkeiten so auf dem Weg „mitgenommen“. Das würde man vermutlich nicht machen, wenn man jedes Mal extra Eintritt zahlen müsste und manchmal, weil schon nachmittag ist nur noch ein oder zwei Stunden Zeit für die Besichtigung hätte.   Besonders das Tredegar House bei Cardiff / Newport hat uns sehr beeindruckt.

Unser Fazit: Wales wir kommen irgendwann wieder!

Nordfriesland & Rømø

Tag 1 & 2 ~ St.-Peter-Ording

Am Nachmittag erreichen wir St.-Peter-Ording. Der Stellplatz ist ganz ordentlich angelegt, wenn auch nichts Besonderes. Extrem bedienerunfreundlich ist allerdings das System, bei dem man eine sogenannte SEP-Karte an einem Automaten ziehen muss. Diese kann man nur bar mit Münzen zahlen, dafür gibt es direkt daneben aber einen Wechselautomaten. Auf diese Karte kann man dann noch Geld einzahlen, um bspw. Strom am Stellplatz zu zahlen. Auch gibt es ein Sanitärgebäude, das wir aber nicht angeschaut haben. Der Preis von 1 € pro 1 Minute! duschen hat uns dann doch sehr verschreckt…

Für den Stellplatz spricht, dass er sehr zentral beim SPO Ortsteil Dorf liegt. In ca. zwei Minuten Fußweg ist man bei der Touristeninformation und einigen kleinen Geschäften sowie Restaurants. Bis zum nächstegelegenen Strandabschnitt sind es so knapp zwei Kilometer.

Dorthin machen wir uns natürlich auch direkt auf, dafür sind wir ja schließlich hier. Kaylee bewaffnet sich mit der neuen, unkaputtbaren Schaufel und los gehts. Schon von weitem erkennen wir die für St.-Peter-Ording so typischen Pfahlbauten. Wir laufen ein bisschen am Strand rum, Kaylee versucht sich bis nach Australien durchzugraben und der  Hund ist wie immer schmutzig und hat Spass.

 Am nächsten Morgen haben wir dann in Erfahrung gebracht, dass aus unserem Plan mit de Wohnmobil an den Strand zu fahren leider nichts wird, dies geht wohl nur in der Sommersaison :(.  Also laden wir die Fahrräder ab und machen uns mit dem Fahrrad auf Richtung Seebrücke. Dort gehen wir an den Strand, es ist neblig. Im Anschluss bummeln wir noch durch ein paar kleine Geschäfte und essen eine Kleinigkeit in der Fußgängerzone, direkt vor der Seebrücke. Auf dem Rückweg erstehen wir (wieder mal) Drachen. Ein tolles Piratenschiff und Kaylee kauft noch einen kleinen Taschendrachen. Das passt zum Thema: Wie wir gestern schon gesehen hatten, gibt es in unmittelbarer Nähe zum Stellplatz diese Woche, anlässlich der „Märechentage“ ein Piratenlager. Bei uns würde es Mittelaltermarkt heißen, hier hängt man zusätzlich ein paar Muscheln und Netze an die Marktstände und trägt ein Piratentuch, somit sind es dann – maritim passend – Piraten. Macht aber nix. Ist ganz nett hier mal langzuschlendern, unsere Tochter produziert an einem Stand ihren eigenen Geldbeutel aus Leder. 

Wir beschließen, dass wir weiter Richtung Norden fahren wollen. Unser Fernziel ist ja schließlich Dänemark. St.-Peter-Ording war, wie immer, schön. Hier gibt es einfach eine tolle Mischung aus Sandstrand, Touristenlädchen, Gastronomie und die Pfahlbauten machen irgendwie den einzigartigen SPO – Flair…

Wir fahren also einfach mal drauflos. Nach kurzer Recherche im Stellplatzführer und einigen Kilometern landen wir auf Nordstrand. Kleine Insel, verbunden durch einen Damm mit dem Festland. Hier finden wir einen wunderbaren Wohnmobilstellplatz, wobei es eigentlich schon als vollwertiger Campingplatz durchgeht. Toll angelegt direkt am Deich (mit Deichschafen), super große, durch Hecken getrennte Parzellen. Ein sehr ansprechendes Sanitärgebäude zur kostenlosen Nutzung gibt es auch. Außerdem noch tolle Kleinigkeiten, wie einen Büchertauschschrank oder die Möglichkeit ein Elektroauto zu mieten. Das alles untergebracht in einem ehemaligen Bauernhof, toll renoviert. Der rustikale Charakter wurde beibehalten und superschön modernisiert. Im Bad gibt es sogar echte Pflanzen. (Hat mich beeindruckt! 😉 

Wir lassen noch ein bisschen die Drachen auf dem Deich steigen, aber es ist arg fieses Wetter. Also nutzen wir noch das tolle (warme!) Sanitärgebäude für eine heiße Dusche und machen es uns dann im Wohnmobil gemütlich

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Tag 3 & 4 ~ Auf nach Rømø

Da wir Nordstrand nur für die Zwischenübernachtung nutzen wollten und es hier auch scheinbar auch wieder nur Watt und Deich und Wiese zu sehen gibt, deutsche Nordseeküste halt, machen wir uns auf weiter gen Dänemark.

Nach doch so einigen Kilometern immer nur durch plattes Land, kleine Dörfer (es scheint nur noch nach Sylt und sonst nirgends hin zu gehen) erreichen wir die dänische Grenze. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Rømø-Damm. Die Insel ist schon auf den  ersten Blick traumhaft schön. Sie scheint in Gänze nur aus Sand, Dünen, ein paar Kiefern und roten Holzhäuschen zu bestehen. So wie man sich halt Skandinavien vorstellt. Wir schauen uns zuerst den Autotstrand und auch das Einkaufszentrum bei Lakolk an. Zuerst hab ich Panik, mit dem Wohnmobil den Strand zu befahren, während Kaylee und ich aber schon Richtung Wasser unterwegs, kommt mein Mann dann natürlich doch angefahren. Ist schon toll, mitten am Strand vor dem Wohnmobil Kaffee trinken zu können…

Direkt bei Lakolk gibt es einen Campingplatz, der hat aber gerade Mittagspause. Wir schauen in die Stellplatz App und finden glücklicherweise den grandiosen Stellplatz Oasen. Ungelogen der Schönste Wohnmobilstellplatz, den wir je besucht haben! Ich hätte mehr Fotos machen sollen. Die Stellplätze sind um einen runden See angelegt. Einchecken geht per Bankkarte. Man bekommt eine Karte, mit der man dann Strom buchen und das Sanitärgebäude nutzen kann. Das Sanitärgebäude ist nagelneu, man kommt sich vor wie im Wellness-Tempel, mit riesiger ebenerdiger Regendusche etc.. Echt toll. Außerdem gibt es noch einen großen Aufenthaltsraum mit Fernsehen. Auch alles ganz neu eingerichtet, ordentliches WLAN gibt es auch. Einfach nur zu empfehlen!

In der Nähe liegt das Dörfchen Havneby, quasi die „Hauptstadt“ von Rømø. Wir erkunden sie mit dem Fahrrad, es sind ca. zwei Kilometer vom Stellplatz aus, ungefähr drei Kilometer sind es bis zum, ebenfalls atemberaubend breitem Strand. Auch hier kann man ihn mit dem Auto (oder Wohnmobil) befahren. Weil es hier so schön ist, bleiben wir gleich zwei Nächte.

Auf zum Strand
Sønderstrand
Stellplatz Oasen
Havneby Hafen
Skaninavien Idyll

 

 

Tag 5 ~ Friedrichstadt

Wir verlassen Rømø bei Sturm und Regen und einem gemütlichen Frühstück im Wohnmobil am Strand – (ein Traum, oder?). Unser Ziel ist Friedrichstadt, schon oft gehört, die „Holländerstadt“ soll schön sein. Wir steuern den dortigen Stellplatz an, dieser liegt fußläufig zur Stadt. Wir erkunden die Stadt, die mit den Friesengiebelhäusern und den Grachten wirklich sehr idyllisch ist. Leider ist es sehr regnerisch, im Sommer muss eine Grachtenfahrt hier toll sein.

Auf dem Stellplatz wandere ich noch ein bisschen auf dem danebenliegenden Deich zur Eider herum, mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und es gelingen noch ein paar schöne Fotos.

 

 

Tag 6 ~ Tecklenburg

Heute wollen wir schonmal einen guten Teil der Strecke nach Hause zurücklegen, das gelingt nur bedingt, da wir permanent im Stau stehen. Ein Hoch auf deutsche Autobahnen :-(. So schaffen wir es dann nur bis kurz vors Münsterland. Tecklenburg ist in der Nähe, da wir immer vom Städtchen vorgeschwärmt bekommen, schauen wir es uns auf einem kleinen Spaziergang an. Der mittelalterliche Stadtkern mit seinen Fachwerkhäusern und netten kleinen Geschäften ist wirklich sehenswert. Ein großer Highlight im Sommer sollen die Musical-Aufführungen auf der Freichlichtbühne sein. Es lohnt sich bestimmt, hier im Sommer nochmal hinzukommen. In der Nähe der Stadt finden wir auch einen Campingplatz, mit Wohnmobilstellplatz vor der Schranke. Für 10 Euro die Nacht können wir aber trotzdem alles vom CP mitbenutzen. So wird es dann noch ein schöner Abend mit einem tollen Essen, Kinderdisco und Bingo. Ein schöner Abschluss unseres Herbsturlaubes, bevor es am nächsten Tag dann wieder  nach Hause geht…

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Brügge sehen…?

Brügge – eine Liebeserklärung…

Brügge in Belgisch-Flandern haben wir nun schon einge Male besucht, sowohl früher mit dem Auto als auch mit dem Wohnmobil. Brügge ist für uns eine der schönsten Städte überhaupt. Mindestens so schön wie Paris, wirklich, im Ernst! Obwohl natürlich viel kleiner, wahrscheinlich sogar genau deshalb. Einen sehr zentral gelegenen Wohnmobilstellplatz gibt es in Brügge direkt neben dem Halte- und Parkplatz für Reisebusse. Der Stellplatz hat zwar nur den Charakter eines Parkplatztes, aber alle Parkbuchten sind ausreichend groß und haben eine Stromversorgung. Ver- und Entsorgung gibt es natürlich auch. Zu Fuß ist man in ca. 10 Minuten in der Innenstadt. Der Weg führt durch einen Stadtpark. Besser und innenstadtgünstiger kann man kaum übernachten. Trotz der zentralen Lage ist es nachts ruhig – wir konnten immer gut schlafen. Zuletzt betrug der Preis für 24 Stunden hier 25,00 €,  im Winter? 19,00 € – für einen Stadtplatz inklusive Strom finden wir das durchaus ok.

Brügge hat mit seinen unglaublich reich verzierten Häusern, den kopfsteingepflasterten Gassen und den hindurchstreifenden Pferdekutschen, gezogen von robusten Kaltblütern unglaublich viel Charme. Zu Fuß hindurchzutrödeln ist fast wie eine kleine Zeitreise. Nur zu toppen durch eine Bootsfahrt durch die Brüggener Grachten, hier ganz nah an den alten Häuschen, deren Fenster und Terassen bis fast ins Wasser ragen, vorbeizugleiten – um einen herum die Schwäne, unter den Bogenbrücken durch – man könnte sich fast im Mittelalter wähnen.

Auf dem „Minnewater“ findet sich immer eine Vielzahl von Schwänen, einer Legende zufolge muss die Stadt Brügge hier auf ewig Schwäne halten… Auf jeden Fall sind die Schwäne auch gerngesehene Begleiter der Grachtenrundfahrten…

Bootsfahrt durch die Grachten

Durch eine Sturmflut war Brügge ab 1134 durch einen Seearm, den Zwin, direkt mit der Nordsee verbunden, dies war der Beginn der Entwicklung Brügges zu einer der führenden Seehandelstädte in Europa.  Die Region um Brügge wurde zum Zentrum der Textilherstellung, und insbesondere des Tuchhandels. Außerdem wurden in Brügge unter anderem auch Gewürze, Pelze und Lammfelle gehandelt. Das goldene Zeitalter Brügges hielt bis zur Versandung des Seearms Ende des 15. Jahrhunderts an. Damit verlor Brügge den direkten Zugang zur Nordsee und verarmte daraufhin

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Der zentrale Platz in Brügge ist der Grote Markt, eine riesige Freifläche umgeben von historischen Gebäuden. Im Mittelalter war der Grote Markt und die dort erbaute Waterhalle auf dem Seeweg erreichbar. Die Waterhalle war eine Lagerhalle für Tuch, die Güter konnten hier in einem überdachten Hafen gehandelt werden. Auch heute noch ist der Grote Markt ein beeindruckender Platz, man kommt sich vor wie in einer anderen Zeit. Hier befindet sich auch der Belfried, der Handelsturm von Brügge. Besonders zur Weihnachtszeit, ist der Grote Markt eine echte Attraktion.

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Als Inspiration für einen Brügge Besuch empfiehlt sich der völlig abgedrehte Film „Brügge sehen – und sterben…?“ – hier gibt es einige schöne Bilder der Stadt zu sehen und auch der Belfried spielt eine zentrale Rolle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Attraktion hier ist seit einiger Zeit das Historium. Hier kann man eine interaktive Zeitreise, mit Thema Brügge unternehmen. Wir haben das Historium besucht, der Detailreichtum und die Art der Präsentation ist wirklich eine gelungene Mischung aus Kulissen, Multimedia und auch Düften etc.. Die Geschichte ist allerdings mehr fiktiv, als eine wirkliche Geschichtsstunde über Brügge. Alles in allem aber echt sehenswert, vor allem da man einen Audioguide in seiner Sprache bekommt und somit wirklich alles genau verstehen kann.

Der Belfried bei Tag
und bei Nacht.
Historium Brügge

Als kleine Einstimmung für einen Brügge-Besuch empfiehlt sich der komplett abgedrehte Film „Brügge sehen – und sterben?“. Hier sieht man einige schöne Plätze der Stadt und auch der Belfried spielt eine tragende Rolle…

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Schottland

………...FREIHEIT………. 

(Zitat William Wallace „Braveheart“) 😉

Während unserer Reise durch die Bretagne in 2015 machten wir die Bekanntschaft einer Familie, die mit ihrem alten Wohnmobil schon durch Schottland gereist waren. Just in diesem Moment wurde unser Wunsch, auch nach Schottland zu fahren, geboren…  Was wir über Schottland wussten zu diesem Zeitpunkt? Nichts – außer den Klischees über Kilts, Dudelsäcke und natürlich Braveheart.

Prolog

Da unser Reiseziel Schottland ja im Grunde schon fast ein Jahr vor Reisebeginn feststand, gab es natürlich viel Zeit vorab Informationen zu sammeln und sich inspirieren zu lassen. Diverse Reiseblogs im Internet geben hier wirklich nützliche Tipps und – noch wichtiger – inspirierende Fotos. Am allerbesten gefallen mir hier die Reiseberichte der Familie Seifert auf www.transitfrei.de . Auch für einige unserer kürzeren Reisen und Wochenendtrips fanden wir hier schon viele Tipps.

Den ersten Reiseführer und einen obligatorischen Schottenrock bekam Marco schon im Dezember geschenkt. Es handelte es sich um einen Reiseführer aus dem Womo-Verlag – Schottland. Dieser erwies sich zum Sammeln von Zielen und zur groben Planung der Route als sehr hilfreich. Schnell war für uns klar, dass wir die Rundreise genau andersherum als die meisten Anderen fahren wollten. Sowohl im Reiseführer als auch in diversen Blogs wird Schottland in der Regel im Uhrzeigersinn, also beginnend im Westen und endend im Osten bereist. Für uns war eigentlich von Anfang an klar, dass wir im Osten beginnen und im Westen enden wollten. Warum? Keine Ahnung, erschien uns aber völlig logisch, dass wir „gen Westen“ fahren müssten.

Zusätzlich hatten wir noch das obligatorische ADAC-Tourset sowie einige günstig erstandene, gebrauchte (aber somit auch schon ziemlich alte) Schottland-Reiseführer. Alles in allem satt und genug Inspirationsmaterial. Schön war, dass wir ziemlich „ziellos“ würden fahren können, da es kaum „Must-Ziele“ für uns gab. Klar war eigentlich nur, dass wir eine Whisky Distillerie besichtigen, den Norden Schottlands mit John O´Groats und Dunnet Head sowie die Insel Skye besuchen wollten. An einem Wochenende zwei Wochen vor Beginn unserer Reise trafen wir auch einem Stellplatz an der nahegelegenen Maas noch ein Paar, die bereits zwei Mal durch Schottland gereist waren, hier konnten wir bei gemeinsamer Whisky-Probe 😉 noch einige Tipps bekommen. Insbesondere rieten sie uns von der Mitgliedschaft im Caravan Club ab, sie meinten, dass man problemlos genug Übernachtungsplätze findet. Vorher hatten wir ernsthfaft vorgehabt diese Mitgliedschaft abzuschließen, da laut der Vorabrecherche im Internet gefühlt jeder Platz einem der beiden britischen Camping Clubs angehörte. Im Nachhinein war der Tipp völlig korrekt, an keinem Platz wurden wir wegen Nichtmitgliedschaft abgewiesen. Überhaupt war Schottland so „leer“ in der Hauptsaison, dass wir an keinem Platz wegen Vollbelegung abgewiesen wurden. Da haben wir in der Bretagne im letzten Jahr ganz andere Erfahrungen gemacht.

Viele Gedanken haben wir uns über die Wahl der Fähre gemacht – für uns war die Stena Line mit der Verbindung Hoek van Holland – Harwich eine sehr gute Wahl. Die auf der Hinfahrt gebuchte Nachtüberfahrt würden wir allerdings nicht noch mal buchen. Auch wenn wir alle eigentlich nicht anfällig für Seekrankheit sind – wenn man im Dunkeln liegt und schlafen möchte, schlägt das Schaukeln des Schiffs dann doch arg auf den Magen… Die Rückfahrt bei Tag war super. Auch die – auf beiden Überfahrten gebuchte – Kabine war ihr Geld absolut wert. Unser Hund vebrachte die Überfahrten in der Hundebox, zusammen mit einigen anderen tierischen Passagieren. Als toller Service der Stena Line konnte man per Webcam auf einem der Fernsehkanäle jederzeit nachsehen, was die Tiere da unten denn so treiben.

Tag 1-4 ~ Von Oirschot in Holland bis nach Schottland
*

Eigentlich wollten wir ja erst dienstags los, kein Problem die Fähre abends in Ruhe zu erreichen, es sind nur gute 200 km von uns bis Hoek van Holland. Aber wer kann schon zuhause bleiben, wenn das Wohnmobil fertig bepackt zuhause steht? Also machten wir uns schon montags auf Richtung Niederlande. Wir fanden einen wunderbaren Wohnmobilstellplatz direkt an einem Kanal gelegen in Oirschot. So konnten wir uns gemütlich auf unseren Urlaub einstimmen. Es war sehr warm, ein Glück, dass wir den Ventilator dabei hatten. (Es wird allerdings auch die letzte Nacht dieser Reise sein, in der wir einen Ventilator brauchen werden 😉 ) Bereits am nächsten Morgen ist es merklich abgekühlt, es ist sehr windig, fast schon stürmisch. Perfekter Tag um das erste Mal auf eine Fähre zu fahren, ein bisschen mulmig war mir ja auch schon vorher bei dem Gedanken. Als uns der Wind auf dem Weg Richtung Fähranleger aber fast von der Straße pustet, wird mir dann schon Angst und bange. Marco versichert mir immer wieder, dass so große Schiffe fast gar keinen Seegang haben, weil sie so sehr stabilisert sind… (Er wird sich nachts noch wundern…)

Wir sind natürlich viiiiel zu früh da, haben dafür aber Platz 1 in der Warteschlange! Wir kommen noch mit einem älteren Paar aus England ins Gespräch, die mit ihrem Campervan Platz 2 belegen. Immer wieder nett, wie einfach Camper miteinander ins Gespräch kommen…

Die Stena Brittanica im Hafen von Hoek van Holland
Die Stena Brittanica im Hafen von Hoek van Holland

 

Beim Einschiffen werden unsere Pässe genauestens geprüft, vor allem natürlich der unseres Hundes. Erleichterung; alles scheint ok. Impfungen sowie die ein paar Tage zuvor vom Tierarzt verabreichte Wurmkur sind ok, der Mikrochip lässt sich auch problemlos auslesen. Ein Zollbeamter wirft noch einen kurzen Blick ins Wohnmobil, er lässt sich sogar das Badezimmer öffnen. Nein, wir verstecken niemanden im Bad. Wobei es ja nur eine halbherzige Kontrolle ist, in so einem Wohnmobil gibt es noch weitaus mehr Verstecke, wenn man denn wollte. Wir fahren ganz problemlos auf das Ladedeck der Fähre, auch die gebuchten sechs Meter scheinen zu passen, obwohl wir ja mit Fahrradträger mittlerweile ein bisschen länger sind, aber das stört keinen bzw. kontrolliert niemand. Als wir gut geparkt haben, der Hund in der Box verstaut ist und wir unsere Kabine in Augenschein nehmen, fallen mit mehrere große Steine vom Herz. Irgendwie hatte mir das alles Sorge gemacht. Die Fährüberfahrt verläuft absolut problemlos, von unseren Schlafschwierigkeiten mal abgesehen. Vor dem Schlafen gönnen wir uns noch Popcorn und ein Getränk im öffentlichen Bereich des Schiffes. Kaylee ersteht noch ein paar Kuscheltiere im Bordshop.

Der Weckruf am nächsten Morgen ist echt extem früh, schon um fünf Uhr morgens – und das nach so wenig Schlaf. Aber es soll für die Passagiere natürlich noch genug Zeit bleiben, ein Frühstück im Bordrestaurant einzunehmen. 😉 Wir verzichten darauf allerdings, wir haben im Wohnmobil schließlich alles dabei. Die Fahrt von Bord geht dann ganz problemlos, wieder schaut der Zoll unsere Pässe an, fragt was wir denn so vorhaben in Großbrittanien. Ins Wohnmobil schauen möchte hier niemand. Wir steuern direkt einen dem Fährgelände gegenüberliegenden Parkplatz an und machen uns erstmal Frühstücksbrote. Dann stürzen wir uns in den Linksverkehr. Es fühlt sich so verkehrt an, sogar, oder vor allem?, als Beifahrer. Aber es klappt viel besser als gedacht. Wir fahren bis St.-Edmunds-Bury und halten dort auf einem Parkplatz mit ausgewiesenen Wohnmobilplätzen. Hier legen wir uns alle noch ein bisschen hin und halten ein paar Stunden (Vor-)Mittagsschlaf. Frisch ausgeruht steuern wir den dortigen Tesco Supermarkt an und füllen unsere Vorräte auf. Da auf der Fähre ja der Kühlschrank ausbleiben musste, haben wir diesmal nicht viel mitgenommen.

Wir möchten heute noch möglichst viele Kilometer zurücklegen. Dies gestaltet sich auf englischen Autobahnen ziemlich einfach, das würde auch ohne Navi gehen! Wir folgen einfach immer „The North“ – dahin wollen wir ja schließlich.

Wir schaffen es an diesem Tag bis in die Nähe von Leeds, auf den Squires Campsite. Ein recht schmuckloser Platz, direkt neben einem gut frequentierten Biker-Cafe. Wir übernachten hier sehr günstig, das Gelände ist weitläufig. Aber wir wollen einfach nur zeitig schlafen…

 

 

Campingplatz Nahe Leeds
Campingplatz Nahe Leed                [huge_it_maps id="2"]
Nach dem Aufwachen frühstücken wir und machen uns, für unsere Trödel-Verhältnisse recht zeitig, auf – weiter Richtung Schottland. Vorher natürlich noch entsorgen, die Entsorgung besteht hier aus einer alten Toilette (so wie ganz früher, mit Spülkasten oben und Kettenzug zum Spülen), die einbetoniert wurde. Sieht seltsam aus, funktioniert aber einwandfrei.

Am frühen Nachmittag nähern wir uns der schottischen Grenze. Irgendwo in der Nähe von Berwick-upon-Tweed kann ich von der Straße aus rechts zum ersten Mal wieder einen Blick aufs Meer erhaschen.

Meer in Sicht
Meer in Sicht

Und da ist sie – die schottische Grenze! Wir halten natürlich auf dem Grenzparkplatz an um ein paar Fotos zu machen.

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von Kaylee fotografiert – Schottland und wir

Zunächst landen wir im Örtchen St. Abbs – es ist traumhaft schön hier, die Straßen sind allerdings auch sehr eng. Das ist direkt mal ein Härtetest um mit dem Wohnmobil durchzufahren. Nach Durchfahren des Ortes entdecken wir einen Parkplatz, auf dem wir aber laut eingehendem Studium der Beschilderung leider nicht bleiben dürfen, da wir schwerer als zwei Tonnen sind. Außerdem ist die Parkbucht auch eigentlich viel zu kurz für uns. Schade, also weiter. Mehrere schmale Straßen und Wendemanöver später konsultieren wir dann mal unseren Reiseführer sowie die Stellplatz-App um direkt einen Platz für die Nacht zu finden. Unsere App ist hier irgendwie garnicht hilfreich, also fahren wir mal der Beschreibung des Womo-Führers nach, leider schaffen wir es nämlich nicht, unser Navi mit den dort angegebenen Koordinaten zu füttern. Den Campingplatz finden wir, da die Autoren des Buches ihn wegen der Mobilehomes dort meiden. Sie steuern einen Parkplatz auf der gleichen Straße, näher am Strand an. Aber da hier „No overnight parking“ gilt, kommt der für uns nicht in Frage. Schön ist er außerdem auch nicht, wie wir später, als wir zu Fuß dort vorbeikommen, feststellen werden. Der Campingplatz hingegen ist wirklich sehr gepflegt und nett. Ungefähr 800m Fußmarsch und schon sind wir am Strand, zum erstenmal am schottischen Strand. 😉

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Coldingham Sands
Tag 5 & 6 ~ Rosslyn Chapel & Stirling
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Am nächsten Morgen mache ich noch einen traumhaften Spaziergang mit dem Hund durch die Felder rund um den Campingplatz, es ist so idyllisch hier. Ein kleines Bächlein fließt neben dem Weg vorbei, es geht ein Stückchen durch den Wald. Dann landen wir auf einen gemähten Feld und sind dann auf der Steilküste, vor uns das Meer. Wahnsinn…

Neo trinkt nur noch schottisches Quellwasser
Neo trinkt nur noch schottisches Quellwasser
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Coldingham

 

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Wir überlegen intensiv hin und her, welches Ziel wir denn als nächstes ansteuern wollen. Kurzzeitig ist St.-Andrews im Gespräch, auch ein Ansteuern von Edingborough diskutieren wir noch einmal. Eigentlich hatten wir das nicht vor, wir sind eben einfach Dorfkinder, in den großen Städten gefällt es uns in der Regel nie. Außerdem geht Großstadt und Wohnmobil ja doch nicht zusammen. Der Beschluss sieht vor, dass wir uns zunächst Rosslyn Chapel anschauen und als Tagesziel legen wir dann letztendlich Stirling fest. Von hier aus wollen wir Richtung Highlands starten.

Rosslyn Chapel beeindruckt uns sehr, die Steinmetzarbeiten im Innern sind wirklich eindrucksvoll und teilweise so anders, als man das in Kirchen sonst gewohnt ist. Unsere Tochter ist sehr beeindruckt von der Legende um die Meister- und die Lehrlingssäule, bei jeder Fotoshow zu Hause gibt sie die Geschichte wieder zum Besten. Die Legende besagt, dass der Meister eine Säule gefertigt hat und dann auf Reisen ging, in der Zwischenzeit sollte der Lehrling ebenfalls eine Säule gestalten. Als der Meister zurückkehrte und sah, dass die Lehrlingssäule viel schöner als seine eigene wahr, ermordete er den Lehrling in der Kapelle…

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Harmloser und wirklich nett gemacht ist das Quiz, dass Kinder anhand von Fragen durch die Kapelle führt. Auch ein paar Hinweise auf Dan Brown’s Sakrileg, das Rosslyn Chapel ja zu noch größerer Berühmtheit gebracht hat, fehlen natürlich nicht. Auch der Cafe und Shopbereich ist wirklich nett gemacht, hier gibt es noch einige Aktivitäten für Kinder und auch wirklich schönen Schmuck etc.zu kaufen. Marco ersteht gleich mal einen Schottland-Pin aus Metall für seinen Hut.

Stirling erreichen wir schnell und problemlos, hier gibt es noch sehr gut ausgebaute Straßen. Wir nehmen Quartier in der Nähe von Stirling auf dem wunderschönen Campingplatz Witches Craig. Er ist sehr gut besucht, die nette Betreiberin findet aber noch ein Plätzchen auf der Wiese für uns. Wir bleiben lieber ziemlich am Rand, auf Grund starken Regens in den vorhergehenden Tagen ist die Wiese noch ziemlich matschig. Die Sonne strahlt vom Himmel, also schnallen wir unsere Fahrräder vom Träger und machen uns, trotz schon recht später Stunde, noch auf Richtung Wallace Monument – ja, der William Wallace. Für eine Besichtigung ist es allerdings schon zu spät, auch der Preis schreckt uns ein wenig ab. Also ein paar Erinnerungsfotos geschossen, den Braveheart Merchandising Bereich besichtigt und wieder auf die Fahrräder.

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Tag 7-8 ~ The Highlands – Braemar, Balmoral, Tomintoul
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Nach einem ausgedehnten Frühstück, auf dem Platz gibt es sogar Brötchen, fahren wir rein in die Highlands. Durch traumhafte Landschaft, zunächst noch sehr bewaldet, über idyllische Steinbrücken. Überall Bachläufe und alles ist so grün. Hier scheint es viel mehr Nuancen von grün zu geben, als zuhause. Sogar in Regen und Nebel ist hier alles grün. Die Straßen werden merklich schmaler, später dann auch steiler. Wir erreichen die karge Highland-Landschaft. Es sieht genau so aus, wie wir uns die schottischen Highlands vorgestellt haben…

Highlands im Nebel
Highlands im Nebel

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Nach einigen Fotostopps landen wir schließlich im Örtchen Braemar. Hier finden immer im September „DIE“ Highland-Games statt – in der Regel schaut auch die Queen samt Gefolge vorbei, sie weilt um diese Zeit im benachbarten Balmoral Castle. Bei unserem Besuch ist Braemar allerdings wie ausgestorben. Es herrscht eine irgendwie unwirkliche Atmosphäre hier, für mich sieht der Ort so aus, wie ich mir Alaska vorstellen würde. Karg und irgendwie – ein bisschen runtergerockt… Schnell haben wir die Sehenswürdigkeiten des Ortes – Touristeninformation sowie zwei, drei kleine Souvenierläden durch. Wir entschließen uns, doch nicht auf dem Car-Park, den auch unser Womo-Führer als Übernachtungsplatz führt, zu bleiben. Irgendwie ist es uns zu einsam hier.

Braemar
Braemar

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Einsame Serenity...
Einsame Serenity…

Also weiter… Weiter über enge, steile, kurvige Sraßen durch tolle Landschaften. Final landen wir auf dem Balmoral Car-Park. Hier gibt es sogar extra ausgewiesene Wohnmobilplätze, sehr schön gelegen am River Dee, in direkter Nachbarschaft zum Feriensitz der Royals, Balmoral Castle. Wir haben auf dem Parkplatz der Queen übernachtet – hört sich doch gut an, oder? Wir machen noch einen kleinen Spaziergang, schießen ein paar schöne Fotos des Flußes und einer kleinen Kirche. Wir kommen auch am Busparkplatz und Touristenshop von Balmoral vorbei, jetzt ist bereits alles geschlossen, die Ausmaße lassen aber erahnen, was tagsüber hier los sein könnte.

Balmoral

 

Ab heute wird’s abenteuerlich. Unser Navi möchte uns eine winzige Straße mit gefühlten 45 Grad Steigung hochschicken. Wir verweigern uns. Hierbei handelt es sich um eine „B-Straße“ – wir beschließen, immer nur auf „A-Straßen“ zu bleiben, das sind die sogenannnten Hauptstraßen hier. Bei uns würde das gerade mal so als Feldweg durchgehen. Ich verzeichne unseren Weg auf der Schottland-Landkarte des Toursets, wir kommen an einigen Straßen vorbei, die garnicht auf unserer Karte verzeichnet bzw. als „Straße ohne Belag“ angegeben werden. Es gibt wahrlich nicht allzu viele Straßen hier, unsere Weigerung bedeutet somit einen völlig anderen Weg, aber was soll’s, wir sind ja schließlich zum reisen hier.

Es geht weiter rauf, immer durch die Highlands. Heute haben wir traumhaftes Wetter, da macht der Fotostop mit dem geschenkten Kilt doch gleich doppelt so viel Spass…

Weiter durch die Highlands wird die Straße immer steiler, irgendwann müssen wir um eine Kurve, die Straße hat hier 25% Steigung – hört sich nicht viel an – ist aber soviel, dass unsere Räder vorne durchdrehen, irgendwie schaffen Marco und unser gute, alte Lady es dann doch den Berg hoch. Meine Nerven liegen blank und ich bin nur Beifahrerin. Kaylee ist hinten so mit ihrem Tablet beschäftigt, später befragt, ob sie auch Angst gehabt hat fragt sie nur „wieso, was war denn..?“ Kind müsste man sein. Die Strapazen haben sich aber mehr als gelohnt, wir erreichen das Dorf Tomitoul – und wundern uns, warum hier wohl so viele Autos rund ums Dorf geparkt stehen, dann entdecken wir auch schon die ersten Schilder. Hier starten genau ein paar Minuten später die örtlichen Highland Games. Toll. Das Glück ist uns wirklich hold, sogar einen Parkplatz finden wir auf dem zentralen Parkplatz mitten im Ort. Dieses wird übrigens auch als Wohnmobilstellplatz genutzt. (Wie wir dann Ende August in Düsseldorf erfahren, gehört das Hymermobil, welches auf dem Stellplatzfoto in unserer Stellplatz-App Camper Contact auf diesem Platz steht, einem netten niederländischen Herrn, der Camper Contact auf der Camping Messe Caravan Salon vorstellt und dessen Sohn in Schottland lebt… So klein ist die (Camper-)Welt.) 😉

Also los, wir folgen den Menschenmassen ein paar hundert Meter durchs Dorf. Gerade als wir am Sportplatz, auf dem die Games stattfinden, beginnt das Fest auch schon mit dem Aufzug der Ehrengäste samt schottischen Dudelsackkapellen. Mehr Schotlandklischee geht nicht. Es ist einfach toll. Mir macht die Live Dudelsackmusik echt Gänsehaut, so schön ist es. Leider ist das Wetter mittlerweile deutlich schlechter geworden, es ist superkalt, zeitweise regnet es auch. So bleiben wir leider nicht allzu lange – die Heavy Games – insbesondere das berühmte Baumstammwerfen – verpassen wir leider.

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Wir schauen uns noch kurz den Souvenirshop des Dorfs an und fahren dann, nach einigem Zögern weiter. Da es jetzt auch noch regnet, haben wir wirklich Bammel, nochmal an so eine extreme Steigung zu gelangen. Auf nasser Straße würden wir dann tatsächlich samt Wohnmobil den Berg rückwarts wieder runterrutschen. Als der Regen nachlässt, fahren wir weiter. Sehr viel später erfahren wir, dass wir in Tomintoul im höchsten Dorf der Highlands warten. Hier wird auch einer der Speyside Whiskys, ebenfalls mit dem Namen Tomintoul destilliert. Als Andenken nehmen wir eine kleine Flasche Tomintoul mit nach Hause.

Wir halten uns jetzt immer Richtung Inverness, es geht auch merklich wieder runter. Auch die Straßen nehmen jetzt wieder eher die Gestalt von Straßen, als denn von Feldwegen an. Inverness ist uns schon von weitem zu groß, wir halten nur kurz an einer Touristeninformation. Die Mitarbeiterin hier ist superfreundlich, sie druckt uns extra noch ein Verzeichnis der Campingplätze in der Gegend aus. Wir fahren weiter auf die Black Isle, nach Fortrose am Moray Firth.

Tag 8 & 9 ~ Auf der Black Isle am Moray Firth *

Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wissen: Fortrose/Rosemarkie liegt am Channonry Point – berühmt dafür, dass hier die nördlichste Delfinkolonie der Welt lebt. Während wir Richtung Campingplatz am Wasser entlang fahren, meine ich einen Delfin gesehen zu haben. Mein Mann erklärt mich natürlich für verrückt. Als die nette Campsite Besitzerin uns beim Einchecken fragt, ob wir nachher, wenn die Flut abends kommt, noch die Delfine angucken gehen, glaubt er mir dann plötzlich! Die Lage des Campingplatzes ist grandios, wir stehen unmittelbar am Strand. Kaylee und ich machen uns dann abends natürlich auch noch Richtung Landzunge Channonry Point auf, Marco hat Probleme mit seinem Fuß und bleibt lieber im Wohnmobil. Es ist noch ein guter Fußmarsch bis zur Landspitze, aber immer am Strand entlang natürlich sehr schön. Aufpassen muss man lediglich auf Golfbälle, ein großer Golfplatz liegt unmittelbar neben dem Strand. So findet Kaylee dann, neben vielen Muscheln, auch einen Golfball als Strandgut. Ist mal was Anderes ;-).

Einige Leute haben sich schon zum Delfine-gucken versammelt, hier sieht man das Feinste vom Feinen an Fotoausrüstung. Tatsächlich sieht man viele Delfine beim Fischen, sie springen und toben, kommen bis auf 10-20 Meter an den Strand ran. Für uns ist es das intensivste Tiererlebnis, das wir jemals hatten. Delfine in freier Wildbahn, ich bin heute noch ganz sprachlos, wenn ich daran denke.

CP Fortrose
Channonry Point
Kirchenruine in Fortrose

Völlig überwältigt von den Delfinen, beschließen wir noch einen Tag zu bleiben, damit Marco am nächsten Tag mit zu den Delfinen gehen kann (Kaylee und ich wollen sie natürlich auch unbedingt nochmal sehen…) Am Nachmittag machen wir einen kleinen Spaziergang durch Fortrose, ein nettes kleines Dörfchen. Hier entdecken wir auch noch eine wirklich gut erhaltene Abteiruine.  Wir kaufen noch ein Eis im kleinen Co-Op und machen uns dann zeitig wieder auf Richtung Campingplatz und Richtung Chanonry Point. Mein Mann natürlich gut ausgerüstet mit Kamera. Heute ist es noch besser als am Tag vorher, die Delfine kommen noch näher an den Strand, auch ein Babydelfin taucht immer wieder auf.

Heute ziehe ich zu Kaylee ins Hubbett um, wir sind jetzt schon so weit nördlich, dass es nicht mehr so richtig dunkel wird. Das kann ich natürlich durch die große Scheibe vorn viel besser beobachten. Im diffusen Halbdunkel sieht man gegenüber des Wassers die Lichter von Inverness…

Tag 10 ~ Helmsdale und Wick *

Nach einer ruhigen Nacht, hier ist wirklich nix los, wunderbar – fahren wir weiter gen Norden. Unser Zwischenziel für heute ist Helmsdale, hier soll es laut unserem Womo-Reiseführer sehr nett sein und es gibt ein sehenswertes Museum. Helmsdale selbst wirkt sehr ausgestorben, als wir ankommen. Wir parken auf dem Wohnmobilparkplatz am Hafen, hier sind auch einige andere Mobile. Am Fluss entlang gehen wir ein paar Meter bis zum Timespan Museum, es ist ganz nett, aber nicht unbedingt einen Besuch wert. Naja… Es scheint zwischenzeitlich mal umgestaltet worden zu sein, liest sich so, als wäre es zur Zeit des Besuches der Autoren spektakulärer gewesen. Wir laufen noch duch das sehr überschaubare Dorf, ein „alles-und-nix-Kramladen“ der hier legendär sein soll hat leider geschlossen. Also fahren wir weiter, zum Übernachten finden wir es hier nicht schön genug. Auf dem Weg Richtung Helmsdale passieren wir Straßenschilder die uns vor Ottern warnen, ja genau, Otter. Im Vorbeifahren gesehen haben wir aber leider keine…

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Helmsdale
Helmsdale

Weiter auf unserem Weg durch die Highlands Richtung Norden, vorbei an idyllischen kleinen Siedlungen, allgegenwärtig Schafe und die so schottisch-typischen Steinmauern auf den Feldern erreichen wir den Ort Wick. Hier wollen wir den Campingplatz ansteuern. Problem: Vor der Campingplatzzufahrt muss eine Eisenbahnbrücke unterfahren werden, netterweise hat man ein paar Meter vorher einen „Testbalken“ aufgehängt, den wir auch prompt touchieren. 2,89 m Durchfahrtshöhe, unsere Serenity ist doch angeblich nur 2,75 m hoch? Wir lernen, was die Luftfedern denn so ausmachen, nachdem die Luft raus ist, passen wir ziemlich problemlos durch die Brücke. Ich laufe natürlich nebenher und schaue ob es auch wirklich passt – begleitet werden wir von den guten Ratschlägen zweier deutscher Paare, die hinter uns her fahren und mit ihren Landrovern natürlich keine Probleme mit der Höhe haben…

Die Campingplatzbetreiberin ist wirklich supernett, der Platz ist sehr gepflegt. Hier erleben wir allerdings das einzige Mal in Schottland, dass keine Kartenzahlung angeboten wird. Aber kein Problem, wir bekommen einen kleinen Stadtplan und die Info wo Geldautomaten sind. Wir schlendern noch ein bisschen durch die Stadt, sie ist über einen Fußweg (der gleichzeitig die Alternativeinfahrt für zu hohe Wohnmobile darstellt) in weniger als fünf Minuten zu erreichen. Schon in Helmsdale ist uns aufgefallen, dass die Gewässer hier extrem dunkel, fast schwarz, aussehen. Wir erklären uns das mit dem Torf aus den Highlands, keine Ahnung ob es stimmt..

Wick ist wirklich hübsch. Aber – wie noch so oft hier – machen wir wieder mal die Erfahrung, dass den Briten ihr „Five-o-clock-tea“ wirklich heilig ist, auch hier haben alle  kleinen Geschäfte bereits um fünf Uhr geschlossen. Also machen wir nur noch einen Abstecher zum Supermarkt (die haben immer länger auf) und gehen zurück zum Platz. Am nächsten Morgen empfängt uns strahlender Sonnenschein, eine Wohltat nach den sehr kalten Tagen in Fortrose. Wir können sogar draußen frühstücken! Extrem heißes Wasser in der Dusche gibt’s auch noch. Perfekter Start in den Tag.

Wick
Wick

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CP Wick, Frühstück im Sonnenschein
CP Wick, Frühstück im Sonnenschein

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Tag 11 ~ John O’Groats und Dunnet Head
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John O‘ Groats wir kommen! Zwischenzeitlich, vor allem durch meinen Mann, immer mal wieder verworfen bis nach John O’Groats zu fahren, machen wir uns dann jetzt tatsächlich auf den Weg dorthin. Wenn wir schon mal hier sind, müssen wir uns doch an den nördlichsten Teil des britischen Festlandes begeben (der ja eigentlich Dunnet Head ist), aber John O’Groats ist zumindest das nördlichste Dorf. Wie wohl viele andere Wohnmobilreisende auch, zieht es mich immer an die Landzipfel. Auch letztes Jahr in der Bretagne war mir das schon irgendwie wichtig…

John O‘ Groats ist dann, wie erwartet, eine große Touristenfalle. Aber toll…. 😉 Kaylee ersteht einen echten schottischen Kilt und Souvenirs für ihre Freundinnen, wir kaufen schonmal Shortbread in Tartan-Verpackung für die Verwandtschaft und Whisky für uns. Toll, mehr Klischee geht nicht. Die obligatorischen Wegweiser-Fotos machen natürlich auch wir.

Weiter nach Dunnet Head. Hier ist es atemberaubend schön. Vor uns das Meer und hinter uns Highlands mit jede Menge Lochs zwischendrin. Mehr Schottland auf einen Blick geht garnicht. Wir beschließen hier auch zu übernachten. Faszinierend finde ich die Blumen, die hier überall auf den moorigen Wiesen wachsen. Die Pflanzen sehen wie Wolle aus. Später erfahren wir, dass sie hier umgangssprachlich Old Cotton genannt werden.

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Gegen Abend gesellt sich ein altes Wohnmobil zu uns, eine schottische Familie. Mich beruhigt es, dass sie auch zum Übernachten bleiben. Ich bin ja nicht so gern allein mit unserem Wohnmobil… Kaylee freundet sich nach kurzen sprachlichen Startschwierigkeiten mit deren Tochter Elli an, wir Erwachsenen unterhalten uns auch echt nett. Wir erzählen, dass wir in den Highlands Probleme mit der starken Steigung auf schlechten Straßen hatten und dass unsere ADAC-Karte nur eine „richtige“ Straße hier hoch in den Norden anzeigt, von hier aus aber nichts mehr nach Westen führt und das wir deshalb denselben Weg wieder zurück fahren wollen. Unsere schottischen Bekannten versichern uns, dass es sehr wohl noch Straßen Richtung Westen gibt, sogar eine A-Route.  😉 Da unsere Karte ja eh Mist sei und sie zwei Straßenatlanten an Bord haben, bekommen wir einen davon geschenkt. Wir sind wirklch überwältigt von soviel Freundlichkeit. Sie wollen am nächsten Tag nach Durness, dort soll es toll sein. Außerdem hat wohl John Lennon dort seine Jugendsommer verbracht und eine tolle Höhle gibt es auch. Spontan beschließen wir am nächsten Tag auch nach Durness zu fahren. Wir trinken noch einen – na klar, Whisky – zusammen und gehen bald schlafen. Das schottisch-gälische Äquivalent zum „Prost“ heißt übrigens „slàinte mhath“ sowas muss man ja wissen…

 Am Abend wird es sehr stürmisch. Aber hier wird es dann endgültig nicht mehr dunkel  – irgendwie surreal…

Nordschottland, gegen 23:30 Uhr
Nordschottland, gegen 23:30 Uhr
Johm O’Groats und Dunnet Head
Blick auf die Orkney Inseln
Tag 12 ~ Durness *

Welch ein Glück, dass wir die schottische Familie am Dunnet Head getroffen haben! Sonst wäre uns Durness entgangen, das wir vorher überhaupt nicht als Ziel auf dem Plan hatten – ein absolutes Highlight unserer Reise. Vorher hätten wir nicht im Traum daran gedacht, dass es in Schottland solche Strände geben könnte…

Sango Sands - Durness
Sango Sands – Durness

Aber der Reihe nach – der Weg von Dunnet Head nach Durness ist landschaftlich absolut spektakulär, die Straße ist, na ja, eine schottische Straße halt… Aber wirklich gut befahrbar, es bit genügend Passing Places und so langsam man eben voran kommt, hat man auch genug Zeit die Landschaft ausreichend zu würdigen. Ein paar Eindrücke von unterwegs, der Smoo Cave und Durness.

Unterwegs…
Bei den Smoo Caves
Da verschwindet er –
Durness
Bächlein am Strand
und da fließt es ins Meer…
Wahnsinnsaussicht

Es ist so unbeschreiblich schön hier und hinter jeder Kurve ist es noch ein bisschen schöner als davor, wir kommen uns vor wie in Mittelerde, Auenland. Bei der Landschaft hier würde es uns absolut nicht wundern, wenn uns plötzlich, irgendwo am Straßenrand zwischen den Schafen, ein Hobbit oder vielleicht auch ein Kobold oder eine kleine Fee über den Weg laufen würde. Worte reichen nicht aus es zu beschreiben – uns bleibt glücklicherweise für immer die Erinnerung…

Auf dem Weg Richtung Durness treffen wir unsere schottischen Bekannten zunächst im Tesco beim Einkaufen wieder, dann an den Smoo Caves und final auf dem Campingplatz. Hier gibt’s halt auch keine andere Route… Schön… Unser neuer Straßenatlas zeigt sogar an, wenn eine Straße eine starke Steigung oder Gefälle hat, unschätzbar für die Zukunft!

Als wir die Smoo Cave erreichen, können wir die Höhle und den Wasserfall nur kurz besichtigen, da es wohl in er letzten Zeit soviel geregnet hat, ist der Wasserfall wohl wesentlich größer als sonst und somit die Tour durch die Höhlen mit Boot und zu Fuß nicht möglich. Schade. Trotzdem faszinierend den Fluß oben in der Erde verschwinden und dann unten in der Höhle als Wasserfall wiederzusehen. Auch dieses optisch so schmutzige, weil torfige Wasser, dass in das türkisblaue Meer fließt ist wirklich toll anzusehen.

Nach dem Anschauen der Höhle fahren wir noch ein Stückchen weiter und erreichen schon den Campingplatz. Er liegt mit grandioser Aussicht auf Strand und Meer direkt auf der Klippe. Wir ergattern sogar einen Platz in erster Reihe! Das Panorama hier ist unglaublich, vor uns türkisblaues Meer und weißer Sandstrand, wie er schöner in der Karibik nicht sein könnte und direkt hinter uns die Highlands, aus den Bergen kommt ein kleines Gebirgsbächlein und fließt über den Strand ins Meer. Wahnsinn… Unserem Hund schmeckt das frische Quellwasser mal wieder hervorragend, auch der Sandstrand ist ganz nach seinem Geschmack. Kaylee und Neo toben über den Strand und auch ich kann, trotz Nieselwetter, nicht davon ablassen die Füße mal kurz ins Wasser zu stecken, das natürlich megakalt ist…

Bächlein am Strand
Bächlein am Strand
und da fließt es ins Meer...
und da fließt es ins Meer…
Tag 13 und 14 ~ Über Loch Ness nach Skye *

Am nächsten Morgen weckt uns strahlender Sonnenschein, so ist die Aussicht natürlich noch viel besser. Es gibt frisches Baguette aus dem nur ein paar Meter entfernten Spar-Universalladen und während Kaylee nach dem Frühstück noch mit Elli durch die Wellen hüpft, schauen Marco und ich kurz in der Touristeninformation, die auch direkt auf der Klippe liegt, vorbei. Ich erstehe ein schönes Portemonai aus echtem Harris-Tweed. Der Campingplatz ist sehr voll, aber scheinbar hat die Betreiberin alles im Griff. Kurz vor Abfahrtszeit macht sie die Runde und fragt ob wir weiterfahren. Wir bejahen dies. Im Nachhinein bereuen wir das allerdings sehr, es war so traumhaft schön hier, wir hätten noch ein, zwei Tage bleiben sollen. Aber nachher ist man ja immer schlauer. Eine Warnung aber: Als wir hier sind, ist der Campingplatz eine deutsche Enklave 😉 ~gefühlt hört man mehr Landsleute als Briten… In bleibender Erinnerung behalten wir auch den deutschen Hotelbus, der auch auf dem Campingplatz nächtigt. Neugierig, was denn wohl ein Hotelbus ist, schauen wir im Internet nach: Gruppenreisen mit fremden Leuten, Übernachtung in Schlafkojen im Bus und das ganze ohne eigenes Bad im Bus, ist das nicht ein Alptraum? Dann lieber mit allein mit dem Zelt unterwegs und im Fluss waschen 😉 Wir machen uns gegen Mittag auf den Weg, wir wollen heute die gut 120 Meilen bis ans Loch Ness zurücklegen. Dank bald wieder gut ausgebauter Straßen geht das recht zügig und dann sehen wir noch so einiges an fantastischer Landschaft am Straßenrand.

Irgendwo zwischen Durness und Drumnadrochit

Am Nachmittag erreichen wir Drumnadrochit, die Hauptstadt des Nessie Kitsch und Kommerz. Wir parken auf einem großen Parkplatz an der Touristeninformation, dort fragen wir nach, ob das Übernachten erlaubt ist. Sie teilen uns mit, dass es zwar nicht offiziell erlaubt, aber geduldet wäre. Wir schauen uns noch ein, zwei Nessie Souvenirshops an und haben dann auch schon genug. Nach den Tagen im ruhigen Norden ist es hier einfach, zu, zu, – naja einfach zu bunt, zu voll, zu laut. Wir machen uns auf die Suche nach einem ruhigeren Übernachtungsplatz, etwas außerhalb des Ortes landen wir auf einem Farm-Camping. Will heißen, ein Bauern- bzw. Reiterhof hat seine Wiese gemäht und zwei Sanitärcontainer und eine Entsorgungsmöglichkeit aufgestellt. Ist aber wirklich ok hier, sehr weitläufig und vor allem ruhig. Wir radeln noch zu einer nahegelegenen Pommesbude und holen unser Abendessen bevor wir gut schlafen. Am nächsten Tag, so beschließen wir, wollen wir einfach weiter am Loch Ness und dem Caledonian Canal vorbei Richtung Skye fahren. Die ganzen Nessie-Touristenfallen beschließen wir auszulassen.

Farm-Camping
Farm-Camping

Wir fahren die angebliche „Panorama-Straße“ am Loch Ness lang, leider sehen wir nur stellenweise etwas vom Loch, da der Straßenrand doch sehr dicht bewachsen ist. Aber Hauptsache wir haben Nessie gesehen… 😉

Nessie lebt!
Nessie lebt!
(Nessie ihn ihrem normalen Lebensraum, dem Saucentopf ;-))
(Nessie ihn ihrem normalen Lebensraum, dem Saucentopf ;-))

Auf dem Weg nach Skye entdecken wir links von der Straße noch ein traumhaft aussehendes Plätzchen mit Parkmöglichkeiten, ganz spontan halten wir an und verbringen hier mehrere Stunden. Es ist ein traumhaft schöner See, das Loch Clouanie. Hier gibt es auf ein paar Quadratmetern gefühlt drei verschiedene Landschaften zu sehen: Highlands, Moor – dicht bewachsen und grün sowie um die Ecke Sand- und Steinwüste. Bei strahlendem Sonnenschein, der sogar dazu lockt die Füße mal ins Wasser zu stecken, ist es hier unglaublich schön. Wir überlegen sogar hier zu übernachten, aber da es erst Mittag ist, wollen wir doch noch etwas weiter.

Nach weiterer Fahrt durch tolle Landschaft und Passieren der Brücke nach Skye erreichen wir die Insel dann. Schon auf den ersten Blick wird klar, dass es hier mindestens so voll wie in den Touristenhochburgen am Loch Ness ist, wenn nicht noch ein bisschen voller. Auch die Straße ist wirklich schmal und keine Chance irgendwo mal ein Parkplätzchen zum Anhalten oder gar Übernachten zu finden. Die ein, zwei Parkplätze wo es vielleicht möglich wäre, haben natürlich ein „no caravans“ Schild. Irgendwann sind wir leicht entnervt und super froh, als wir dann endlich einen Campingplatz finden. Dieser verlangt viel Geld für nix – uraltes schmutziges Sanitär und, bis auf ein paar befestigte Womo-Plätze nur matschige Wiese. Dafür ist die Lage und die Aussicht gigangtisch. Wir parken dann auch lieber am Rand des Matsches, anstatt bei den aufgereihten Wohnmobilen. Hier gilt auch „pitch wherever you like“. Toll – das ist soviel schöner als die preußisch geraden Einteilungen, die es in Deutschland meistens hat. Zumindest machnmal. Der Campingplatz gehört zu Sligachan. Kaylee und Marco versuchen sich an Staudamm bauen und Drachen steigen lassen, während ich uns Essen mache.

Am nächsten Tag haben wir ein ganz kleines bisschen Mühe aus dem Matsch zu kommen, wohlweislich hatten wir aber nur eine Seite in den Matsch gestellt und die andere weitestgehend auf dem befestigten Weg gelassen. Einer unserer Keile hat arg gelitten…img_1153

 

 

 

Tag 15 ~Whisky und schwarzer Sand *

Fest auf unserer To-Do-Liste für Schottland stand von Anfang an die Besichtigung einer Destillerie, hier auf Skye wird der berühmte Talisker Whisky destilliert. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Ort schon. Allerdings ist die Destillerie gut besucht, wir bekommen Tickets für eine Führung ca. 1 1/2 Stunde später. Macht ja nichts, wir trinken solange noch einen Kaffee im Wohnmobil. Die Tour ist dann nicht so interessant, wie wir gehofft hatten. Viel vom eigentlichen Herstellungsprozess bekommen wir nicht zu sehen und, das muss man ehrlicherweise gestehen, kommen wir mit unseren Englischkenntnissen bei den ganzen Fachbegriffen dann schon an unsere Grenzen und verstehen auch einiges nicht. Am Schluss dürfen wir dann natülich noch einen Whisky probieren, heute gibt’s Talisker Storm im Ausschank. Nicht mein Fall… Zu rauchig… Wir stöbern noch ein wenig im Shop, die Preise für die „normalen“ Sorten sind allerdings eher teurer als zuhause im Supermarkt und da Talisker sowieso nicht unsere Lieblingsmarke ist, gehen wir ohne Souvenirs. Nach kurzer Pause im Wohnmobil fahren wir ein Stück weiter, wir möchten auf jeden Fall noch zu den Fairy Pools. Das sollen wunderbare Wasserfälle sein. Als wir in die Nähe kommen, stellen wir fest, dass auch viele andere die Fairy Pools an einem Samstagnachmittag zauberhaft finden. Für ein Wohnmobil ist hier kaum noch en Durchkommen, da auch die Seitenränder der ohnehin schon schmalen „Straße“ komplett zugeparkt sind – hier einen Parkplatz zu finden ist illusionär. Also beschließen wir, den irgendwo weiter geradeaus liegenden Campingplatz Glenbrittle anzusteuern und am nächsten Tag ganz früh zu den Fairy Pools aufzubrechen. Wir fahren noch eine gefühlte Ewigkeit durch die Einöde, straßenbedingt geht es aber auch wieder nur im Schneckentempo  – kilometermäßig wird es garnicht so weit gewesen sein. Dieser Campingplatz liegt dann echt am Ende der Welt. Hier ist nichts, nichtmal Handyempfang. Deswegen gibt es an der Rezeption noch ein öffentliches Münztelefon, wir hatten uns beim Einchecken schon gewundert, wer das denn wohl noch nutzt… 😉

Hier steht man auch wieder da, wo man möchte (sofern man keinen Strom braucht). Ich finde den perfekten Platz, direkt am Strand für uns… 😉

Toller Platz
Toller Platz

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Tag 16 & 17 ~ Die Fairy Pools und weiter bis Inveraray *

Am nächsten Morgen machen wir uns zeitig auf zu den Fairy Pools, schon jetzt ist der Parkplatz aber ganz gut gefüllt und mit dem Wohnmobil ist das Parken schon etwas knifflig, bei der Schräglage des Parkplatzes und dem Abgrund hinter uns auf jeden Fall nichts für schwache Nerven.

Schon der Wanderweg Richtung Fairy Pools sieht imposant aus, zuhause sind wir ehrlich gesagt nicht die größten Wanderer, aber der Weg der hier als „leichter Wanderweg“ klassifiziert wird, dürfte in Deutschland schon fast ein Klettersteig sein. Wir klettern also über Felsbrocken, hüpfen von Stein zu Stein durch Bachläufe und zwischendrin ist es eine richtige Schlammschlacht. Zum Glück das alles bei strahlendem Sonnenschein. Unser Hund hat sehr viel Spaß, Marco mit seinem kaputten Fuß eher weniger. Aber wir meistern den Weg bis zum „Haupt-Pool“. Schließlich hat Kaylee extra ihren Neoprenanzug dabei, sie möchte – wie es sich für eine echte Fee gehört – im Fairy Pool baden…

Fairy Pools

Nach einem kniffligen Ausparkmanöver und einigen sehr engen Passagen auf dem, mittlerweile wieder sehr gut besuchten und zugeparkten Weg, machen wir uns noch auf Richtung Portee. Wir kaufen ein wenig ein und machen uns dann wieder auf den Weg Richtung „Festland“. Unsere Ziele auf Skye haben wir besucht, ansonsten ist es uns wirklich zu überlaufen hier. Einen Übernachtungsplatz finden wir auf einem sehr gepflegten Campingplatz in Fort William, direkt am Loch Linnhe.

Nachdem wir gut geschlafen haben, geht mir wieder der Gedanke durch den Kopf, dass ich doch noch unbedingt den Jacobite Steam Train (geht auch als Hogwarts-Expres durch 😉 ) sehen möchte. Idealerweise natürlich, während er gerade das Glennfinnan Viaduct überquert. Laut Fahrplan könnte das zu schaffen sein – also los… Wir sind scheinbar nicht die Einzigen, die diese Idee haben. Der Parkplatz, der wohl einen guten Blick auf das Viaduct bietet ist gerammelt voll, man winkt uns vorbei… So ein Mist. Ich will aber jetzt wenigstens noch den Zug sehen, wenn denn auch nicht auf der Brücke. Wir fahren ein Stück weiter, da die Straßen mal wieder recht schmal und immerzu von Mauern gesäumt sind, gibt es natürlich kaum eine Möglichkeit zum Anhalten. Zwischendrin kommen wir aber am Bahnhof von Glennfinann vorbei, wo der Zug wohl einen Aufenthalt hat. Ich sehe, dass er dort noch steht. Kurz darauf sehen wir eine Eisenbahnbrücke, da links der Straße wohl ein Baustellengelände ist, halten wir hier einfach  mal an. Ich postiere mich mit Kamera an der Brücke – jetzt regnet es auch noch….

warten auf den Zug
Da ist er..

Der Hogwarts-Express 😉 – Video

Das Foto ist im Kasten, wir fahren weiter Richtung Oban. Zwischendurch halten wir noch am Castle Stalker, bekannt aus „die Ritter der Kokosnuss“. Hier gibt es auch einen süßen kleinen Geschenke Shop. Kurz darauf erreichen wir Oban, mit seinem deplatziert aussehenden Colosseum. Dies hatte ein reicher Obaner mal als „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ von der arbeitslosen Dorfbevölkerung bauen lassen. Oban ist schon eine recht große Stadt, für schottische Verhältnisse. Wir bummeln ein bisschen, kaufen noch ein paar Souvenirs ein, unter anderem die kleinsten Whisky Flaschen der Welt. 😉 Außerdem entdecken wir noch einen tollen Fanshop, mit Nerd-Room. Hier gibt es echt tolle Sachen für Sci-Fi und Fantasy Fans.

Colosseum Oban
Colosseum Oban

Zum Übernachten fahren wir schon weiter nach Inveraray.

Auf dem Campingplatz checken wir bei einem Betreiber ein, der mindestens 85 oder so ist. Er hat aber alles im Griff, wenn es auch ein bisschen länger dauert. Hier wird man auch, vom Chef persönlich, auf sein Pitch gebracht. Er fährt im Golfmobil voraus, vergisst dann wohl zwischenzeitlich, welchen Platz er einem zugeteilt hat. Ein Glück, dass die Campinggäste sich das dann immer gemerkt haben. 😉

Hier herrscht auf jeden Fall Zucht und Ordnung, verdammt, nicht mal fluchen darf man… 😉

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Dem Campingplatz angeschlossen ist ein kleines Restaurant – hier essen wir sehr leckere Fish & Chips bzw. entdecken die Cheesy Chips… mmmhhhh.

Am nächsten Morgen fahren wir Richtung Inveraray Castle, dieses wollen wir gern besichtigen, da hier eine Folge von Downton Abbey gedreht wurde. Doch auch ohne diesen Hintergrund ist es ein prächtges Anwesen, beeindruckend finden wir, dass es noch immer vom Duke of Argyll mit Frau udn Kindern bewohnt wird. Auch einen wirklich netten Shop gibt es am Schloss – ja, und noch mehr Souvenirs. 😉

Nachher bummeln wir noch ein bisschen durch das Städtchen Inveraray, optisch beeindruckend ist hier, dass alle Häuser in weiß gehalten sind.

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So langsam neigt sich unsere Reise durch Schottland ihrem Ende entgegen, jetzt steht für uns nur noch Gretna Green auf dem Programm.

 

Tag 18 ~ Gretna Green

Gretna Green ist eine legendäre Touristenfalle – berühmt geworden durch sehr junge englische Paare, die dorthin durchgebrannt sind, da man in Schottland zu Beginn des 20. Jahrhunderts schon ab zwölf Jahren ohne Einverständnis der Eltern heiraten durfte. Diese Zeremonien wurden dann in der Schmiede durchgeführt, hier steht der Amboss für die große Liebe. Heute hat man aus diesen Geschichten ein riesiges Shopping Center gemacht. Heiraten kann man natürlich auch noch, das tun die Leute hier auch scheinbar im Halbstundentakt. Für Unvorbereitete gibt es auch die „Fake-Trauung“ für rund 25 Pfund. (Ja, wir haben von dem Geld lieber ein neues Topfset fürs Wohnmobil im Outlet Center in Gretna gekauft… 😉 ) (Insider 😉 )

Im Nachhinein wissen wir dann, dass wir ruhig noch ein paar Orte der Westküste hätten anfahren können, Gretna Green war wirklich nur einen kurzen Stopp (wenn überhaupt) wert.

Der Campingplatz hier hatte aber die beste Gratis-Wlan Verbindung unserer ganzen Reise – nur mal so am Rande…

Tag 19 – 21 ~ auf dem Heimweg *

Wir verlassen also Schottland, haben aber noch ein bisschen Zeit, unsere Fähre geht ja erst sonntags. Wir verbringen noch drei Nächte in England, zwei davon im legendären Sherwood Forest, auf einem super Campingplatz.

Den letzten Abend möchten wir ungern am Fährterminal übernachten, wir finden einen Ort vorher noch ein Pub mit kleiner Campingwiese und Platz für uns auf dem Parkplatz. Hier essen wir noch mal sehr lecker und verbringen einen schönen Abend mit einer deutschen Familie, diese nehmen tags darauf die gleiche Fähre nach Hause, so dass auch für die Fährüberfahrt schon für Gesellschaft gesorgt ist.

Wehmütig legen wir Sonntag abend in Hoek van Holland an. Die Tagüberfahrt war sehr viel angenehmer. Auch die Fahrt nach Hause geht einwandfrei, schon gute zweieinhalb Stunden später sind wir zuhause und vermissen Schottland schon. Wir kommen auf jeden Fall wieder!

Epilog *

Schottland war genau so, wie wir es uns immer vorgestellt haben, nur noch schöner! Klingt nach Klischee, war aber so. Es gibt hier soviel mehr Nuancen von grün, Sonnenschein lässt die Farben hier so unwirklich schön erscheinen. Die Landschaft ist unglauglich abwechslungsreich, vor einem Meer, hinter einem Gebirge. Dazwischen immer wieder große Wälder, überall Wasserfälle und Bäche. Am meisten fasziniert hat uns aber wahrscheinlich das Erlebnis mit den Delfinen – es ist für uns etwas ganz besonderes gewesen, so faszinierende Tiere in freier Wildbahn erleben zu dürfen.

Für das nächste Mal wissen wir, dass der von uns mitgenomme Führer aus dem Womo-Verlag nur bedingt geeignet ist. Wir sind nunmal nicht so gelagert, dass wir uns über Übernachtungsverbote hinweg setzen, wie die Autoren das gern mal tun. Auch an ganz einsamen Parkplätzen übernachten wir nicht allzu gern, deshalb haben wir überwiegend Campingplätze angefahren. Dennoch war der Füher als Inspiration für die Route absolut zu empfehlen.

Uns hat Schottland da am besten gefallen, wo am wenigsten Menschen und Zivilisation waren. Nämlich je weiter nördlich wir kamen. Bei nächsten Mal würden wir wohl in Südschottland eher abkürzen und dafür noch die komplette Nord und Westküste bereisen. Durness war ein absolter Glücksgriff, hätten wir den Tipp (und die Straßenkarten)  von unseren neuen schottischen Bekannten nicht bekommen, hätten wir ein absolutes Traumziel verpasst. Skye war ein  geplantes Traumziel – ist unseren Erwartungen aber nicht so ganz gerecht geworden. Es war einfach zu voll hier – vielleicht muss man Skye irgendwann einfach nochmal in der Nebensaison erleben. Wahrscheinlich ebenfalls ein Must für alle Schottlandreisenden, das Loch Ness. Uns hat es im dort jedoch garnicht gefallen, da gab es so viel schönere Lochs in Schottland. Der ganze Nessie-Kitsch ist auch ein bisschen übertrieben. Hätten wir im Nachhinein auslassen können. Ansonsten war jede Meile des Weges eine Reise wert – so viele Eindrücke!

Schottland, wir kommen irgendwann auf jeden Fall wieder!

 

Andernach / Mosel

Bei der nächsten Tour zieht es uns nun schon ein bisschen weiter hinaus, relativ spontan landen wir im schönen Andernach am Rhein. Der Wohnmobilstellplatz bietet einen tollen Blick direkt auf den Rhein und die gegenüberliegenden Weinberge. Eine Familie aus unserem Dorf treffen wir auch gleich noch, so dass Kaylee direkt Unterhaltung hat. Die Mädels erreichen einen beachtlichen Stundenlohn, durch den Verkauf von selbstgeflochtenen Armbändern an die doch überwiegend älteren Damen und Herren in den umliegenden Wohnmobilen. Die Stellplatzgebühr war schnell erreicht :-)[robomap 3]

 

Am nächsten Tag fahren wir über traumhafte Straßen über Land vom Mittelrhein aus an die Mosel. Immer an der Mosel entlang gibt es traumhafte Ausblicke auf den Fluss, die umliegenden Weinberge und immer wieder dazwischen ein paar Burgruinen. Wir stranden dann in Ernst4, ein äußerst kleines, malerisches Weindorf. Es ist heiß, heiß genug um in der Mosel ein bisschen zu planschen. Unser Hund zieht allerdings Trockenfisch vor. Wir können ihn nicht davon abhalten einen alten, vertrockneten Fisch zu verschlingen, den er am Moselufer gefunden hat. Offensichtlich hat’s ihm nicht geschadet…