Trennung und Neuanfang oder aus vier Rädern mach zwei

Bis dass der Tüv uns scheidet…

Anfang der Woche waren wir mit unserem alten Dacia beim Tüv, Öl im Motorraum, Gelenkstange vorne links ausgeschlagen, LPG Tank angerostet, Servo Pumpe undicht. Reparatur käme ca. auf 800-1000€.

Der Alte ist von 2008 und hat etwas mehr als 155.000  km auf den Buckel und die Frage war: Ist das der Anfang von Ende? Oder wie viele Reparaturen folgen?  Meine Frau sieht das ganz pragmatisch; also wird das alte Auto verkauft und gleichzeitig zwei Träume erfüllt:

  1. Es kommt wieder eine Vespa ins Haus.
  2. Das Wohnmobil wird umgemeldet und bleibt ganzjährig angemeldet.

Zu 1. gehen die Meinungen weit auseinander. Ich rate meiner Frau zu einer neuen Vespa „Primavera“ 4T. Und sie möchte gerne eine Alte mit Schaltung. Eine von 1984 hatten wir mal,  mit dem richtigen Vespa Sound – mit unserem Moped-Mechaniker waren wir schnell per Du da wir uns ja oft genug gesehn haben… (War trotzdem die aller-allerbeste und schönste Vespa der Welt! ;-)*Astrid)

Mal gucken was draus wird …..

Zu 2. Juchhuuu  heute waren wir wieder unterwegs mit dem Wohnmobil! Nachdem das Wohnmobil umgemeldet wurde waren wir abends in der Nähe Essen holen und haben gemütlich vor dem Restaurant im Wohnmobil gegessen. Toll, wie so einfache Sachen das Leben unendlich bereichern können – und sind es nicht meistens die kleinen Sachen???

Jetzt planen wir unseren nächsten Ausflüge und das erste Mal Wintercamping. Unsere Tochter freut sich riesig und solange das so bleibt werden wir das auch ausnutzen , dass sie gerne mit uns fährt. Und ich bin nun auf der Suche nach einem Rollerträger. Bei Ebay kleinanzeigen bin ich über ein Angebot gestolpert: Linnepe SmartPort für 400€ in Herne. Der Vorbesitzer hatte einen Linnepe Findus angebracht, von dem aber leider nur noch die Anleitung und die Halterung unterm Auto vorhanden sind. Somit kommt schon wieder ein Pojekt mehr auf meine Liste…

Alles in allem sehe ich es zum ersten Mal positiv ein Auto verkauft zu haben – um damit wieder ein Stück freier zu sein! Da ich beruflich sehr viel nachts arbeite und meine Frau tagsüber ist das zweite Auto mehr oder weniger Luxus gewesen und wie meine Frau sagte, sollten wir ein wenig Downsizing betreiben… Und wie meistens muss ich ihr Recht geben. Ich freue mich im Sommer die eine oder andere Runde mit dem Roller zu drehen – egal ob nun alt oder neu.

Serenity…

Gelassenheit…

wir haben lange über eine Namen für unseren alten Hymer nachgedacht,  beim Kauf wusten wir schon: Mit so einem Wohnmobil legt man sich direkt auch ein paar neue Hobbys zu! Vermutlich würden wir wohl eines demnächst ganz besonders brauchen, nämlich Gelassenheit. So  heißt unsere alte Lady nun also.

Unsere Serenity haben wir in Mühlheim an der Ruhr bei einem Händler gefunden und blauäugig wie wir beide nunmal so sind haben wir sie nach zwei Tagen mit Hilfe von Oma gekauft, ohne sie hätten wir das nicht geschaft, bzw sie brachte uns erst wieder auf die Idee…

Ich sehe uns immer schon mehr so als Individualisten, Pauschalurlaub mit all ink – oder seit neustem all ink plus –  war nie was für uns, von Anfang an sind wir mit dem Zelt unterwegs gewesen, klar am Anfang fehlte auch das Geld überall. Mit der Zeit wurde uns aber auch bewusst das wir es gar nicht anders wollten. Unsere schönsten Erinnerungen hängen immer noch an Zelturlauben … In einem Jahr sind wir in Bredene an der belgischen Nordseeküste regelrecht abgesoffen, das war noch ganz am Anfang mit einem kleinen Igluzelt, seitdem wissen wir: Mit den blauen Ikea Einkaufstüten kann man notdürtig auch bei stärkstem Wolkenbruch ein kleines Zelt abdichten!

Mit der Zeit wurde die Ausrüstung immer mehr, die Zelte immer größer so dass irgendwann selbst der Kombi langsam zu klein wurde.

Als wir unsere Tochter (7) erzählt haben, dass wir ein Wohnmobil kaufen war sie erstmal sauer auf uns, da wir nicht nun mehr im Zelt schlafen werden …. . Das war nun nicht die Reaktion die wir uns erhofft hatten. 😉

 

 

Frankreich ~Normandie / Bretagne

Frankreich ~Normandie und nördliche Bretagne

„Take my love, take my land, take me where I cannot stand. I don’t care, I’m still free – you can’t take the sky from me“

 

Tag 1 – 3 ~ Saint Jouin Bruneval *

Mitte Juli geht es endlich los auf die langersehnte, große Tour. Passend zu unserer „Serenity“ getauften alten Lady und unserer Lieblingsserie Firefly beginnt CD 1 für die Reise mit dem Titellied der Serie. Wir finden es passt auch wunderbar zu unserem Reisegefühl – egal ob mit Raumschiff oder Wohnmobil – We are free.

Also ab Richtung Normandie und Bretagne. Die Normandie kennen wir schon aus einem früheren Urlaub, als wir noch mit dem Zelt unterwegs waren. Hier waren wir schon absolut geflasht von der Schönheit der weißen Kreidefelsen der Alabasterküste rund um Etretat.DSC_2576

Die Farbe und Rohheit des Atlantiks, die weißen Kiesel am Strand – der Wahnsinn. Deswegen beschließen wir auch sehr spontan schon am Sonntag nachmittag und nicht erst montags loszufahren, Etappenziel soll Saint-Jouin-Bruneval sein. Hier waren wir schon in unserem Urlaub 2012 absolut begeistert von dem Wohnmobilstellplatz (oder Parkplatz mit Wohnmobil-Duldung) direkt am Strand.[robomap 1]

Schon damals haben wir davon geträumt genau hier auch einmal zu stehen. Dass es so schnell schon dazu kommen würde, hätten wir damals im Traum nicht gedacht. Die Hinfahrt zieht sich wegen Vermeidung der Autobahnen und sowieso allgemeiner Uneinigkeit mit unserer Navigations-App länger als geplant hin. Unsere Navi-App redet im Übrigen nur Englisch mit uns, was aber nicht wirklich ein Problem darstellt. Wie toll das Unterwegs-Sein im Wohnmobil doch ist, wird uns noch einmal so richtig bewusst, als wir irgendwo in Frankreich auf dem Seitenstreifen einer Landstraße anhalten um gemütlich unsere noch von zuhause mitgebrachten Sandwiches zu verspeisen. Die Autos sausen an uns vorbei, die Sonne geht langsam unter – und wir essen. Danach alle noch mal auf’s Klo und dann reiten… ähm… fahren wir los. DSC_2594

Später fängt es noch an zu regnen, dunkel ist es zwischenzeitlich auch. Das macht das Fahren dann stellenweise doch zum Blindflug, wir stellen fest dass die Scheinwerferverstellung nicht mehr funktioniert. Die Scheinwerfer leuchten überall hin, nur nicht auf die Straße. Nachts gegen halb eins kommen wir dennoch glücklich in Saint-Jouin-Bruneval, Plage, an. Kurz vor dem Einschlafen noch die Erkenntnis „Hör mal, man kann das Meer hören…“
Am nächsten Morgen regnet es noch immer, mich zieht es direkt nach dem Aufwachen hoch zu Kaylee auf’s Hubbett – gemeinsam lugen wir durch den Vorhang nach draußen und sehen das Meer. Auch mit Regentropfen auf der Scheibe und wolkenverhangenem Himmel ist es einfach wunderschön, schön unter der Decke rumlümmeln zu können und dabei das Meer direkt vor dem Fenster zu haben. Quasi direkt nach dem Frühstück – gezwungenermaßen erst nach dem Frühstück – nimmt Kaylee ihre Strandläufertätigkeit auf. Kescher, Eimer – mehr braucht ein Kind nicht zum Glücksichsein. DSC_2588

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Brüggelchen – Bad Münstereifel

Unser erstes mal mit Wohnmobil

Brüggelchen / Bad Münstereifel
Nachdem wir unsere erste „Probe-Nacht“ im Wohnmobil im nur knapp zehn Kilometer von uns entfernten Dörfchen Brüggelchen* verbracht haben,[robomap 4]

geht es dann für die zweite Nacht schon ins Eifel-Städtchen Bad Münstereifel.

Erstaunlicherweise hat man es hier tatsächlich ganz gut geschafft, eine sehr schöne, mittelalterliche Stadtkulisse mit der Kommerzhuldigung eines Outletcenters zu verbinden. Da sich das Outlet aber überwiegend als einzelne Geschäfte darstellt, die auch weiterhin in den Fachwerkhäusern untergebracht sind, entsteht hier wirklich nicht der Eindruck eines überdimensionalen Konsumtempels.

Der Wohnmobilstellplatz direkt am Freizeitbad hat uns auch sehr gut gefallen. Vor allem hinter dem Platz tut sich noch eine zauberhafte Wald- und Wiesenlandschaft auf, nachdem man das hinter dem Platz verlaufende Flüsschen gequert hat.