Die Normandie im Frühling und im Herbst

Frankreich – für uns ein ideales Wohnmobil Reiseland. Stellplätze sind „en masse“ vorhanden, oft sogar kostenlos, und diese liegen auch nicht selten direkt am Meer. Die Normandie ist viel näher an NRW dran, als mancher denkt. In rund 450 km ist man schon mittendrin. Das Meer ist blauer, die Klippen höher und die Steine weißer… Wenn es für eine kürzere Tour mal was anderes als immer nur Holland sein soll. 😉

Wales & Südengland 2017

Wales und Südengland – Sommer 2017

Epilog

Der Süden Englands, speziell Land’s End steht schon seit mehr als zehn Jahren auf der Liste unserer Reiseziele. Vor Jahren haben wir durch Zufall mal Fotos von Land’s End gesehen, ein Campingplatz in Sennen schlummerte seit Jahren in unserer Lesezeichenliste. Völlig fasziniert waren wir vor allem davon, dass dort, im vermeintlich kalten, regnerischen England Palmen und andere exotische Pflanzen wachsen sollten. Das wollten wir uns doch unbedingt mal anschauen. Vielfach durchdacht wurde diese Tour auch schon als wir noch kein Wohnmobil hatten und noch mit dem Zelt unterwegs waren. Leider hat sich das nie machen lassen, mit dem großen Zelt wäre das alles sehr unpraktikabel gewesen, wir hätten mindestens zweimal zwischenübernachten müssen. Mit dem Kauf des Wohnmobils rückte Südengland dann in greifbare Nähe. Schottland hatte dann für uns eine noch höhere Priorität, also letztes Jahr erstmal nach Schottland und dieses Jahr dann Südengland und wenn wir dann schon mal da sind, kann man ja gleich Wales nochmal anschauen. Kaylee ist momentan total im Harry Potter Fieber (wir natürlich auch) somit buchten wir dann auch gleich noch die Harry Potter Studio Tour in der Nähe von London. Die Fährüberfahrten haben wir auch schon frühzeitig gebucht.

Ansonsten war erstmal nichts geplant…

Tag 1-3 ~ Belgien, Fährüberfahrt und Canterbury

Samstags machen wir uns auf den Weg, da wir aber schon zwei Tage noch echt viel zu tun hatten, der Garten musste noch in Ordnung gebracht werden, das ganze Wohnmobil bepackt werden und noch einiger anderer Kleinkram, bevor man drei Wochen unterwegs ist – haben wir keine große Lust besonders weit zu fahren. Wir finden einen Wohmobilstellplatz in Aarschot in Belgien. Dieser liegt auf einem riesigen gemischten Parkplatz zwischen Stadtzentrum und Schwimmbad, am Fluss Demer. Die Plätze für Wohnmobile sind im hinteren Bereich separat ausgewiesen. Sogar ein paar Stromanschlüsse gibt es hier kostenlos. Kaylee und ich machen und mit Neo noch auf ein bisschen die Stadt zu erkunden und sind absolut positiv überrascht. Es ist ein wirklich nettes Städtchen mit typisch belgischer Architektur, der Marktplatz erinnert mit seine Giebelhäusern sogar ein ganz, ganz kleines bisschen an Brügge. Wir spazieren ein bisschen an der Demer entlang, Aarschot legt scheinbar viel Wert auf eine tolle Blumenbepflanzung. Echt hübsch. Wir essen ein Eis und Kaylee kauft spontan noch ein T-Shirt. Wir kaufen noch etwas fürs Abendessen bei Delhaize ein und schlendern dann langsam zurück zum Wohnmobil, wo wir einen ruhigen Abend verbringen. Mir ist dann auch noch aufgefallen, letztes Jahr, bevor wir nach England übergesetzt haben, haben wir zufälligerweise in einem niederländischen Ort namen Oirschot übernachtet. Zufälle gibt’s….

  

Aarschot
Aarschot
Demer
Demer
Aarschot
Aarschot

 

 

 

 

 

 

Am nächsten Tag planen wir unsere Übernachtung in Bredene an der belgischen Küste. Bredene war quasi unser Stammurlaubsort an der Nordsee, früher, als wir noch mit dem Zelt unterwegs waren. Wir sind überrascht, wieviel hier los ist. In den letzten Jahren hatte der Ort an sich doch irgendwie nachgelassen und es waren auch nicht allzu viele Touristen dort, aber jetzt ist es rappelvoll hier. Wir fahren den Campingplatz „Astrid“ 😉 an, hier waren wir auch im Herbst vorletzten Jahres schonmal eine Nacht, er liegt sehr zentral. Aber – komplett belegt. Ok, also weiter in die hintere Reihe der Bredener Campingplätze, zu unserem alten Stammplatz Park d‘ Heule – aber auch hier, alles belegt. Ups, das hatten wir nicht erwartet. Der nächste Platz in der Reihe, T’Minnepark, hat dann noch ein Plätzchen für uns frei. Es herrscht strahlender Sonnenschein, also auf zum Strand. Das sind von hier aus so ungefähr zwei Kilometer zu Fuß, wir laufen dann eine Weile am Strand entlang, toll wieder am Meer zu sein. Dann gehen wir über die Fußgängerbrücke in die Stadt, hier ist ein Kunstmarkt und auch noch irgendeine Veranstaltung auf der Bühne am Marktplatz. Wir lassen uns ein bisschen durchs Gewimmel treiben, essen ein leckeres Eis und machen uns dann gegen abend wieder auf den Weg zurück zum Campingplatz. Morgen geht unsere Fähre nach England!

Bredene Strand

Nach dem Frühstück machen wir uns gemütlich auf Richtung Dünkirchen, von wo aus wir die Fähre nach Dover nehmen werden. Auf der belgischen Küstenautobahn E40 überqueren wir die französische Grenze und sind nach kurzer Zeit schon in Dünkirchen. Unsere Fähre ist gebucht für 16:00 Uhr, es ist aber erst kurz nach halb eins. Wir stellen uns aber natürlich einfach schonmal in der Schlange am Fährterminal an. Nach den üblichen Grenzkontrollen (nein, auch dieses Mal haben wir weder im Bad noch im Kleiderschrank blinde Passagiere versteckt) verkündet uns die nette Dame am DFDS-Schalter, dass wir ja ziemlich früh dran wären und ob wir nicht einfach schon die 14:00 Uhr Fähre nehmen wollen. Klar wollen wir! Ein bisschen hatten wir darauf natürlich schon gehofft, manchmal bekommt man wohl dieses Angebot, wenn man sehr zeitig ist und die Fähre davor noch Kapazität hat (und in der gleichen Preiskategorie liegt, wie die gebuchte Überfahrt – aber dazu später mehr). Wir freuen uns auf jeden Fall, dass wir zwei Stunden früher ankommen werden. Eigentlich kommen wir ja sogar drei Stunden früher an, schließlich stellen wir die Uhr bei der Ankunft in England auf die Greenwich Mean Time um und damit eine Stunde zurück! Also erreichen wir Dover nach einer ruhigen Überfahrt um 15:00 Uhr Ortszeit und stürzen uns zwangsläufig direkt in den Linksverkehr.

Im Frühling hatten wir in Le Treport auf dem Wohnmobilstellplatz einen Engländer getroffen, der uns für nach der Überfahrt den Stellplatz an der New Dover Road in Canterbury empfohlen hatte. Genau den steuern wir jetzt an. Canterbury ist nur eine knappe halbe Stunde Fahrzeit von Dover entfernt. Perfekt für den ersten Tag. Der Stellplatz ist nicht wirklich schön, liegt angebunden direkt an einen Großparkplatz, aber absolut ok für 3 Pfund am Tag. Was noch besser ist, in diesen drei Pfund ist auch schon das Busfahrticket in die Innenstadt enthalten. Da wir ja noch viel Zeit haben und herrliches Wetter ist, besteigen wir also den nächsten Bus in die Stadt. Kaylee ist absolut begeistert davon, dass der Bus ein Doppeldeckerbus ist. Kaylee und ich sitzen also oben, direkt hinter der Scheibe. Marco und Neo bleiben unten. Ich schmilze fast in der prallen Sonnen hinter der Glasscheibe. Außerderm lassen mich die Hecken an denen der Bus vorbeischrammt und die Äste die auf’s Dach klatschen gelegentlich zusammenzucken. Hecken und Äste werden, auch im Wohnmobil, für den Rest des Urlaubs immer dabei sein, unbewusst kann ich mich darauf also schon mal einstimmen… Canterbury ist ein wunderschönes Städtchen beim schlendern durch die Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern und kleinen Geschäften kommt man sich fast schon ein bisschen vor wie in der Winkelgasse, genauso hätte ich mir eine alte englische Einkaufsstraße vorgestellt. Wir flanieren noch ein bisschen und nehmen dann den Bus zurück zum Parkplatz, es ist wirklich heiß heute abend. Wir kochen noch etwas und lassen den Abend ausklingen.

Fährüberfahrt & Canterbury

Tag 4 – 5 ~ St. Albans und die Harry Potter Studio Tour

Die Fahrt von Canterbury nach St. Albans, nördlich von London verläuft soweit problemlos, aber der Verkehr auf der M25 ist echt der Wahnsinn. Wir passieren auch den Dartford Tunnel, für den wir uns ja schon vorab im Internet registriert haben, um per Kreditkarte die Maut zahlen zu können. Das klappt alles ohne Probleme. Nach kurzen Suchen finden wir dann auch die gebuchte Certified Location des Caravan and Motorhome Club in St. Albans. Die CL’s sind Stellpätze bei Privatpersonen, meistens Farmen o.ä., die bis zu fünf Stellplätze für Camper anbieten. Durch unsere Mitgliedschaft im Club können wir diese immer sehr preisgünstigen Plätze nutzen. Die Zufahrt hier zum Platz sieht allerdings ziemlich unordentlich aus, überall Schuppen und aller möglicher Kram, alte Autos etc. Als wir dann aber die lange, ziemlich schmale, Zufahrt hinter uns lassen stehen wir auf einer riesengroßen Wiese, schön von Bäumen umzäunt. Hier hat jeder der mit uns vier anwesenden Camper so gefühlte 1000 Quadratmeter Platz für sich. Toll. Es gibt Strom, Wasser und Entsorgung, was will man mehr?

 

Nachdem wir nachmittags mit dem Fahrrad in einem nahegelegenen kleinen Tesco noch ein bisschen eingekauft haben, steht am nächsten Tag das Highlight schlechhin an: Wir fahren nach Watford zu den Harry Potter Studios.  Es ist wirklich überwältigend- so groß hatten wir uns das alles nicht vorgestellt, es gibt wirklich unglaublich viele Sets und Requisiten zu sehen, der Audioguide erklärt uns, wie unglaublich komplex das alles war. So wurden zum Beispiel die Gemälde, die überall in Hogwarts zu sehen sind, alle tatsächlich von Künstlern in Öl gemalt – Alle! – oft zeigen sie übrigens Mitglieder der Filmcrew. Oder im Kerker in dem der Zaubertrank-Unterricht stattfindet, stehen über tausend Gläser mit Zaubertrankzutaten, die alle individuell befüllt und mit handgeschriebenen Schildern versehen sind.

Die Harry Potter Studio Tour ist für Fans der Zauberschule einfach ein tolles Erlebnis und wir können es wirklich jedem nur uneingeschränkt empfehlen, der mal in England unterwegs ist.

Nun für die Hogwarts-Nerds noch eine große Diashow. (alle Anderen: einfach ignorieren 😉 )

Pylonen in Zauberhut-Form 😉
Das (angeblich) kleinste Set der Welt
Die große Halle
Das Reich der Gryffindors
Dumbledore’s Büro
Bei Snape im Kerker
Bei Weasley’s…
Todesser-Treffen
Magie ist Macht
Der verbotene Wald
Harry Potter Studio Tour
Gleis 9 3/4
Requisiten und Kreaturen
Die Winkelgasse…
Das riesiege Original Hogwarts Schloss.

Erschöpft und mit brennenden Füßen fahren wir zu unserem Stellplatz rüber und sind nur noch froh und ganz schnell ins Bett legen zu können. So ein Tag in der Zaubererwelt ist doch ganz schön anstrengend…

Tag 6 – 8 ~ auf nach Wales

Wir schmeißen uns und unser gutes, altes Wohnmobil wieder in das Verkehrsgewühl, das hier rund um London herrscht. Wir steuern die Gegend um Gloucester an, hier wollen wir einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Wales einlegen. Kurz hatten wir auch noch überlegt die Kathedrale von Gloucester zu besichtigen, da diese gelegentlich als Kulisse für Hogwarts Innenaufnahmen gedient hat, aber da die Kathedrale reichlich Eintritt kostet und es scheinbar nicht allzuviel zu sehen gibt, entscheiden wir uns dagegen. Wir konsultieren also unser schlaues Buch des Caravan & Motorhome Club um einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Wir finden die Bulley Farm, die wir nach einigem Suchen auf schmalsten Sträßchen, Feldweg würde noch etwas Breiteres suggeriere als es war, erreichen. Leider konnten wir telefonisch niemanden erreichen, Marco geht einfach mal schauen, als wir schon vor dem Gatter stehen. Ein paar Kinder meinen, dass der Besitzer bei der Ernte ist und erst am Abend wiederkommt. Wir fahren also einfach mal rein, nachdem wir sehen, dass auch erst zwei andere Wohnwagen da sind. Das Gelände ist riesengroß und damit meinen wir wirklich riesengroß. Auf der Fläche, auf der diese CL ja nun nur 5 Stellplätze anbieten darf, könnte man locker einen ganzen Campingplatz mit zahlreichen großzügigen Parzellen einrichten. Als besonderen Service, damit man auch wirklich in jeden Winkel des Areals ziehen kann, gibt es im kleinen Gartenhäuschen neben Infomaterial auch sehr lange Stromkabel, einfach so zum Ausleihen. Also nehmen wir das Angebot natürlich gern an, schnappen uns hundert Meter Kabel und suchen uns ein nettes Plätzchen auf der Wiese, zwischen Apfelbäumen. Kaylee findet auch sofort eine Familie mit drei Kindern zum Spielen. Wir Erwachsenen kommen auch schnell ins Gespräch und werden von den beiden abends auf ein Bier / Cider eingeladen. Reisetipps bekommen wir noch einige für Wales, die Familie ist schon oft in Wales im Urlaub gewesen, somit können wir noch einige Anregungen mitnehmen. Wir haben einen wirklich schönen Abend, derweil die Kinder – mittlerweile verstärkt durch den Sohn des Farmers – durch die Gegend stromern, im nahegelegenen Tümpel fischen und Bötchen fahren und auf Bäume klettern. Ein absolut gelungener Abend, aus dem sich dann für unsere Tochter noch eine Brieffreundschaft nach England entwickeln wird.

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Morgens verabschieden wir uns noch von den neuen Bekannten und fahren dann weiter Richtung Wales, wir wollten heute die Pembrokshire Halbinsel an der Küste von Wales erreichen. Die Fahrt zieht sich sehr lange hin, zwischendurch gibt es immer mal wieder sintflutartige Regenschauer. Wenigstens fahren wir die meiste Zeit auf ordentlich ausgebauten Autobahnen. Am Nachmittag erreichen wir das Meer, da wir schon so lange unterwegs sind haben wir keine Lust mehr uns noch lange nach einer CL umzusehen, wir wollen einfach den nächstbesten Campingplatz anfahren. Der erste, den wir sehen liegt traumhaft schön, direkt am Strand, leider kann man schon von weitem lesen, dass dort keine Hunde erlaubt sind – schade.

Also fahren wir noch ein bisschen weiter, ziemlich steil bergauf und bergab. Hier gibt es hohe Steilklippen, die dann immer mal wieder hin zu Sandbuchten abfallen und so verläuft halt auch die Straße. Wir erreichen aber kurze Zeit später einen Campingplatz, der auch direkt an der Steilküste liegt, in St. Davids. Er gehört zu einem Bio-Bauernhof, es gibt sogar einen kleinen Laden, in dem auch die Rezeption ist. Wir haben echt Glück und können uns einen der letzten Stellplätze für die nächsten zwei Nächte sichern. Leider ist unsere Serenity die lange Fahrt bergauf und bergab satt und möchte jetzt erstmal nicht mehr anspringen. Das Problem hatten wir in letzter Zeit gelegentlich, bei warmgelaufenem Motor braucht sie erst eine Weile, ehe sie wieder anspringt. Mit ein bisschen gut zureden und WD-40 springt der Motor dann nach ein paar Minuten wieder an und wir beziehen unseren Stellplatz.  Natürlich machen wir uns auch gleich an den steilen Abstieg runter an den Strand. Aus dem Felsen tröpfelt ein kleines Bächlein, das ins Meer runterfließt. Ach, das liebe ich ja, sowas erinnert mich immer an Schottland. Die Bucht ist steinig, aber das Meer hat hier eine wahsinnig hellblaue Farbe und der Wellengang ist Atlantik. Wie immer kein Vergleich zur öden Nordsee. Schön hier.

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Nachdem wir wunderbar bei Wellenrauschen geschlafen haben, machen wir uns zu Fuß auf ins Örtchen St. Davids. Es liegt ungefähr einen Kilometer vom Campingplatz entfernt. Wie wir zuvor schon gelesen haben verfügt dass kleine Dorf über eine große Kathedrale und war mal (oder ist noch?) das Ziel vieler Pilgerer. Die Sonne scheint und es ist herrlich durch das malerische Dörfchen zu bummeln, nach einem Cafebesuch schauen wir uns dann die wirklich beeindruckende Kathedrale mit Klosterruine und Friedhof daneben an. Wir kaufen noch ein wenig ein und machen uns am Nachmittag wieder auf den Weg zum Campingplatz. Hier verbringen wir noch den ganzen Abend draußen und sehen einen tollen Sonnenuntergang.

Tag 9 – 10 ~ Lagunen, Meer und Wasserfälle

Von der Familie auf dem Stellplatz bei Gloucester hatten wir den Tipp bekommen die „Blue Lagoon“ in Abereiddi zu besuchen, da diese nur eine Viertelstunde Fahrt entfernt ist, steuern wir sie am nächsten Morgen dann auch an. Auf mal wieder abenteuerlichsten Feldwegen, immer in der Hoffnung es möge uns bloß kein Auto entgegen kommen, erreichen wir zunächst eine Bucht mit ziemlich dunklem Sandstrand. Zur Lagune ist es nur ein kurzer Marsch den Berg hoch. Hier haben sich schon zahlreiche Mutige eingefunden, die die Klippen hinunter in die Lagune springen. Obwohl die Lagune bei Flut immer vom Meer überspült wird, hat das Wasser hier eine ganz andere, nämlich viel blauere Farbe. Entstanden ist sie wohl aus einem ehemaligen Steinbruch, in dem Schiefer abgebaut wurde. Das erklärt dann auch den so dunklen Sand… Wir klettern ein bisschen herum, Marco macht ein paar Luftbilder und wir schauen den Wagemutigen beim Springen zu.

Ja, das ist eine offizielle Straße!
Sandstrand
Die blaue Lagune

Wir sitzen noch gemütlich vor dem Wohnmobil und trinken einen Kaffee, während wir das Treiben am Strand beobachten. Das Ausparken dauert dann später etwas länger, der Parkplatz ist mittlerweile sehr voll und auch  noch voller kraterähnlicher Schlaglöcher. Dann noch beim Weg den Berg hinauf wieder hoffen, dass niemand entgegenkommt – alles hat geklappt. Wir landen später bei einem Stellplatz in Carmarthen. Der Platz gehört zu einem Bauernhof, wir machen noch einen Spaziergang quer durch die Kuhwiese bis zum Flussufer, später wird an einer seichteren Stelle des Flusses noch ein Staudamm gebaut. Ansonsten lassen wir den Tag ruhig vorübergehen.

Rund um Carmarthen

Paxton’s Tower
Ruine Nähe Carmarthen

Unser nächstes Ziel sind die Henrhyd Wasserfälle, diese haben wir, als vom National Trust verwaltet, in unserer Broschüre des National Trust gefunden. Sie gut aus, liegt auf dem Weg. Zwischendrin halten wir noch kurz bei einem Reifenhändler, unser linker Vorderreifen ist schlecht ausgewuchtet – in ein paar Minuten ist das erledigt. Das ging hier schnell, unkompliziert und günstig. Wir erreichen kurz danach den Parkplatz, von dem man aus zu den Wasserfällen hinunterwandern kann. Meine Familienempfehlung Wanderschuhe anzuziehen war goldrichtig, es ist steil, schlammig und rutschig. Unglaublich, wie viele andere Leute uns hier in fragwürdigem Schuhwerk, teilweise sogar in Flip-Flops, begegnen. Keine Ahnung, wie die das überhaupt unfallfrei bis zum Wasserfall geschafft haben… Der Weg ist recht anstrengend, aber wunderschön durch den Wald. Nach nicht mal einem Kilometer erreichen wir den Wasserfall. Traumhaft schön….

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Vom Parkplatz aus machen wir noch unseren Stellplatz für die Nacht klar, es ist eine Farm in der Nähe von Newport, am Bristol Channel, da wir uns ja jetzt bald wieder in Richtung der englischen Gefilde begeben wollen. Die Dame, die uns dort empfängt ist schon ziemlich betagt, blind und scheinbar unglaublich froh, wenn sie Gäste hat, denen sie etwas erzählen kann. Wirklich nett, solche Bekanntschaften zu machen. Es gibt hier zwei Campingwiesen, wir entscheiden uns für die vordere, auf der hinteren stehen schon zwei Wohnwagen. Wir sind auf der ersten Wiese ganz allein, Gesellschaft leisten uns nur zwei Schafe, die unheimlich süß sind und sich gern von uns kraulen lassen. Die alte Lady erzählt uns, dass direkt hinter dem Grundstück, einmal quer über die Wiese ein See liegt. Wir wandern noch kurz auf einen kleinen Abendspaziergang hinunter und finden ein verwunschenes kleines Wäldchen mit einem Angelteich darin. Absolut still und mystisch schön hier…

Während wir noch gemütlich draußen vor dem Wohnmobil sitzen und ein bischen im Internet surfen, stellen wir fest, dass wir uns genau zwischen Cardiff und Newport befinden. Und zwar jeweils nur rund 8 Meilen davon entfernt. Wir stöbern ein bisschen und stoßen auf die Cardiff Bay, hier liegt in der Fernsehserie Torchwood deren Hauptquartier und in eben dieser Bucht liegt auch die Doctor Who Experience. Ja, jetzt wird’s wieder nerdig. 😉  Also, wir haben schon vor Jahren Torchwood verschlungen, sind jetzt aktuell bei der (neuen Serie) von Doctor Who – beides wird in Cardiff gedreht und es gibt ein Doctor Who Museum / Attraktion – 8 Meilen von uns entfernt! Außerderm besteht diese nur noch bis September diesen Jahres, eine zweite Chance wird es wohl also nie mehr geben. Also fassen wir dann mal kurzerhand den Entschluss, dass wir am nächsten Morgen mit den Fahrrädern nach Cardiff radeln werden.

Gesagt, getan… Bereits auf dem Hinweg ist es recht bergig, allerdings überwiegend bergig bergab. Die Familie fürchtet sich ischon jetzt vor dem Rückweg – bergauf. Ich finde allerdings viel schlimmer, als wir die Gewerbegebiete vor Cardiff erreichen, wieviel Verkehr hier herrscht und es gibt nicht wirklich viele Fahrradwege. Wir legen also gute Teile der Strecke auf dem Bürgersteig zurück, auch egal. Nach ziemlicher Sucherei – Google Maps – versteht irgendwie nicht wo wir hin wollen oder wir verstehen Google Maps nicht, wie auch immer, erreichen wir dann doch die Cardiff Bay mit dem berühmten Millenium Plaza (der Eingang zu Torchwood, unterirdisch, versteht sich 😉 ) . Ein Stück weiter dann auch das Gebäude der Doctor Who Experience. 

Millenium Plaza

 

 >>>>>>>> >>>>>>>>Ab hier nur noch für Whovians, normale Leute lesen bitte unten weiter 😉 

Wir kaufen Tickets und müssen nur ein paar Minuten warten, bis die nächste Tour beginnt. Wir werden von einer netten Dame in Timelord-Mantel begrüßt, die uns erstmal unsere Kristalle überreicht, jeder hängt sich einen Kristall um den Hals. Nach einem kurzen Film über das Doctor Who Universum, der wirklich gut gemacht ist, sogar unsere Tochter, die die Serie ja noch nicht kennt, versteht die groben Zusammenhänge und die für die Tour relevante Zusammenhänge. Danach öffnet sich die Leinwand und wir stehen im Herz der Tardis, der Doctor (der zwölfte Doctor Peter Capaldi), erscheint auf einem Bildschirm und fragt, was wir da unten tun. Unsere Kristalle werden aktiviert (die Anhänger leuchten 😉 )und wir treten durch die Tür der Tardis in den oberen Bereich. Die Kinder der Tour müssen nun unter Anweisung der Dame und des Doctors die Tardis fliegen. Dabei dürfen sie auch kräftig an diversen Hebeln ziehen und reißen. Danach erreichen wir dann ein Set in dem wir von Daleks angegriffen werden, hier muss eines der Kinder einen Kristall finden. Im nächsten Bereich landen wir bei den weinenden Engeln <<NICHT BLINZELN>>, hier hat Kaylee die Ehre einem der Engel den Kristall abzunehmen ;-). So stolz ist sie. Im letzten Bereich gibt es dann ein 3D-Kino, der Doctor möchte, dass die gesammelten Kristalle in eine Konsole gesteckt werden. Damit sind wir dann natürlich alle gerettet ;-).Die Tour ist wirklich toll gemacht und für Fans ein Muss. Die Moderatorin hat das auch echt gut gemacht, man nahm ihr die Interaktion mit dem Doctor auf dem Bildschirm echt ab. Das Publikum wurde involviert, man sah beeindruckende Sets. Wobei das Engel-Set für kleinere Kinder vermutlich zu gruselig wäre. Kinder unter 8 würde ich nicht mit in die Tour nehmen. Im zweiten Teil der Experience bekamen wir dann noch unglaublich viele Requisiten zu sehen, das hat uns echt umgehauen, damit hatten wir, vor allem in Anbetracht des recht günstigen Eintrittspreises echt nicht gerechnet. Hier durften wir dann auch Fotos machen und haben auch ganz viele gemach… Wie bei jeder guten Attraktion landeten wir zum guten Schluss im Shop, leider schien hier aber schon der Auverkauf stattzufinden, es gab nicht allzuviele Produkte. Da findet man im Internet deutlich mehr. Fazit zur spontanen Schnapsidee Doctor Who Experience: Es war einfach toll, ein Highlight des Urlaubs!

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Wir schwingen uns wieder auf die Fahrradsättel, kaufen noch ein wenig ein und versuchen dann am Bahnhof ein Großraumtaxi zu bekommen, dass uns mitsamt unserer Räder wieder auf den Stellplatz bringt. Nach kurzen Unklarheiten, wo denn eigentlich unser Stellplatz ist, erreichen wir dann wieder unser Wohnmobil.  Wir haben dann später gelernt, dass in Großbrittanien jedes Areal seine ganz eigene Postleitzahl hat. Man braucht also garnicht Straße, Hausnummer.  PLZ sondern nur den Postcode und erreicht ziemlich viel exakt sein Ziel. Toll – wenn man’s weiß.

Heute machen wir uns auf Richtung Cornwall. Vorher besichtigen wir aber noch das Tredegar Herrenhaus in Newport, liegt direkt auf dem Weg und wir können zum ersten Mal Gebrauch von unserer National Trust Mitgliedschaft machen, mit der für uns hier der Eintritt frei ist. Das Tredegar House ist ein altes Herrenhaus, in dem im Laufe der Jahre ein paar wohl exzentrische Persönlichkeiten gelebt haben. So hielt der letzte Hausherr wohl einen ganzen Reptilienzoo in seinem Schlafzimmer…. Toll hier ist, dass es direkt am Anfang eine Verkleidungskiste für Kinder gibt. So kann man das Haus in zeitgenössischer Kleidung besichtigen. Außerdem wurde hier die Folge von Doctor Who gedreht, in der Torchwood gegründet wird. Ach, wir sind schon wieder bei Dr. Who 😉 …

Der National Trust ist hier super organisiert. In beinahe jedem Raum ist ein Guide präsent, der oder die uns alles mögliche zum jeweiligen  Raum und zur Geschichte der Bewohner erzählt. Toll finden wir vor allem den Korridor, in dem die Glocken läuteten, wenn die Herrschaften das Dienstpersonal angefordert haben. Kennen wir ja so ähnlich schon aus Downton Abbey. Im Tredegar House ist auch noch das erste Telefon der Stadt, mit der Nummer „Newport 1“ zu besichtigen. Alles in allem ein toller Besuch in einem echt britischen Herrenhaus.

Die Fahrt verläuft problemlos, toll finden wir, dass wir eine mautpflichtige Brücke passieren, die Maut aber nur von den Engländern kassiert wird, nicht von den Walisern. Das heißt in Richtung England brauchen wir nicht zahlen. Am späten Nachmittag steuern wir einen Campingplatz in der Nähe von Minehead / Porlock an. Er liegt absolut idyllisch an einem Flüsschen und gehört zu einem Reiterhof. Würden wir länger hier bleiben, wäre Kaylee sicher auch mal zum Pony reiten gegangen. Wir planen hier aber nur eine Übernachtung auf dem Weg nach Tintagel, wir nutzen die gute Infrastruktur des Platzes und waschen eben eine Maschine Wäsche. Hier gibt es wahnsinnig große Waschmaschinen und noch viel größere Trockner. Schnell sind sie auch noch, somit ist das Thema Wäsche innerhalb von eineinhalb Stunden erledigt. Toll.

Tredegar House
Am CP

Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht geht es weiter durch den Exmoor National Park Richtung Tintangel. Wie gut, dass wir wieder den britischen Straßenatlas, den wir im letzten Jahr von der netten schottischen Familie in Dunnet Head geschenkt bekommen haben, dabei haben. Denn dieser zeigt uns jetzt direkt mal wieder heftige Steigungen und Gefälle vorhersagt. Wir beraten ein wenig, entscheiden uns dann aber doch, mangels Alternativen, für Augen zu und durch. Leider können wir so die wirklich tolle Landschaft nicht so richtig würdigen und genießen. Wir müssen wieder Steigungen von 25% Prozent hoch, da kommt unser armes, altes Wohnmobil echt an seine Belastungsgrenzen. Wo es mal nicht so steil ist, ist es eng. Die Straßen hier sind wirkich so schmal, da war Schottland nix gegen! Das Problem ist hier, dass es keinen Platz zum ausweichen gibt. Entweder sind die Straßen von Hecken, Häusern oder Mauern begrenzt, beidseitig. Da hilft nur ganz langsam aneienander vorbeifahren und machnmal Augen zu, zumindest als Beifahrer ;-). Wir haben im Vorbeifahren aber auf jeden Fall eine Herde der im Exmoor National Park wildlebenden Ponys gesehen!

Am Nachmittag erreichen wir Tintangel – hier soll, der Legende nach, die Burg stehen, in der der sagenumwobene König Artus gezeugt wurde. Uns gefällt an Tintangel schonmal, dass es mitten im Ort zwei große Parkplätze gibt, auf denen auch das Übernachten mit Wohnmobilen erlaubt ist. Wir steuern zunächst einen Wiesenparkplatz an, dieser ist sehr voll. Wir finden noch ein enges Plätzchen, haben aber schon beim einparken Bedenken, da die Wiese sehr nass und matischig ist. Wir brechen zu einer kleinen Erkundungstour ins Dorf auf. Dabei finden wir dann, quasi nebenan, den nächsten Parkplatz. Dieser ist asphaltiert und der Wohnmobil Bereich liegt ein bisschen separater, zwar auch auf Gras, aber das scheint hier deutlich weniger ausgefahren. Wir parken also, mit Mühe und Not, da wir uns leicht festgefahren haben und aus dem engen Parkplatz kaum rauskommen, auf den anderen Platz um. Viel besser. Nun können wir auch in Ruhe die kleinen Touristenshops, die sich hier aneinander reihen, erkunden. Auch das alte Tintangel Old Post Office, das wir dank National Trust umsonst besichtigen können, ist toll. Das schiefe Häuschen steht schon seit über 700 Jahren steht. Das hat uns  sehr beeindruckt! Wir beschließen gegen Abend noch einen Spaziergang an die Steilküste Richtung Tintangel Castle zu machen. Dies erweist sich als goldrichitg. Es sind jetzt viel weniger Touristen unterwegs, als tagsüber. Am Nachmittag sah der kleine Wanderweg Richtung Klippen nach Völkerwanderung aus. Jetzt ist es wirklich toll. Das Meer und die Felsen sind unglaublich hier. Es ist sehr windig und das Meer tobt unter uns. Auch einen Blick auf die paar Mauerreste der Burg können wir von hier aus werfen. Eine Besichtigung haben wir nicht geplant,  es sind halt wirklich nur noch ein paar Mauerrreste. Wir wandern oder klettern wieder mal fast, den Küstenweg weiter und machen noch ein paar Fotos an einer alten Kirche mit Friedhof. Hier gibt es noch jahrundertealte Gräber. In der Abenddämmerung sehen die keltischen Kreuze mystisch aus… Der Weg bringt uns nun, viel weniger steil als der Hinweg wieder zurück ins Dorf. Wir holen uns noch eine tolle Portion Fish & Chips und essen lecker im Wohnmobil. Der Parkplatz ist mittlerweile fast komplett leer. Nur nch die Wohnmobile sind da. Kaylee lässt noch ein bisschen ihren Drachen auf dem Parkplatz steigen…

Tintangel Old Post Office
Auf dem Weg zum Castle

Heute brechen wir zu einem kleinen Treffen klassischer Hymer Wohnmobile auf. Wir sind Mitglieder dieser Facebook Gruppe, letztes Jahr, auf dem Heimweg von Schotland, wurden wir „angeworben“ und haben seitdem schon ein paar nette Bekanntschaften gemacht und viele wertvolle Tipps bekommen. Toll, dass dieses kleine Treffen der Gruppenmitglieder genau in unseren England Urlaub fällt und in unsere Reiseroute passt. Es findet auf einer Campingwiese direkt auf der Klippe des Bedruthan Steps Strandes statt. Der Platz öffnet nur für zwei Monate im Sommer, alles ist sehr rudimentär – aber der Ausbilick ist gigantisch. Leider ist es an diesem Freitag extremst stürmisch und es hört kaum mal ein paar Minuten auf zu regnen. Trotzdem finden sich mit und mit ein paar alte Hymer ein. In einer kleinen Regenpause schauen wir uns mal kurz von oben den Strand an. Das Meer tost und tobt im Sturm. Toll. Erst am Nachmittag des nächsten Tages wird das Wetter etwas besser, wir besuchen den nahegelegenen National Trust Shop und gehen an den Strand runter. Leider regnet es dann wieder. Abends können wir dann mal die Wohnmobile verlassen und ein paar Worte mit den anderen wechseln. Dann regnet es aber auch schon wieder.. Sonntag morgens scheint dann endlich die Sonne. Alles klettert aus den Kojen und wir verbringen noch ein paar nette Stunden bei Gesprächen, fast alle haben auch Hunde dabei, die ausgelassen über die riesige Wiese toben können. Wir bedauern, dass wir nicht beim großen Treffen, das immer im September stattfindet, dabei sein können…

Trotz Mistwetter ein paar schöne Fotos…

Gegen Nachmittag erreichen wir die Gegend um Land’s End. Aus heute nicht mehr nachzuvollziehenen Gründen landen wir allerdings nicht auf dem von mir seit Jahren anvisierten Campingplatz, auch nicht auf dem Platz des Caravan Club, bei dem wir ja Mitglieder sind, sondern auf einem Platz des konkurrierenen Camping & Caravanning Club.  Toll im Nachhinein, da wir eine nette deutsche Familie kennenlernen und Kaylee sowohl in deren 10-Monate alten Sohn als auch in einem gleichaltrigen englischen Mädchen Spielgefährten findet. Am Nachmittag bringen wir mal unsere Wäschevorräte wieder auf Vordermann, am nächsten Morgen können wir dann, in netter Gesellschaft, bei Sonnenschin draußen frühstücken. Nach dem Frühstück wandern wir nach Land’s End. Wir  waren ja darauf vorbereitet – sind aber dann doch ein klein bisschen geschockt – im Gegensatz zum anderen Ende, John O’Groats in Schottland, ist das hier ein absoluter Touristen-Rummel-Konsum-Terror-Ort. Geschäft reiht sich an Geschäft, es gibt noch ein Kino und natürlich zahlreiche Gelegenheiten zum Essen. Außerdem kann man für, ich glaube 9 Pfund, ein Foto am legendären Wegweiser machen lassen. Wir machen kostenlose Fotos und stöbern ein bisschen nach Souvenirs. Dann beschließen wir mit dem Bus zurück zum Platz zu fahren. Es sind immerhin so knapp sieben Kilometer. Mit dem Bus bekommen wir noch eine kostenlose Rundfahrt durch Sennen Cove, hier muss der Bus drehen! Das ist auch mal ein Erlebnis für sich, da es sich natürlich auch hier wieder mal um Sträßchen handelt, die der normale Deutsche nicht mal mit dem Kleinwagen befahren mag ;-). Wir haben später noch einen extrem schönen Abend bei tollen Gesprächen und unserem letzten Rest Whiskey mit unseren deutschen Platznachbarn. Für solche Begegnungen reisen wir! Es wird spät und wir schauen noch ein paar Minuten in den gigantischen Sternenhimmel – hier, fernab von großen Städten sind Millionen Sterne zu sehen, jetzt wo das Wetter mitspielt.

Sonnenfrühstück
Die Vegetation hier ist der Hammer…
Am Straßenrand
Die Daleks waren auch schon da…

Heute fahren wir nur ein paar Kilometer weiter, nach Marazion. Von hier aus kann man den St. Michael’s Mount erreichen. Ein auf einer Insel liegendes Schlösschen, ehemals als Kloster genutzt und „Partnerkloster“ des gleinamigen Mont Saint Michel in Frankreich. Da uns ebendieser vor zwie Jahren extrem beeindruckt hat, ist klar, dass wir uns auch den Saint Michaels Mount anschauen. Wissentlichm dass dieser viel kleiner ist als der in Frankreich. Die Besonderheit hier in Cornwall, der Mount ist tatsächlich noch eine Insel, zumindest bei Flut. Dann legen im Minutentakt Bötchen ab, die die Besucher rüber zu Insel schippern. Auch wir treffen bei Flut ein und fahren deshalb mit dem Boot rüber. Je nach Flutstand ändern sich wohl auch die Abfahrtspunkte. Nachdem wir angekommen sind, haben wir dank National Trust freien Eintritt und erklimmen den Berg. Das kann man wörtlich nehmen! Hier treffen wir wieder auf interessante Infrastruktur, für einen Ort der so vielbesucht ist. „Das würde in Deutschland der Tüv nicht abnehmen, trifft es wieder ganz gut. Der Weg nach oben ist gelinde gesagt holperig. Kopfsteinpflaster ist nix dagegen, machnmal gibt es aus dem Fels gehauene Brocken statt Treppenstufen. Geländer? Fehlanzeige. Nicht dass uns das stören würde, ganz im Gegenteil, auch schon in Schottland fanden wir diese Art, den Besuchern einfach mal gesunden Menschenverstand zuzutrauen anstatt alles einzuzäunen und tausenmal einzuzäunen extrem entspannt. Und zumindest in England hatten wir das nicht erwartet, gefühlt sind die Engländer doch eigentlich strenger, aufgeräumter oder so, als die Deutschen, oder? Nach dem Aufstieg könenn wir einige Räume des noch bewohnten Gemäuers besichtigen. Schon nett hier, von der Größenordnung allerding keinesfalls vergleichbar mit dem Schwesterberg in der Normandie.(Normandie/Bretagne 2015) Drumherum gibt es einen tollen Garten mit sehr exotischen Pflanzen. Heute leider nicht zu besichtigen. Aber auch so gibt es schon tolle Pflanzen zu sehen. Wir trinken noch einen leckeren Kakao mit Marshmallows draußen auf der Terasse und beobachten die Leute, die schon jetzt den Fußweg zurück an Land nehmen wollen. Das artet teilweise in Schwimmen aus.  Später wandern wir dann auch zurück an Land, mit nur minimal nassen Füßen… 😉

Wir haben leider festgestellt, dass unser Urlaub wieder mal viel zu kurz für das ist, was wir eigentlich noch alles sehen wollen. So entschließen wir uns heute einige Kilometer schonmal in Richtung Osten und somit nach Hause zurückzulegen. Das ist immer ein bisschen traurig, wenn es nicht mehr weiter westwärts geht (wir waren ja immer unsere Touren westwärts…) und wir quasi „umkehren“ müssen. Wir fressen also Kilometer, unterwegs besichtigen wir noch ein nettes National Trust Herrenhaus, das Montacute House. Als Ziel für den kommenden Tag haben wir Stonehenge gesetzt. Wir halten Ausschau nach einem Übernachtungsplatz für den Abend, als wir schon an Stonehenge vorbeifahren. Man kann den Steinkreis von der Schnellstraße aus sehen. Da schlechtes Wetter und es schon recht spät ist, planen wir kurzerhand um und besichtigen Stonehenge sofort. Unsere Planung geht insofern auf, dass die Besucheranzahl wirklich sehr überschaubar ist, dass wäre mittags sicher ganz anders. Das schlechte Wetter tut sein Übriges, selten sind wir so nass gewesen. Wir werden mit dem Bus bis zum Steinkreis gefahren, bei schönem Wetter würden wir jezt ganz gemütlich entlang schlendern, zwischendurch mal stehenbleiben und uns die Hintergrundinfos von unserem Audioguide anhören und so. So machen wir jetzt Besichtigung auf japanisch: Einmal schnel rum, paar Fotos machen und dann schnell wieder ins Trockene. 😉 Nichtsdestotrotz ist dieses Bauwerk absolut beeindruckend, dass hier zur Sommersonnenwende eine mystische Atmosphäre herrschen muss, kann man sich gut vorstellen. Wir kaufen noch ein paar Souvenirs und schauen uns noch kurz die Ausstellung an – eigentlich zieht es uns aber in unser gemütlich warmes Wohnmobil zu unseren trockenen Klamotten.

Einen Übernachtungsplatz haben wir ja nun immer noch nicht. Nun ja, wir wälzen mal unsere  Stellplatzführer und studieren die Karte. Dabei lasse ich dann mal so nebenbei einfließen, dass wir nur eine halbe Stunde von Highclere Castle, dem aufmerksamen Fernsehzuschauern besser bekannt als „Downton Abbey“, entfernt sind. Also fahren wir mal dort hin, in der leisen Hoffnung, dort vielleicht einen Parkplatz mit Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Wir schaffen es bis in die Zufahrt, weiter darf man aber außerhalb der Publikumsöfffnungszeiten nicht. Also nix mit übernachten hier. Aber morgen wollen wir das Castle besichtigen, falls wir denn reinkommen. Auf der Website wird empfohlen die Tickets vorzubuchen – und die sind restlos ausverkauft. Aber es gibt wohl auch noch ein tägliches Kontigent für Spontanbesucher. Darauf hoffen wir nun.  Ein paar Kilometer weiter finden wir dann auch noch ein Plätzchen auf einem kleinen Campingplatz. Alles gut für heute….

Wir starten recht zeitig nach Highclere Castle, natürlich in der Hoffnung noch Einlass zu erhalten. Wir haben nicht auf den Tacho geschaut, aber die Zufahrt ist so geschätzt 1,5 lm lang. Das Grundstück ist riesengroß.  Wir haben dann Glück bei den Tickets und schönes Wetter. Wir müssen kurz Schlange stehen und werden dann gruppenweise eingelassen. Leider darf man drinnen keine Fotos machen. Aber es ist gigantisch! Es ist genau wie in der Serie, man betritt zuerst die gigantische Bibliothek und den Salon. Wie man dann erkenenn kann, hat Downton Abbey wirklich in genau dieser Kulisse gedreht. Sogar die Möblierung und die Gemälde sind genau die gleichen, wie in der Serie. Danach geht man durch das Damenzimmer und noch ein Zimmer, dass in der Serie nicht vorkommt. Man erreicht über eine Nebentreppe das Obergeschoss. Hier kann man viele der Schlafzimmer anschauen und läuft dabei über die Galerie mit tollem Blick in die große Halle. Über die „Showtreppe“ geht man dann wieder nach unten und kann sich die Halle ansehen. Beeindruckend! Danach geht es in den Keller. Der in der Serie gezeigte Bereich der Bediensteten ist übrigens nicht hier gefilmt worden, sondern im Studio. Somit kann man in diesem Bereich nur noch die Dienstbotentreppe kennen. Danach gibt es natürlich noch den obligatorischen Shop. Außerdem kann man noch beliebig lange die Gardens besichtigen. Und hier könnte man vermutlich Tage! verbringen. Das Gelände ist gigantisch groß. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, der Eintritt war natürlich recht hoch, aber das „Downton Feeling“ war toll! Unser diesjähriger Urlaub hätte wohl auch die „Drehorte-Tour“ heißen können ;-).

Recht nah bei Dover, von wo aus unsere Fähre übermorgen fährt, liegt noch die Ruine des Bodiam Castle. Diese wollen wir noch besichtigen. Wir suchen eigentlich nach einer Certified Location in der Nähe, haben aber heute irgendwie Probleme mit dem GPS und brauchen ein wenig um diese zu finden. Leider hat sie dann aber auch keinen Platz mehr für uns. So fahren wir auf einen Club-Platz in der Nähe.

Am nächsten Morgen besuchen wir Bodiam Castle. Es sind zwar teilweise nur noch Mauerreste vorhanden, trotzdem kann man sich ganz gut vorstellen, wie die Hallen mal aussahen. Es muss eine große Wasserfestung gewesen sein… Für Kinder gibt es noch die Möglichkeit Bogen zu schießen und ein Foto mit einer echten Eule zu machen. Der National Trust macht wirklich immer ein schönes Rahmenprogramm. Wir genießen zum Urlaubsabschluss noch einen echten Cream Tea (ich) bzw. Baked Potato mit Beans (mein Mann) im NT Cafe. Schön draußen im Sonnenschein…Zurück zum Campingplatz geht es wieder durch arg enge Sträßchen. An einer Hecke verabschiedet sich doch dann glatt unser linker Außenspiegel. Kann man zum Glück einfach wieder anschrauben, kaputt ist er nicht.

Cream Tea
Bodiam Castle
und wieder enge Straßen

Wir verbringen einen ruhigen letzten Abend auf dem Campingplatz und machen uns am nächsten Morgen zeitig auf nach Dover. Wir haben natürlich die leise Hoffnung, dass wir wieder, wie auf der Hinfahrt eine frühere Fähre nehmen können. Nach dem Auffahren auf die Autobahn verabschiedet sich dann plötzlich wieder der linke Außenspiegel. Hielt scheinbar doch nicht mehr so gut…

Wir komen ungefähr zwei Fähren zu früh am DFDS Terminal an. Leider geht unser Plan nicht auf, wenn wir die nächste Fähre nehmen wollten, müssen wir einen saftigen Aufpreis zahlen. Wir entscheiden uns dagegen und werden somit wieder komplett aus dem Hafengebiet rausgelotst. Also alle Sicherheitschecks und Warterei umsonst… Dover ist schon eine recht große Stadt und wir wissen zunächst mal nicht so recht wo wir denn jetzt einen Parkplatz finden können, auf dem wir so drei bis vier Stunden bleiben können. Mir kommt die Idee einen großen Supermarkt anzufahren, die haben ja auch große Parkplätze. Also mal eben Tesco ins Navi eingegeben, bingo. Außerhalb von Dover im Gewerbegebiet gibt es einen Tesco. Dann kommt uns die Idee besser einen Autoteileshop zu suchen, auf dem Kontinent wird uns der linke Außenspiegel schon sehr fehlen. Zuerst finden wir in diesem Gewerbegebiet einen Baumarkt, aber anders als deutsche Baumärkte gibt es hier gar kein Autozubehör. Wir befragen nochmal das Internet und finden einen Autoshop. Der hat aber leider nur Spiegel zum Einkleben aber keine Gehäuse. Wir kaufen einen Minispiegel, aber der lässt sich auch nicht richtig befestigen. Marco dreht aber die Rückfahrkamera so, dass sie quasi wie ein Außenspiegel funktioniert. Zur Not geht das. Wir kaufen auch noch ein paar Lebensmitel ein und können dann später auf die Fähre. Die Überfahrt vergeht schnell beim Abendessen und einem Bummel durch den Shop. Auf dem Außendeck sehen wir die Sonne untergehen. Von Dünkirchen aus sind wir dann nach ungefähr vier Stunden wieder zuhause…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zusammenfassend hatten wir einen wunderbaren Urlaub. Wales hat uns allerdings wesentlich besser gefallen als Südengland, obwohl Wales ja eigentlich nur Bonus war und Südengland das erklärte Ziel, seit Jahren. Wales erinnerte uns mehr an Schottland: Weniger Menschen, mehr Natur und mehr Gelassenheit. England war wesentlich voller, sowohl an Menschen, als auch an Autos und Touristenattraktionen. Die Waliser strahlten irgendwie etwas Lässigeres aus, ähnlich den Schotten. Selbst in Cardiff, der Hauptstadt, ging es entspannt zu. Wales, vor allem den Norden, den wir zeitlich nicht mehr besuchen konnten, werden wir auf jeden Fall nochmal besuchen. Wahrscheinlich in Verbindung mit einer intensiveren Besichtigung von Schottlands Westen. Nach Südengland zieht es uns eigentlich nicht mehr. Lands End und Stonehenge, unsere „Must-see’s“ dort haben wir gesehen, das ist ok jetzt. Wir können von uns sagen, dass wir beide „Ends“ – John O’Groats und Land’s End besucht haben, zwar nicht in einer Tour, aber was soll’s? 😉

Das Fahren mit dem Wohnmobil war in Südengland wesentlich anspruchsvoller als in Schottland. Die Autobahnen sind verkehrstechnisch eine absolute Katastrophe, schlimmer als im Ruhrgebiet. 😉  Gefühlt von Stau zu Stau. Die kleinen Landstraßen sind zu großen Teilen auch einen Katastrophe, weil sie so schmal sind und in der Rgel beidseitig von Hecken oder Bergen begrenzt werden. Keine Möglichkeit auszuweichen. Das fanden wir in Schotttland deutlich besser gelöst. Dort war der Bewuchs nicht so hoch und man konnte notfalls mal auf den Grünstreifen ausweichen und vor allem waren dort alle Straßen, die so derart schmal waren, Single Track Roads. Das heißt man fährt in eine Ausweichbucht wenn Gegenverkehr kommt. In England versucht man sich halt auf Biegen und Brechen aneinander vorbeizuquetschen. Sehr unentspannt, das Ganze.

Wie so oft waren die ungeplanten Erlebnisse im Nachhinein die Besten. Zum Beispiel die Besuche der Doctor Who Experience bzw. der ganze Radtrip nach Cardiff und Highclere Castle. Die Gegend bei St. Davids und der Blue Lagoon, die wir ohne die Empfehlung der englischen Familie nie angesteuert hättten, war ebenfalls traumhaft schön.

Absolut gelohnt hat sich auch die Mitgliedschaft im National Trust. Ingesamt haben wir so ca. 30 Pfund gegenüber den Einzeleintrittsgeldern gespart. Aber vor allem haben wir so einige tolle Sehenswürdigkeiten so auf dem Weg „mitgenommen“. Das würde man vermutlich nicht machen, wenn man jedes Mal extra Eintritt zahlen müsste und manchmal, weil schon nachmittag ist nur noch ein oder zwei Stunden Zeit für die Besichtigung hätte.   Besonders das Tredegar House bei Cardiff / Newport hat uns sehr beeindruckt.

Unser Fazit: Wales wir kommen irgendwann wieder!

Niederrhein und östliche Niederlande

Niederrhein / niederländische Provinz Limburg *

An den freien Wochenenden möchten wir natürlich auch gern unterwegs sein, nur nicht allzu weit sollte es  sein, für zwei Nächte ein paar Hundert Kilometer fahren macht  einfach keinen Spaß… Auch in unserer Nähe ist es wunderschön, wie wir immer wieder feststellen…

Ein paar schöne Fleckchen möchten wir hier vorstellen:

Kevelaer / Irrland *

Kevelaer ist wohl den meisten Katholiken in NRW ein Begriff – der Pilgerort schlechthin. Genauso ist der Ort auch, lauter Kirchen, Kreuze und alte Leute. 😉 Nix für uns, obwohl die Fußgängerzone an sich ganz nett ist.

Uns zieht es dann mehr in ein Nachbardorf von Kevelaer, hier gibt es für Kinder den Frezeitpark „Irrland“, der absolut eine Reise – oder auch nur einen Tagesausflug wert ist. Entstanden aus einem Maislabyrinth auf einem Bauernhof, ist hier in in den letzten Jahren ein riesiges Spielparadies entstanden. Hier findet man alles, was das Kinderherz begehrt – aber alles „ohne Strom“. Rutschen, Hüpfkissen, Klettergerüste, Maisschwimmbad – zwischendurch ein paar Tiere. Und für die Väter: Es gibt hunderte Grillplätze, hier muss man(n) quasi den Grill anschmeißen. Obwohl in Irrland das Wort Kinder großgeschrieben wird ist es für Jugendliche von 13-17 Jahren nur eingeschränkt zu empfehlen. Da die Betreiber des Parks anscheinend in der Vergangenheit sehr viel Probleme mit randalierenden Jugendlichen hatten.

Für die Wohnmobilfahrer gibt es dann nur ein paar hundert Meter weiter, einen tollen Stellplatz bei einer alten Bunkeranlage. Heute gibt es hier eine Trabrennbahn und viele der alten Bunker werden als Ställe genutzt – (Achtung, hier gibt es leier auch unfreundliche, freilaufende Hunde und uneinsichtige Hundehalter!) Der Stellplatz an sich ist der Hit. Platz ohne Ende, man stellt sich einfach dahin, wo man möchte. Strom ist inklusive und gibt es auch reichlich, wenn man nicht ganz allein abseits stehen will. Alles von Wald umgeben, manchmal sogar mit Brötchenservice.  Für uns ein toller Platz.

Im Irrland
Stellplatz Kevelaer
hier gibt es viel Platz
und umgebaute Bunker

 

Rees *

Rees war auch ein Zufallsfund für uns. Schon oft waren wir am sogenannten „Niederrhein“ unterwegs. Alles ab dem Nettetal heißt ja schon Niederrhein. In Rees hatte ich zufällig das treffendste Wortspiel überhaupt gefunden – „wir waren zwar schon oft am Niederrhein, aber da war nie der Rhein“. Zum ersten Mal dann in Rees, hier ist Niederrhein – aber der Rhein ist da! Mal eine ganz neue Erfahrung. Rees hat eine nette Rheinpromenade zum entlangschlendern, man kann in der Stadt nett was einkaufen und der Wohnmobilstellplatz ist auch absolut solide.

Stellplatz Rees

 

Grubbenvorst – in der Nähe von Venlo, Zuid-Limburg *

Hierhin zieht es uns immer wieder. Der Stellplatz hier ist einer der gepflegtesten Plätze, die wir je besucht haben. Idyllisch am Waldrand bei einem früheren Gehöft gelegen. Auch heute hält die Familie noch ein paar Hühner, die frisch gelegten Eier liegen für die Camper morgens gratis zum Frühstück bereit, auch kann man sich hier Kräuter fürs Essen abschneiden oder ein Buch oder Zeitschrift leihen. Ab der Saison 2017 ist auch frische Pizza im Angebot, Kaylee hat schon probiert und sie für gut befunden.

Für Kinder am besten überhaupt ist jedochder riesige Spielplatz nur ein paar hundert Meter weiter.

Den netten Ort Grubbenvorst erreicht man nach ungefähr 15 Minuten zu Fuß, hier gibt es die beste Eisdiele der Niederlande, wir können das nur bestätigen, hier muss man einfach mal einen Eisbecher gegessen haben. Wenn man den Ort noch ein Stück weiter durchwandert hat, trifft man auf die schöne Maas, von hier aus kann man mit der Fähre den Fluß überqueren oder einfach das tolle Maaspanorama genießen.

Kompas Grubbenvorst Stellplatz
großer Spielplatz Nahe Stellplatz
Grubbenvorst an der Maas

 

Neer *

Unseren Lieblings-Wochenendstellplatz findet man in Neer, hier gibt es nicht viel außer einen grandiosen Blick auf die Maas. Man steht direkt am Ufer, beim Yachthafen. Es ist bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit der Hit, den vorbeituckernden Schiffen zuzuschauen… Ach ja, leckere holländische Pommes gibts in einem Restaurant oberhalb des Hafens auch.

Die Maas am Yachthafen Neer
zu jeder Zeit ein Traum

 

Brüggen *

In Brüggen gibt es einen netten kleinen Tierpark. Große Spielplätze für Kinder und ein paar nicht allzu exotische Tiere, alles schön im Wald gelegen. Das Ganze hat einem, wie wir finden, leicht runtergerockten 70er Jahre Charme. Solche Spielgeräte auf dem Spielplatz gibt’s heute garnicht mehr. Der Brüggener Wohnmobilstellplatz (hinter Aldi) war nicht wirklich unser Fall. Man steht sehr dicht aneienander, das ganze irgendwie so im Hinterhof- beim nächsten Mal sind wir dann den Campingplatz „Brachter Wald“ angefahren, hier gibt es sehr schöne Plätze für Wohnmobile, ein bisschen preiswerter als die normalen Campingpreise – aber wirklich hundertmal schöner, als auf dem Stellplatz. Direkt gegenüber vom Brachter Wald gibt es noch einen Campingplatz, den haben wir allerdings noch nicht getestet…

Natur- und Tierpark Brüggen

 

Tolkamer *

ein echter Geheimtipp ist Tolkmer, obwohl so geheim scheint dieser Ort nicht zu sein da er gleich drei Stellplätze bietet. Direkt in Tolkammer an der Hafenmauer oder im Yachthafen oder den den wir gewählt haben direkt an einem kleinen Restaurant. Den kleinen Platz am Restaurant haben wir eher durch Zufall gefunden weil Marco zu faul war zum Kochen und sich auf holländische Fritten gefreut hat. Der Platz an sich ist sehr rustikal hat zwölf Stellplätze eine sehr rudimentäre Stromversorgung (Kabeltromml & Kabeltrommel & Kabeltrommel und zu guter letzt noch eine Kabeltrommel an die wir dann unsere Kabeltrommel angeschlossen haben) Versorgung und Entsorgung sind in Ordnung. Angekommen sind wir vom Chef persönlich auf unseren Stellplatz eingewiesen worden so wird es dort mit jedem ankommenden Wohnmobil gehandhabt kurz im Restaurant melden und schon kommt der Chef in weiß gekleidet, begleitet einen bis auf dem Platz der direkt neben dem Restaurant liegt. Wir kamen freitags nachmittags an und fuhren über den Deich bis zum Restaurant. Anscheinend liegen mehrere Kiesgruben in der Gegend weil uns einige schwere LKWs entgegen kamen. Der Stellplatz liegt direkt an einer Brücke über den die ganzen LKWs fuhren. Zum Glück schien am Wochenende nicht gearbeitet zu werden und somit war es sehr ruhig. Und das ist auch mit das Beste an dem Platz die Ruhe, direkt am Rhein und gerade in den Morgenstunden wenn noch ein bisschen Nebel über dem Rhein liegt ist es herrlich vom Wohnmobil aus die Binnenschiffer zu beobachten. Auf der anderen Straßenseite liegt ein Spielplatz , und im Sommer kann man dort auch schwimmen, oder Boote ausleihen. Wer im Restaurant von der Menukarte bestellt bekommt dem Platz gratis dazu, wir haben uns dazu entschieden dem Platz zu bezahlen weil wir schon öfters festgestellt haben das im Ausland essen gehen um einiges teurer ist als in Deutschland. Also haben wir uns für eine Mischform entschieden Fleisch und Salat hatten wir am Bord und die Fritten kamen aus dem Restaurant, was aber eine herbe Enttäuschung war. Lecker waren sie und bestimmt bei Aldi gekauft. Wer einen rüge naturbelassenen Platz möchte mit der Möglichkeit zum Wandern und Fahrradfahren können wir diesen Platz nur ans Herz legen wir kommen bestimmt wieder, und werden dann das Städtchen Tolkamer erkunden.

… to be continued …

Tipps, wo in NRW / grenznahen Niederlanden es sonst noch schön mit dem Wohnmobil ist? – Lasst es uns wissen!