Wales & Südengland 2017

Wales und Südengland – Sommer 2017

Epilog

Der Süden Englands, speziell Land’s End steht schon seit mehr als zehn Jahren auf der Liste unserer Reiseziele. Vor Jahren haben wir durch Zufall mal Fotos von Land’s End gesehen, ein Campingplatz in Sennen schlummerte seit Jahren in unserer Lesezeichenliste. Völlig fasziniert waren wir vor allem davon, dass dort, im vermeintlich kalten, regnerischen England Palmen und andere exotische Pflanzen wachsen sollten. Das wollten wir uns doch unbedingt mal anschauen. Vielfach durchdacht wurde diese Tour auch schon als wir noch kein Wohnmobil hatten und noch mit dem Zelt unterwegs waren. Leider hat sich das nie machen lassen, mit dem großen Zelt wäre das alles sehr unpraktikabel gewesen, wir hätten mindestens zweimal zwischenübernachten müssen. Mit dem Kauf des Wohnmobils rückte Südengland dann in greifbare Nähe. Schottland hatte dann für uns eine noch höhere Priorität, also letztes Jahr erstmal nach Schottland und dieses Jahr dann Südengland und wenn wir dann schon mal da sind, kann man ja gleich Wales nochmal anschauen. Kaylee ist momentan total im Harry Potter Fieber (wir natürlich auch) somit buchten wir dann auch gleich noch die Harry Potter Studio Tour in der Nähe von London. Die Fährüberfahrten haben wir auch schon frühzeitig gebucht.

Ansonsten war erstmal nichts geplant…

Serenity…

Gelassenheit…

wir haben lange über eine Namen für unseren alten Hymer nachgedacht,  beim Kauf wusten wir schon: Mit so einem Wohnmobil legt man sich direkt auch ein paar neue Hobbys zu! Vermutlich würden wir wohl eines demnächst ganz besonders brauchen, nämlich Gelassenheit. So  heißt unsere alte Lady nun also.

Unsere Serenity haben wir in Mühlheim an der Ruhr bei einem Händler gefunden und blauäugig wie wir beide nunmal so sind haben wir sie nach zwei Tagen mit Hilfe von Oma gekauft, ohne sie hätten wir das nicht geschaft, bzw sie brachte uns erst wieder auf die Idee…

Ich sehe uns immer schon mehr so als Individualisten, Pauschalurlaub mit all ink – oder seit neustem all ink plus –  war nie was für uns, von Anfang an sind wir mit dem Zelt unterwegs gewesen, klar am Anfang fehlte auch das Geld überall. Mit der Zeit wurde uns aber auch bewusst das wir es gar nicht anders wollten. Unsere schönsten Erinnerungen hängen immer noch an Zelturlauben … In einem Jahr sind wir in Bredene an der belgischen Nordseeküste regelrecht abgesoffen, das war noch ganz am Anfang mit einem kleinen Igluzelt, seitdem wissen wir: Mit den blauen Ikea Einkaufstüten kann man notdürtig auch bei stärkstem Wolkenbruch ein kleines Zelt abdichten!

Mit der Zeit wurde die Ausrüstung immer mehr, die Zelte immer größer so dass irgendwann selbst der Kombi langsam zu klein wurde.

Als wir unsere Tochter (7) erzählt haben, dass wir ein Wohnmobil kaufen war sie erstmal sauer auf uns, da wir nicht nun mehr im Zelt schlafen werden …. . Das war nun nicht die Reaktion die wir uns erhofft hatten. 😉

 

 

Die Normandie im Frühling und im Herbst

Frankreich – für uns ein ideales Wohnmobil Reiseland. Stellplätze sind „en masse“ vorhanden, oft sogar kostenlos, und diese liegen auch nicht selten direkt am Meer. Die Normandie ist viel näher an NRW dran, als mancher denkt. In rund 450 km ist man schon mittendrin. Das Meer ist blauer, die Klippen höher und die Steine weißer… Wenn es für eine kürzere Tour mal was anderes als immer nur Holland sein soll. 😉[nextpage title=“Die Basse-Normandie / Cotentin“]

Halbinsel Cotentin

Die Halbinsel Cotentin, gelegen in der Region Basse-Normandie, begeistert uns immer wieder mit dem ärmelkanaltypischen, schon fast mediterranen  Klima. Besonders ans Herz gewachsen ist uns hier das Örtchen Vauville. Hier kann man in der Nebensaison direkt am Meer im Wohnmobil übernachten (nur geduldet, nicht erlaubt ;)). Im Sommer öffnet ein einfacher Campingplatz, direkt neben dem erwähnten Parkplatz, ebenfalls mit Meerblick. Den haben wir aber noch nicht getestet bislang.  Außerdem gibt es einen reizenden botanischen Garten. Der botanische Garten verzaubert mit exotischen Pflanzen, versteckten Wegen und tollen Ausblicken aufs Meer.  Außerdem gibt es hier wieder meine „Riesen-Rhabarber“ Pflanzen – falls jemand weiß wie die wirklich heißen -bitte Nachricht, mich würde das wirklich mal interessieren! 😉

Vauville

Saint-Marcouf ist eigentlich kein besonders schöner Ort, zufällig landeten wir hier aber mal auf einem netten kleinen Campingplatz. Ihr solltet hier auf jeden Fall dem Strand einen kurzen oder auch längeren Besuch abstatten: Vielleicht ist es saisonabhängig, aber noch niemals haben wir irgendwo so viele Muscheln und vor allem Jakobsmuscheln gefunden! Ein Paradies für uns Muschelsammler.

 

Fährt man die Ostküste der Halbinsel Cotentin weiter entlang, reihen sich die Landungsstrände aneinander. Hier kann man in wirklich jedem kleinen Dorf irgendeine Ausstellung oder zumindest eine Gedenktafel mit dem Thema zweiter Weltkrieg / Landung in der Normandie finden. Wir haben uns Point du Hoc angschaut – hier die Bunkeranlagen und die riesigen Einschlagskrater zu begehen ist eine beklemmende, aber eindrucksvolle Erfahrung. 

Weiter geht es nach Arromanches – hier gibt es ein 360 Grad Kino, dass ebenfalls, sehr eindrucksvoll, die Landung in der Normandie zeigt. Überdies ist Arromanches ein zauberhaftes Touristenörtchen. Es gibt einen riesigen Parkplatz am Kino, auf dem auch Wohnmobile übernachten dürfen, sogar mit Entsorgung fürs WC. Der Parkplatz liegt direkt an der Steilküste, mit einem atemberaubenden Blick auf das Meer. Wenn am Abend die PKW und Bustouristen abgereist sind und die Sonne langsam über dem Meer versinkt kann man hier wunderbare Abendstimmung genießen… 

Einen tollen Stellplatz am Bauernhof haben wir mit der Ferme de Rouge Fosse in Englesqueville-la-Percee gefunden. Die Besitzer haben hier absolut liebevoll einen Stellplatz mit grandioser Aussicht auf die Wiesen angelegt. 

Arromanches
Stellplatz

 

 

[nextpage title=“Haute-Normandie“]

Die Haute-Normandie 

Noch weiter östlich kommen wir langsam in für uns „bekanntere“ Gefilde. Die Gegend der Haute-Normandie an der weißen Alabasterküste haben wir auch vor einigen Jahren schon als Zeltcamper bereist. Zunächst Honfleur, ein pittoreskes Städtchen mit einem malerischen Hafen. Der Pont de Normandie, ein gigantische Brückenbauwerk, verbindet Honfleur dann mit Le Havre. Le Havre ist für unsere Geschmäcker zu groß, hierhin zieht uns eigentlich nichts. Absolut sehenswert ist einige Kilometer weiter dann aber wieder Etretat, völlig von Touristen überlaufen, die spektakulären Felsformationen muss man aber in jedem Fall einmal im Leben gesehen haben… Auch ein kleiner Bummel durch die Stadt ist durchaus empfehlenswert. Einen Stellplatz, der allerdings gefühlt immer voll ist, gibt es in Etretat auch. Alternativ steht man in Saint-Jouin-Bruneval am Strand auf einem riesigen Areal völlig umsonst. Wenn man die Tankstelle für Öltanker zur rechten ausblenden kann,  ist es hier am Strand auch wunderschön. Die Steilküste bildet hier nicht ganz so beeindruckende Formationen, ist aber darum nicht weniger schön.

Einer meiner absoluten Lieblingsplätze ist Saint-Valery-en-Caux – völlig subjektiv gesehen. Objektiv betrachtet ist der Stellplatz nämlich ziemlicher Mist, da man versucht möglichst viele Wohnmobile auf möglichst wenig Platz unterzubringen. Die eingezeichneten Parkplätze sind supereng. Aber…wenn man ankommt und hat Glück – so wie wir Glückskinder – und den ersten Platz in der Reihe bekommt, dann hat man vor sich nur Meer und Leuchtturm und Strand. Traumhaft. Bei stürmischem Weter knallen die Wellen in die Hafeneinfahrt bis hoch auf die Promenade. Bei schönem Wetter kann man abends, im Sonnenuntergang am Leuchtturm sitzen und noch eine schöne Flasche Cidre trinken (am besten den Rose ;-)) Nachts liegt man gemütlich im Wohnmobil und hört das Meer rauschen und tosen. Hier gibt es dieses ganz typische Geräusch, wenn die Wellen zurückgehen und dabei einen Teil der Kiesel vom Strand wieder mit sich in die Fluten ziehen. Absolut einzigartig.

Tagsüber dann wieder strandläufern, auf dem Kalksteinplateau, das bei Ebbe trocken fällt findet man so ziemlich alles, was das Meer zu bieten hat. Stundelang können wir hier rumstromern und in den Tidepools fischen… Packt einen dann später mal die Sehnsucht unter Menschen zu gehen, fünf Minuten Fußweg über die Zugbrücke zum Hafen, erreicht man den Marktplatz des kleinen Städchens. Hier gibt es ein paar Restaurants und Imbisse, eine Bäckerei und einen Kiosk, der auch ein paar Souvenirs verkauft. Ein kleiner Carrefour Supermarkt, in dem es alles gibt, was man denn im Urlaubsalltag so brauchen könnte, rundet das Angebot ab. 

Saint-Valery-en-Caux

Als letzten oder von der Heimat aus gesehen ersten Ort der Normandie besuchen wir immer wieder gern Le Treport. Es gibt hier einen tollen, preiswerten Stellplatz direkt an der Steilküste. Hier kann abends wunderbar auf das Meer hinunterschauen und die sich von den Klippen stürzenden Möwen und Paraglider beobachten. Tags fährt man mit der historischen Schrägaufzug Funiculaire einmal quer durch die Kreidefelsen bequem runter in die Stadt. Später natürlich auch wieder hoch, das alles kostenlos. Le Treport bietet dann die Möglichkeiten einer etwas größeren Stadt. Man findet zahlreiche Geschäfte und Restaurants. Das ganze im typischen, leicht abgerockten Charme französischer Seebäder. Man fühlt noch ein kleines bisschen den Glamour früherer Tage, als Le Treport das Wochenendziel für gestresste Pariser war… 

Berck – Pas-de-Calais

Genau genommen gehört Berck natürlich nicht mehr zur Normandie, lässt sich aber noch gut auf einer Normandie-Tour mit anfahren. Berck ist ein schöner Badeort, es gibt einen großen Wohnmobilstellplatz, nur zwei Minuten vom Strand entfernt, mit Dünen vor und hinter einem. Einen klassisch friesländisch aussehenden, rot-weiß geringelten Leuchtturm gibtˋs hier auch noch. Das absolute Highlight eines Besuches in Berck sind jedoch ohne Zweifel die Seehunde. Sie kommen hier auf eine Sandbank, die nur ein paar Meter, durch einen Priel getrennt, vom Strand entfernt liegt. Beim Spielen und Fische fangen schwimmen die Seehunde durch den Priel ganz nah an den sprachlosen Zuschauern vorbei. Absolut beeindruckend die Tiere in freier Wildbahn so nah zu erleben. Wir hätten hier stundenlang sitzen und Tiere beobachten können…

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Niederrhein und östliche Niederlande

Niederrhein / niederländische Provinz Limburg *

An den freien Wochenenden möchten wir natürlich auch gern unterwegs sein, nur nicht allzu weit sollte es  sein, für zwei Nächte ein paar Hundert Kilometer fahren macht  einfach keinen Spaß… Auch in unserer Nähe ist es wunderschön, wie wir immer wieder feststellen…

Ein paar schöne Fleckchen möchten wir hier vorstellen:

Kevelaer / Irrland *

Kevelaer ist wohl den meisten Katholiken in NRW ein Begriff – der Pilgerort schlechthin. Genauso ist der Ort auch, lauter Kirchen, Kreuze und alte Leute. 😉 Nix für uns, obwohl die Fußgängerzone an sich ganz nett ist.

Uns zieht es dann mehr in ein Nachbardorf von Kevelaer, hier gibt es für Kinder den Frezeitpark „Irrland“, der absolut eine Reise – oder auch nur einen Tagesausflug wert ist. Entstanden aus einem Maislabyrinth auf einem Bauernhof, ist hier in in den letzten Jahren ein riesiges Spielparadies entstanden. Hier findet man alles, was das Kinderherz begehrt – aber alles „ohne Strom“. Rutschen, Hüpfkissen, Klettergerüste, Maisschwimmbad – zwischendurch ein paar Tiere. Und für die Väter: Es gibt hunderte Grillplätze, hier muss man(n) quasi den Grill anschmeißen. Obwohl in Irrland das Wort Kinder großgeschrieben wird ist es für Jugendliche von 13-17 Jahren nur eingeschränkt zu empfehlen. Da die Betreiber des Parks anscheinend in der Vergangenheit sehr viel Probleme mit randalierenden Jugendlichen hatten.

Für die Wohnmobilfahrer gibt es dann nur ein paar hundert Meter weiter, einen tollen Stellplatz bei einer alten Bunkeranlage. Heute gibt es hier eine Trabrennbahn und viele der alten Bunker werden als Ställe genutzt – (Achtung, hier gibt es leier auch unfreundliche, freilaufende Hunde und uneinsichtige Hundehalter!) Der Stellplatz an sich ist der Hit. Platz ohne Ende, man stellt sich einfach dahin, wo man möchte. Strom ist inklusive und gibt es auch reichlich, wenn man nicht ganz allein abseits stehen will. Alles von Wald umgeben, manchmal sogar mit Brötchenservice.  Für uns ein toller Platz.

Im Irrland
Stellplatz Kevelaer
hier gibt es viel Platz
und umgebaute Bunker

 

Rees *

Rees war auch ein Zufallsfund für uns. Schon oft waren wir am sogenannten „Niederrhein“ unterwegs. Alles ab dem Nettetal heißt ja schon Niederrhein. In Rees hatte ich zufällig das treffendste Wortspiel überhaupt gefunden – „wir waren zwar schon oft am Niederrhein, aber da war nie der Rhein“. Zum ersten Mal dann in Rees, hier ist Niederrhein – aber der Rhein ist da! Mal eine ganz neue Erfahrung. Rees hat eine nette Rheinpromenade zum entlangschlendern, man kann in der Stadt nett was einkaufen und der Wohnmobilstellplatz ist auch absolut solide.

Stellplatz Rees

 

Grubbenvorst – in der Nähe von Venlo, Zuid-Limburg *

Hierhin zieht es uns immer wieder. Der Stellplatz hier ist einer der gepflegtesten Plätze, die wir je besucht haben. Idyllisch am Waldrand bei einem früheren Gehöft gelegen. Auch heute hält die Familie noch ein paar Hühner, die frisch gelegten Eier liegen für die Camper morgens gratis zum Frühstück bereit, auch kann man sich hier Kräuter fürs Essen abschneiden oder ein Buch oder Zeitschrift leihen. Ab der Saison 2017 ist auch frische Pizza im Angebot, Kaylee hat schon probiert und sie für gut befunden.

Für Kinder am besten überhaupt ist jedochder riesige Spielplatz nur ein paar hundert Meter weiter.

Den netten Ort Grubbenvorst erreicht man nach ungefähr 15 Minuten zu Fuß, hier gibt es die beste Eisdiele der Niederlande, wir können das nur bestätigen, hier muss man einfach mal einen Eisbecher gegessen haben. Wenn man den Ort noch ein Stück weiter durchwandert hat, trifft man auf die schöne Maas, von hier aus kann man mit der Fähre den Fluß überqueren oder einfach das tolle Maaspanorama genießen.

Kompas Grubbenvorst Stellplatz
großer Spielplatz Nahe Stellplatz
Grubbenvorst an der Maas

 

Neer *

Unseren Lieblings-Wochenendstellplatz findet man in Neer, hier gibt es nicht viel außer einen grandiosen Blick auf die Maas. Man steht direkt am Ufer, beim Yachthafen. Es ist bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit der Hit, den vorbeituckernden Schiffen zuzuschauen… Ach ja, leckere holländische Pommes gibts in einem Restaurant oberhalb des Hafens auch.

Die Maas am Yachthafen Neer
zu jeder Zeit ein Traum

 

Brüggen *

In Brüggen gibt es einen netten kleinen Tierpark. Große Spielplätze für Kinder und ein paar nicht allzu exotische Tiere, alles schön im Wald gelegen. Das Ganze hat einem, wie wir finden, leicht runtergerockten 70er Jahre Charme. Solche Spielgeräte auf dem Spielplatz gibt’s heute garnicht mehr. Der Brüggener Wohnmobilstellplatz (hinter Aldi) war nicht wirklich unser Fall. Man steht sehr dicht aneienander, das ganze irgendwie so im Hinterhof- beim nächsten Mal sind wir dann den Campingplatz „Brachter Wald“ angefahren, hier gibt es sehr schöne Plätze für Wohnmobile, ein bisschen preiswerter als die normalen Campingpreise – aber wirklich hundertmal schöner, als auf dem Stellplatz. Direkt gegenüber vom Brachter Wald gibt es noch einen Campingplatz, den haben wir allerdings noch nicht getestet…

Natur- und Tierpark Brüggen

 

Tolkamer *

ein echter Geheimtipp ist Tolkmer, obwohl so geheim scheint dieser Ort nicht zu sein da er gleich drei Stellplätze bietet. Direkt in Tolkammer an der Hafenmauer oder im Yachthafen oder den den wir gewählt haben direkt an einem kleinen Restaurant. Den kleinen Platz am Restaurant haben wir eher durch Zufall gefunden weil Marco zu faul war zum Kochen und sich auf holländische Fritten gefreut hat. Der Platz an sich ist sehr rustikal hat zwölf Stellplätze eine sehr rudimentäre Stromversorgung (Kabeltromml & Kabeltrommel & Kabeltrommel und zu guter letzt noch eine Kabeltrommel an die wir dann unsere Kabeltrommel angeschlossen haben) Versorgung und Entsorgung sind in Ordnung. Angekommen sind wir vom Chef persönlich auf unseren Stellplatz eingewiesen worden so wird es dort mit jedem ankommenden Wohnmobil gehandhabt kurz im Restaurant melden und schon kommt der Chef in weiß gekleidet, begleitet einen bis auf dem Platz der direkt neben dem Restaurant liegt. Wir kamen freitags nachmittags an und fuhren über den Deich bis zum Restaurant. Anscheinend liegen mehrere Kiesgruben in der Gegend weil uns einige schwere LKWs entgegen kamen. Der Stellplatz liegt direkt an einer Brücke über den die ganzen LKWs fuhren. Zum Glück schien am Wochenende nicht gearbeitet zu werden und somit war es sehr ruhig. Und das ist auch mit das Beste an dem Platz die Ruhe, direkt am Rhein und gerade in den Morgenstunden wenn noch ein bisschen Nebel über dem Rhein liegt ist es herrlich vom Wohnmobil aus die Binnenschiffer zu beobachten. Auf der anderen Straßenseite liegt ein Spielplatz , und im Sommer kann man dort auch schwimmen, oder Boote ausleihen. Wer im Restaurant von der Menukarte bestellt bekommt dem Platz gratis dazu, wir haben uns dazu entschieden dem Platz zu bezahlen weil wir schon öfters festgestellt haben das im Ausland essen gehen um einiges teurer ist als in Deutschland. Also haben wir uns für eine Mischform entschieden Fleisch und Salat hatten wir am Bord und die Fritten kamen aus dem Restaurant, was aber eine herbe Enttäuschung war. Lecker waren sie und bestimmt bei Aldi gekauft. Wer einen rüge naturbelassenen Platz möchte mit der Möglichkeit zum Wandern und Fahrradfahren können wir diesen Platz nur ans Herz legen wir kommen bestimmt wieder, und werden dann das Städtchen Tolkamer erkunden.

… to be continued …

Tipps, wo in NRW / grenznahen Niederlanden es sonst noch schön mit dem Wohnmobil ist? – Lasst es uns wissen!

Nordfriesland & Rømø

Tag 1 & 2 ~ St.-Peter-Ording

Am Nachmittag erreichen wir St.-Peter-Ording. Der Stellplatz ist ganz ordentlich angelegt, wenn auch nichts Besonderes. Extrem bedienerunfreundlich ist allerdings das System, bei dem man eine sogenannte SEP-Karte an einem Automaten ziehen muss. Diese kann man nur bar mit Münzen zahlen, dafür gibt es direkt daneben aber einen Wechselautomaten. Auf diese Karte kann man dann noch Geld einzahlen, um bspw. Strom am Stellplatz zu zahlen. Auch gibt es ein Sanitärgebäude, das wir aber nicht angeschaut haben. Der Preis von 1 € pro 1 Minute! duschen hat uns dann doch sehr verschreckt…

Für den Stellplatz spricht, dass er sehr zentral beim SPO Ortsteil Dorf liegt. In ca. zwei Minuten Fußweg ist man bei der Touristeninformation und einigen kleinen Geschäften sowie Restaurants. Bis zum nächstegelegenen Strandabschnitt sind es so knapp zwei Kilometer.

Dorthin machen wir uns natürlich auch direkt auf, dafür sind wir ja schließlich hier. Kaylee bewaffnet sich mit der neuen, unkaputtbaren Schaufel und los gehts. Schon von weitem erkennen wir die für St.-Peter-Ording so typischen Pfahlbauten. Wir laufen ein bisschen am Strand rum, Kaylee versucht sich bis nach Australien durchzugraben und der  Hund ist wie immer schmutzig und hat Spass.

 Am nächsten Morgen haben wir dann in Erfahrung gebracht, dass aus unserem Plan mit de Wohnmobil an den Strand zu fahren leider nichts wird, dies geht wohl nur in der Sommersaison :(.  Also laden wir die Fahrräder ab und machen uns mit dem Fahrrad auf Richtung Seebrücke. Dort gehen wir an den Strand, es ist neblig. Im Anschluss bummeln wir noch durch ein paar kleine Geschäfte und essen eine Kleinigkeit in der Fußgängerzone, direkt vor der Seebrücke. Auf dem Rückweg erstehen wir (wieder mal) Drachen. Ein tolles Piratenschiff und Kaylee kauft noch einen kleinen Taschendrachen. Das passt zum Thema: Wie wir gestern schon gesehen hatten, gibt es in unmittelbarer Nähe zum Stellplatz diese Woche, anlässlich der „Märechentage“ ein Piratenlager. Bei uns würde es Mittelaltermarkt heißen, hier hängt man zusätzlich ein paar Muscheln und Netze an die Marktstände und trägt ein Piratentuch, somit sind es dann – maritim passend – Piraten. Macht aber nix. Ist ganz nett hier mal langzuschlendern, unsere Tochter produziert an einem Stand ihren eigenen Geldbeutel aus Leder. 

Wir beschließen, dass wir weiter Richtung Norden fahren wollen. Unser Fernziel ist ja schließlich Dänemark. St.-Peter-Ording war, wie immer, schön. Hier gibt es einfach eine tolle Mischung aus Sandstrand, Touristenlädchen, Gastronomie und die Pfahlbauten machen irgendwie den einzigartigen SPO – Flair…

Wir fahren also einfach mal drauflos. Nach kurzer Recherche im Stellplatzführer und einigen Kilometern landen wir auf Nordstrand. Kleine Insel, verbunden durch einen Damm mit dem Festland. Hier finden wir einen wunderbaren Wohnmobilstellplatz, wobei es eigentlich schon als vollwertiger Campingplatz durchgeht. Toll angelegt direkt am Deich (mit Deichschafen), super große, durch Hecken getrennte Parzellen. Ein sehr ansprechendes Sanitärgebäude zur kostenlosen Nutzung gibt es auch. Außerdem noch tolle Kleinigkeiten, wie einen Büchertauschschrank oder die Möglichkeit ein Elektroauto zu mieten. Das alles untergebracht in einem ehemaligen Bauernhof, toll renoviert. Der rustikale Charakter wurde beibehalten und superschön modernisiert. Im Bad gibt es sogar echte Pflanzen. (Hat mich beeindruckt! 😉 

Wir lassen noch ein bisschen die Drachen auf dem Deich steigen, aber es ist arg fieses Wetter. Also nutzen wir noch das tolle (warme!) Sanitärgebäude für eine heiße Dusche und machen es uns dann im Wohnmobil gemütlich

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Tag 3 & 4 ~ Auf nach Rømø

Da wir Nordstrand nur für die Zwischenübernachtung nutzen wollten und es hier auch scheinbar auch wieder nur Watt und Deich und Wiese zu sehen gibt, deutsche Nordseeküste halt, machen wir uns auf weiter gen Dänemark.

Nach doch so einigen Kilometern immer nur durch plattes Land, kleine Dörfer (es scheint nur noch nach Sylt und sonst nirgends hin zu gehen) erreichen wir die dänische Grenze. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Rømø-Damm. Die Insel ist schon auf den  ersten Blick traumhaft schön. Sie scheint in Gänze nur aus Sand, Dünen, ein paar Kiefern und roten Holzhäuschen zu bestehen. So wie man sich halt Skandinavien vorstellt. Wir schauen uns zuerst den Autotstrand und auch das Einkaufszentrum bei Lakolk an. Zuerst hab ich Panik, mit dem Wohnmobil den Strand zu befahren, während Kaylee und ich aber schon Richtung Wasser unterwegs, kommt mein Mann dann natürlich doch angefahren. Ist schon toll, mitten am Strand vor dem Wohnmobil Kaffee trinken zu können…

Direkt bei Lakolk gibt es einen Campingplatz, der hat aber gerade Mittagspause. Wir schauen in die Stellplatz App und finden glücklicherweise den grandiosen Stellplatz Oasen. Ungelogen der Schönste Wohnmobilstellplatz, den wir je besucht haben! Ich hätte mehr Fotos machen sollen. Die Stellplätze sind um einen runden See angelegt. Einchecken geht per Bankkarte. Man bekommt eine Karte, mit der man dann Strom buchen und das Sanitärgebäude nutzen kann. Das Sanitärgebäude ist nagelneu, man kommt sich vor wie im Wellness-Tempel, mit riesiger ebenerdiger Regendusche etc.. Echt toll. Außerdem gibt es noch einen großen Aufenthaltsraum mit Fernsehen. Auch alles ganz neu eingerichtet, ordentliches WLAN gibt es auch. Einfach nur zu empfehlen!

In der Nähe liegt das Dörfchen Havneby, quasi die „Hauptstadt“ von Rømø. Wir erkunden sie mit dem Fahrrad, es sind ca. zwei Kilometer vom Stellplatz aus, ungefähr drei Kilometer sind es bis zum, ebenfalls atemberaubend breitem Strand. Auch hier kann man ihn mit dem Auto (oder Wohnmobil) befahren. Weil es hier so schön ist, bleiben wir gleich zwei Nächte.

Auf zum Strand
Sønderstrand
Stellplatz Oasen
Havneby Hafen
Skaninavien Idyll

 

 

Tag 5 ~ Friedrichstadt

Wir verlassen Rømø bei Sturm und Regen und einem gemütlichen Frühstück im Wohnmobil am Strand – (ein Traum, oder?). Unser Ziel ist Friedrichstadt, schon oft gehört, die „Holländerstadt“ soll schön sein. Wir steuern den dortigen Stellplatz an, dieser liegt fußläufig zur Stadt. Wir erkunden die Stadt, die mit den Friesengiebelhäusern und den Grachten wirklich sehr idyllisch ist. Leider ist es sehr regnerisch, im Sommer muss eine Grachtenfahrt hier toll sein.

Auf dem Stellplatz wandere ich noch ein bisschen auf dem danebenliegenden Deich zur Eider herum, mittlerweile ist die Sonne herausgekommen und es gelingen noch ein paar schöne Fotos.

 

 

Tag 6 ~ Tecklenburg

Heute wollen wir schonmal einen guten Teil der Strecke nach Hause zurücklegen, das gelingt nur bedingt, da wir permanent im Stau stehen. Ein Hoch auf deutsche Autobahnen :-(. So schaffen wir es dann nur bis kurz vors Münsterland. Tecklenburg ist in der Nähe, da wir immer vom Städtchen vorgeschwärmt bekommen, schauen wir es uns auf einem kleinen Spaziergang an. Der mittelalterliche Stadtkern mit seinen Fachwerkhäusern und netten kleinen Geschäften ist wirklich sehenswert. Ein großer Highlight im Sommer sollen die Musical-Aufführungen auf der Freichlichtbühne sein. Es lohnt sich bestimmt, hier im Sommer nochmal hinzukommen. In der Nähe der Stadt finden wir auch einen Campingplatz, mit Wohnmobilstellplatz vor der Schranke. Für 10 Euro die Nacht können wir aber trotzdem alles vom CP mitbenutzen. So wird es dann noch ein schöner Abend mit einem tollen Essen, Kinderdisco und Bingo. Ein schöner Abschluss unseres Herbsturlaubes, bevor es am nächsten Tag dann wieder  nach Hause geht…

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Brügge sehen…?

Brügge – eine Liebeserklärung… *

Brügge in Belgisch-Flandern haben wir nun schon einge Male besucht, sowohl früher mit dem Auto als auch mit dem Wohnmobil. Brügge ist für uns eine der schönsten Städte überhaupt. Mindestens so schön wie Paris, wirklich, im Ernst! Obwohl natürlich viel kleiner, wahrscheinlich sogar genau deshalb. Einen sehr zentral gelegenen Wohnmobilstellplatz gibt es in Brügge direkt neben dem Halte- und Parkplatz für Reisebusse. Der Stellplatz hat zwar nur den Charakter eines Parkplatztes, aber alle Parkbuchten sind ausreichend groß und haben eine Stromversorgung. Ver- und Entsorgung gibt es natürlich auch. Zu Fuß ist man in ca. 10 Minuten in der Innenstadt. Der Weg führt durch einen Stadtpark. Besser und innenstadtgünstiger kann man kaum übernachten. Trotz der zentralen Lage ist es nachts ruhig – wir konnten immer gut schlafen. Zuletzt betrug der Preis für 24 Stunden hier 25,00 €,  im Winter? 19,00 € – für einen Stadtplatz inklusive Strom finden wir das durchaus ok.

Brügge hat mit seinen unglaublich reich verzierten Häusern, den kopfsteingepflasterten Gassen und den hindurchstreifenden Pferdekutschen, gezogen von robusten Kaltblütern unglaublich viel Charme. Zu Fuß hindurchzutrödeln ist fast wie eine kleine Zeitreise. Nur zu toppen durch eine Bootsfahrt durch die Brüggener Grachten, hier ganz nah an den alten Häuschen, deren Fenster und Terassen bis fast ins Wasser ragen, vorbeizugleiten – um einen herum die Schwäne, unter den Bogenbrücken durch – man könnte sich fast im Mittelalter wähnen.

Auf dem „Minnewater“ findet sich immer eine Vielzahl von Schwänen, einer Legende zufolge muss die Stadt Brügge hier auf ewig Schwäne halten… Auf jeden Fall sind die Schwäne auch gerngesehene Begleiter der Grachtenrundfahrten…

Bootsfahrt durch die Grachten

Durch eine Sturmflut war Brügge ab 1134 durch einen Seearm, den Zwin, direkt mit der Nordsee verbunden, dies war der Beginn der Entwicklung Brügges zu einer der führenden Seehandelstädte in Europa.  Die Region um Brügge wurde zum Zentrum der Textilherstellung, und insbesondere des Tuchhandels. Außerdem wurden in Brügge unter anderem auch Gewürze, Pelze und Lammfelle gehandelt. Das goldene Zeitalter Brügges hielt bis zur Versandung des Seearms Ende des 15. Jahrhunderts an. Damit verlor Brügge den direkten Zugang zur Nordsee und verarmte daraufhin

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Der zentrale Platz in Brügge ist der Grote Markt, eine riesige Freifläche umgeben von historischen Gebäuden. Im Mittelalter war der Grote Markt und die dort erbaute Waterhalle auf dem Seeweg erreichbar. Die Waterhalle war eine Lagerhalle für Tuch, die Güter konnten hier in einem überdachten Hafen gehandelt werden. Auch heute noch ist der Grote Markt ein beeindruckender Platz, man kommt sich vor wie in einer anderen Zeit. Hier befindet sich auch der Belfried, der Handelsturm von Brügge. Besonders zur Weihnachtszeit, ist der Grote Markt eine echte Attraktion.

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Als Inspiration für einen Brügge Besuch empfiehlt sich der völlig abgedrehte Film „Brügge sehen – und sterben…?“ – hier gibt es einige schöne Bilder der Stadt zu sehen und auch der Belfried spielt eine zentrale Rolle.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine Attraktion hier ist seit einiger Zeit das Historium. Hier kann man eine interaktive Zeitreise, mit Thema Brügge unternehmen. Wir haben das Historium besucht, der Detailreichtum und die Art der Präsentation ist wirklich eine gelungene Mischung aus Kulissen, Multimedia und auch Düften etc.. Die Geschichte ist allerdings mehr fiktiv, als eine wirkliche Geschichtsstunde über Brügge. Alles in allem aber echt sehenswert, vor allem da man einen Audioguide in seiner Sprache bekommt und somit wirklich alles genau verstehen kann.

Der Belfried bei Tag
und bei Nacht.
Historium Brügge

Als kleine Einstimmung für einen Brügge-Besuch empfiehlt sich der komplett abgedrehte Film „Brügge sehen – und sterben?“. Hier sieht man einige schöne Plätze der Stadt und auch der Belfried spielt eine tragende Rolle…

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Schottland

………...FREIHEIT………. 

(Zitat William Wallace „Braveheart“) 😉

Während unserer Reise durch die Bretagne in 2015 machten wir die Bekanntschaft einer Familie, die mit ihrem alten Wohnmobil schon durch Schottland gereist waren. Just in diesem Moment wurde unser Wunsch, auch nach Schottland zu fahren, geboren…  Was wir über Schottland wussten zu diesem Zeitpunkt? Nichts – außer den Klischees über Kilts, Dudelsäcke und natürlich Braveheart.

Prolog

Da unser Reiseziel Schottland ja im Grunde schon fast ein Jahr vor Reisebeginn feststand, gab es natürlich viel Zeit vorab Informationen zu sammeln und sich inspirieren zu lassen. Diverse Reiseblogs im Internet geben hier wirklich nützliche Tipps und – noch wichtiger – inspirierende Fotos. Am allerbesten gefallen mir hier die Reiseberichte der Familie Seifert auf www.transitfrei.de . Auch für einige unserer kürzeren Reisen und Wochenendtrips fanden wir hier schon viele Tipps.

Den ersten Reiseführer und einen obligatorischen Schottenrock bekam Marco schon im Dezember geschenkt. Es handelte es sich um einen Reiseführer aus dem Womo-Verlag – Schottland. Dieser erwies sich zum Sammeln von Zielen und zur groben Planung der Route als sehr hilfreich. Schnell war für uns klar, dass wir die Rundreise genau andersherum als die meisten Anderen fahren wollten. Sowohl im Reiseführer als auch in diversen Blogs wird Schottland in der Regel im Uhrzeigersinn, also beginnend im Westen und endend im Osten bereist. Für uns war eigentlich von Anfang an klar, dass wir im Osten beginnen und im Westen enden wollten. Warum? Keine Ahnung, erschien uns aber völlig logisch, dass wir „gen Westen“ fahren müssten.

Zusätzlich hatten wir noch das obligatorische ADAC-Tourset sowie einige günstig erstandene, gebrauchte (aber somit auch schon ziemlich alte) Schottland-Reiseführer. Alles in allem satt und genug Inspirationsmaterial. Schön war, dass wir ziemlich „ziellos“ würden fahren können, da es kaum „Must-Ziele“ für uns gab. Klar war eigentlich nur, dass wir eine Whisky Distillerie besichtigen, den Norden Schottlands mit John O´Groats und Dunnet Head sowie die Insel Skye besuchen wollten. An einem Wochenende zwei Wochen vor Beginn unserer Reise trafen wir auch einem Stellplatz an der nahegelegenen Maas noch ein Paar, die bereits zwei Mal durch Schottland gereist waren, hier konnten wir bei gemeinsamer Whisky-Probe 😉 noch einige Tipps bekommen. Insbesondere rieten sie uns von der Mitgliedschaft im Caravan Club ab, sie meinten, dass man problemlos genug Übernachtungsplätze findet. Vorher hatten wir ernsthfaft vorgehabt diese Mitgliedschaft abzuschließen, da laut der Vorabrecherche im Internet gefühlt jeder Platz einem der beiden britischen Camping Clubs angehörte. Im Nachhinein war der Tipp völlig korrekt, an keinem Platz wurden wir wegen Nichtmitgliedschaft abgewiesen. Überhaupt war Schottland so „leer“ in der Hauptsaison, dass wir an keinem Platz wegen Vollbelegung abgewiesen wurden. Da haben wir in der Bretagne im letzten Jahr ganz andere Erfahrungen gemacht.

Viele Gedanken haben wir uns über die Wahl der Fähre gemacht – für uns war die Stena Line mit der Verbindung Hoek van Holland – Harwich eine sehr gute Wahl. Die auf der Hinfahrt gebuchte Nachtüberfahrt würden wir allerdings nicht noch mal buchen. Auch wenn wir alle eigentlich nicht anfällig für Seekrankheit sind – wenn man im Dunkeln liegt und schlafen möchte, schlägt das Schaukeln des Schiffs dann doch arg auf den Magen… Die Rückfahrt bei Tag war super. Auch die – auf beiden Überfahrten gebuchte – Kabine war ihr Geld absolut wert. Unser Hund vebrachte die Überfahrten in der Hundebox, zusammen mit einigen anderen tierischen Passagieren. Als toller Service der Stena Line konnte man per Webcam auf einem der Fernsehkanäle jederzeit nachsehen, was die Tiere da unten denn so treiben.

Tag 1-4 ~ Von Oirschot in Holland bis nach Schottland
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Eigentlich wollten wir ja erst dienstags los, kein Problem die Fähre abends in Ruhe zu erreichen, es sind nur gute 200 km von uns bis Hoek van Holland. Aber wer kann schon zuhause bleiben, wenn das Wohnmobil fertig bepackt zuhause steht? Also machten wir uns schon montags auf Richtung Niederlande. Wir fanden einen wunderbaren Wohnmobilstellplatz direkt an einem Kanal gelegen in Oirschot. So konnten wir uns gemütlich auf unseren Urlaub einstimmen. Es war sehr warm, ein Glück, dass wir den Ventilator dabei hatten. (Es wird allerdings auch die letzte Nacht dieser Reise sein, in der wir einen Ventilator brauchen werden 😉 ) Bereits am nächsten Morgen ist es merklich abgekühlt, es ist sehr windig, fast schon stürmisch. Perfekter Tag um das erste Mal auf eine Fähre zu fahren, ein bisschen mulmig war mir ja auch schon vorher bei dem Gedanken. Als uns der Wind auf dem Weg Richtung Fähranleger aber fast von der Straße pustet, wird mir dann schon Angst und bange. Marco versichert mir immer wieder, dass so große Schiffe fast gar keinen Seegang haben, weil sie so sehr stabilisert sind… (Er wird sich nachts noch wundern…)

Wir sind natürlich viiiiel zu früh da, haben dafür aber Platz 1 in der Warteschlange! Wir kommen noch mit einem älteren Paar aus England ins Gespräch, die mit ihrem Campervan Platz 2 belegen. Immer wieder nett, wie einfach Camper miteinander ins Gespräch kommen…

Die Stena Brittanica im Hafen von Hoek van Holland
Die Stena Brittanica im Hafen von Hoek van Holland

 

Beim Einschiffen werden unsere Pässe genauestens geprüft, vor allem natürlich der unseres Hundes. Erleichterung; alles scheint ok. Impfungen sowie die ein paar Tage zuvor vom Tierarzt verabreichte Wurmkur sind ok, der Mikrochip lässt sich auch problemlos auslesen. Ein Zollbeamter wirft noch einen kurzen Blick ins Wohnmobil, er lässt sich sogar das Badezimmer öffnen. Nein, wir verstecken niemanden im Bad. Wobei es ja nur eine halbherzige Kontrolle ist, in so einem Wohnmobil gibt es noch weitaus mehr Verstecke, wenn man denn wollte. Wir fahren ganz problemlos auf das Ladedeck der Fähre, auch die gebuchten sechs Meter scheinen zu passen, obwohl wir ja mit Fahrradträger mittlerweile ein bisschen länger sind, aber das stört keinen bzw. kontrolliert niemand. Als wir gut geparkt haben, der Hund in der Box verstaut ist und wir unsere Kabine in Augenschein nehmen, fallen mit mehrere große Steine vom Herz. Irgendwie hatte mir das alles Sorge gemacht. Die Fährüberfahrt verläuft absolut problemlos, von unseren Schlafschwierigkeiten mal abgesehen. Vor dem Schlafen gönnen wir uns noch Popcorn und ein Getränk im öffentlichen Bereich des Schiffes. Kaylee ersteht noch ein paar Kuscheltiere im Bordshop.

Der Weckruf am nächsten Morgen ist echt extem früh, schon um fünf Uhr morgens – und das nach so wenig Schlaf. Aber es soll für die Passagiere natürlich noch genug Zeit bleiben, ein Frühstück im Bordrestaurant einzunehmen. 😉 Wir verzichten darauf allerdings, wir haben im Wohnmobil schließlich alles dabei. Die Fahrt von Bord geht dann ganz problemlos, wieder schaut der Zoll unsere Pässe an, fragt was wir denn so vorhaben in Großbrittanien. Ins Wohnmobil schauen möchte hier niemand. Wir steuern direkt einen dem Fährgelände gegenüberliegenden Parkplatz an und machen uns erstmal Frühstücksbrote. Dann stürzen wir uns in den Linksverkehr. Es fühlt sich so verkehrt an, sogar, oder vor allem?, als Beifahrer. Aber es klappt viel besser als gedacht. Wir fahren bis St.-Edmunds-Bury und halten dort auf einem Parkplatz mit ausgewiesenen Wohnmobilplätzen. Hier legen wir uns alle noch ein bisschen hin und halten ein paar Stunden (Vor-)Mittagsschlaf. Frisch ausgeruht steuern wir den dortigen Tesco Supermarkt an und füllen unsere Vorräte auf. Da auf der Fähre ja der Kühlschrank ausbleiben musste, haben wir diesmal nicht viel mitgenommen.

Wir möchten heute noch möglichst viele Kilometer zurücklegen. Dies gestaltet sich auf englischen Autobahnen ziemlich einfach, das würde auch ohne Navi gehen! Wir folgen einfach immer „The North“ – dahin wollen wir ja schließlich.

Wir schaffen es an diesem Tag bis in die Nähe von Leeds, auf den Squires Campsite. Ein recht schmuckloser Platz, direkt neben einem gut frequentierten Biker-Cafe. Wir übernachten hier sehr günstig, das Gelände ist weitläufig. Aber wir wollen einfach nur zeitig schlafen…

 

 

Campingplatz Nahe Leeds
Campingplatz Nahe Leed                [huge_it_maps id="2"]
Nach dem Aufwachen frühstücken wir und machen uns, für unsere Trödel-Verhältnisse recht zeitig, auf – weiter Richtung Schottland. Vorher natürlich noch entsorgen, die Entsorgung besteht hier aus einer alten Toilette (so wie ganz früher, mit Spülkasten oben und Kettenzug zum Spülen), die einbetoniert wurde. Sieht seltsam aus, funktioniert aber einwandfrei.

Am frühen Nachmittag nähern wir uns der schottischen Grenze. Irgendwo in der Nähe von Berwick-upon-Tweed kann ich von der Straße aus rechts zum ersten Mal wieder einen Blick aufs Meer erhaschen.

Meer in Sicht
Meer in Sicht

Und da ist sie – die schottische Grenze! Wir halten natürlich auf dem Grenzparkplatz an um ein paar Fotos zu machen.

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von Kaylee fotografiert – Schottland und wir

Zunächst landen wir im Örtchen St. Abbs – es ist traumhaft schön hier, die Straßen sind allerdings auch sehr eng. Das ist direkt mal ein Härtetest um mit dem Wohnmobil durchzufahren. Nach Durchfahren des Ortes entdecken wir einen Parkplatz, auf dem wir aber laut eingehendem Studium der Beschilderung leider nicht bleiben dürfen, da wir schwerer als zwei Tonnen sind. Außerdem ist die Parkbucht auch eigentlich viel zu kurz für uns. Schade, also weiter. Mehrere schmale Straßen und Wendemanöver später konsultieren wir dann mal unseren Reiseführer sowie die Stellplatz-App um direkt einen Platz für die Nacht zu finden. Unsere App ist hier irgendwie garnicht hilfreich, also fahren wir mal der Beschreibung des Womo-Führers nach, leider schaffen wir es nämlich nicht, unser Navi mit den dort angegebenen Koordinaten zu füttern. Den Campingplatz finden wir, da die Autoren des Buches ihn wegen der Mobilehomes dort meiden. Sie steuern einen Parkplatz auf der gleichen Straße, näher am Strand an. Aber da hier „No overnight parking“ gilt, kommt der für uns nicht in Frage. Schön ist er außerdem auch nicht, wie wir später, als wir zu Fuß dort vorbeikommen, feststellen werden. Der Campingplatz hingegen ist wirklich sehr gepflegt und nett. Ungefähr 800m Fußmarsch und schon sind wir am Strand, zum erstenmal am schottischen Strand. 😉

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Coldingham Sands
Tag 5 & 6 ~ Rosslyn Chapel & Stirling
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Am nächsten Morgen mache ich noch einen traumhaften Spaziergang mit dem Hund durch die Felder rund um den Campingplatz, es ist so idyllisch hier. Ein kleines Bächlein fließt neben dem Weg vorbei, es geht ein Stückchen durch den Wald. Dann landen wir auf einen gemähten Feld und sind dann auf der Steilküste, vor uns das Meer. Wahnsinn…

Neo trinkt nur noch schottisches Quellwasser
Neo trinkt nur noch schottisches Quellwasser
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Coldingham

 

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Wir überlegen intensiv hin und her, welches Ziel wir denn als nächstes ansteuern wollen. Kurzzeitig ist St.-Andrews im Gespräch, auch ein Ansteuern von Edingborough diskutieren wir noch einmal. Eigentlich hatten wir das nicht vor, wir sind eben einfach Dorfkinder, in den großen Städten gefällt es uns in der Regel nie. Außerdem geht Großstadt und Wohnmobil ja doch nicht zusammen. Der Beschluss sieht vor, dass wir uns zunächst Rosslyn Chapel anschauen und als Tagesziel legen wir dann letztendlich Stirling fest. Von hier aus wollen wir Richtung Highlands starten.

Rosslyn Chapel beeindruckt uns sehr, die Steinmetzarbeiten im Innern sind wirklich eindrucksvoll und teilweise so anders, als man das in Kirchen sonst gewohnt ist. Unsere Tochter ist sehr beeindruckt von der Legende um die Meister- und die Lehrlingssäule, bei jeder Fotoshow zu Hause gibt sie die Geschichte wieder zum Besten. Die Legende besagt, dass der Meister eine Säule gefertigt hat und dann auf Reisen ging, in der Zwischenzeit sollte der Lehrling ebenfalls eine Säule gestalten. Als der Meister zurückkehrte und sah, dass die Lehrlingssäule viel schöner als seine eigene wahr, ermordete er den Lehrling in der Kapelle…

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Harmloser und wirklich nett gemacht ist das Quiz, dass Kinder anhand von Fragen durch die Kapelle führt. Auch ein paar Hinweise auf Dan Brown’s Sakrileg, das Rosslyn Chapel ja zu noch größerer Berühmtheit gebracht hat, fehlen natürlich nicht. Auch der Cafe und Shopbereich ist wirklich nett gemacht, hier gibt es noch einige Aktivitäten für Kinder und auch wirklich schönen Schmuck etc.zu kaufen. Marco ersteht gleich mal einen Schottland-Pin aus Metall für seinen Hut.

Stirling erreichen wir schnell und problemlos, hier gibt es noch sehr gut ausgebaute Straßen. Wir nehmen Quartier in der Nähe von Stirling auf dem wunderschönen Campingplatz Witches Craig. Er ist sehr gut besucht, die nette Betreiberin findet aber noch ein Plätzchen auf der Wiese für uns. Wir bleiben lieber ziemlich am Rand, auf Grund starken Regens in den vorhergehenden Tagen ist die Wiese noch ziemlich matschig. Die Sonne strahlt vom Himmel, also schnallen wir unsere Fahrräder vom Träger und machen uns, trotz schon recht später Stunde, noch auf Richtung Wallace Monument – ja, der William Wallace. Für eine Besichtigung ist es allerdings schon zu spät, auch der Preis schreckt uns ein wenig ab. Also ein paar Erinnerungsfotos geschossen, den Braveheart Merchandising Bereich besichtigt und wieder auf die Fahrräder.

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Tag 7-8 ~ The Highlands – Braemar, Balmoral, Tomintoul
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Nach einem ausgedehnten Frühstück, auf dem Platz gibt es sogar Brötchen, fahren wir rein in die Highlands. Durch traumhafte Landschaft, zunächst noch sehr bewaldet, über idyllische Steinbrücken. Überall Bachläufe und alles ist so grün. Hier scheint es viel mehr Nuancen von grün zu geben, als zuhause. Sogar in Regen und Nebel ist hier alles grün. Die Straßen werden merklich schmaler, später dann auch steiler. Wir erreichen die karge Highland-Landschaft. Es sieht genau so aus, wie wir uns die schottischen Highlands vorgestellt haben…

Highlands im Nebel
Highlands im Nebel

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Nach einigen Fotostopps landen wir schließlich im Örtchen Braemar. Hier finden immer im September „DIE“ Highland-Games statt – in der Regel schaut auch die Queen samt Gefolge vorbei, sie weilt um diese Zeit im benachbarten Balmoral Castle. Bei unserem Besuch ist Braemar allerdings wie ausgestorben. Es herrscht eine irgendwie unwirkliche Atmosphäre hier, für mich sieht der Ort so aus, wie ich mir Alaska vorstellen würde. Karg und irgendwie – ein bisschen runtergerockt… Schnell haben wir die Sehenswürdigkeiten des Ortes – Touristeninformation sowie zwei, drei kleine Souvenierläden durch. Wir entschließen uns, doch nicht auf dem Car-Park, den auch unser Womo-Führer als Übernachtungsplatz führt, zu bleiben. Irgendwie ist es uns zu einsam hier.

Braemar
Braemar

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Einsame Serenity...
Einsame Serenity…

Also weiter… Weiter über enge, steile, kurvige Sraßen durch tolle Landschaften. Final landen wir auf dem Balmoral Car-Park. Hier gibt es sogar extra ausgewiesene Wohnmobilplätze, sehr schön gelegen am River Dee, in direkter Nachbarschaft zum Feriensitz der Royals, Balmoral Castle. Wir haben auf dem Parkplatz der Queen übernachtet – hört sich doch gut an, oder? Wir machen noch einen kleinen Spaziergang, schießen ein paar schöne Fotos des Flußes und einer kleinen Kirche. Wir kommen auch am Busparkplatz und Touristenshop von Balmoral vorbei, jetzt ist bereits alles geschlossen, die Ausmaße lassen aber erahnen, was tagsüber hier los sein könnte.

Balmoral

 

Ab heute wird’s abenteuerlich. Unser Navi möchte uns eine winzige Straße mit gefühlten 45 Grad Steigung hochschicken. Wir verweigern uns. Hierbei handelt es sich um eine „B-Straße“ – wir beschließen, immer nur auf „A-Straßen“ zu bleiben, das sind die sogenannnten Hauptstraßen hier. Bei uns würde das gerade mal so als Feldweg durchgehen. Ich verzeichne unseren Weg auf der Schottland-Landkarte des Toursets, wir kommen an einigen Straßen vorbei, die garnicht auf unserer Karte verzeichnet bzw. als „Straße ohne Belag“ angegeben werden. Es gibt wahrlich nicht allzu viele Straßen hier, unsere Weigerung bedeutet somit einen völlig anderen Weg, aber was soll’s, wir sind ja schließlich zum reisen hier.

Es geht weiter rauf, immer durch die Highlands. Heute haben wir traumhaftes Wetter, da macht der Fotostop mit dem geschenkten Kilt doch gleich doppelt so viel Spass…

Weiter durch die Highlands wird die Straße immer steiler, irgendwann müssen wir um eine Kurve, die Straße hat hier 25% Steigung – hört sich nicht viel an – ist aber soviel, dass unsere Räder vorne durchdrehen, irgendwie schaffen Marco und unser gute, alte Lady es dann doch den Berg hoch. Meine Nerven liegen blank und ich bin nur Beifahrerin. Kaylee ist hinten so mit ihrem Tablet beschäftigt, später befragt, ob sie auch Angst gehabt hat fragt sie nur „wieso, was war denn..?“ Kind müsste man sein. Die Strapazen haben sich aber mehr als gelohnt, wir erreichen das Dorf Tomitoul – und wundern uns, warum hier wohl so viele Autos rund ums Dorf geparkt stehen, dann entdecken wir auch schon die ersten Schilder. Hier starten genau ein paar Minuten später die örtlichen Highland Games. Toll. Das Glück ist uns wirklich hold, sogar einen Parkplatz finden wir auf dem zentralen Parkplatz mitten im Ort. Dieses wird übrigens auch als Wohnmobilstellplatz genutzt. (Wie wir dann Ende August in Düsseldorf erfahren, gehört das Hymermobil, welches auf dem Stellplatzfoto in unserer Stellplatz-App Camper Contact auf diesem Platz steht, einem netten niederländischen Herrn, der Camper Contact auf der Camping Messe Caravan Salon vorstellt und dessen Sohn in Schottland lebt… So klein ist die (Camper-)Welt.) 😉

Also los, wir folgen den Menschenmassen ein paar hundert Meter durchs Dorf. Gerade als wir am Sportplatz, auf dem die Games stattfinden, beginnt das Fest auch schon mit dem Aufzug der Ehrengäste samt schottischen Dudelsackkapellen. Mehr Schotlandklischee geht nicht. Es ist einfach toll. Mir macht die Live Dudelsackmusik echt Gänsehaut, so schön ist es. Leider ist das Wetter mittlerweile deutlich schlechter geworden, es ist superkalt, zeitweise regnet es auch. So bleiben wir leider nicht allzu lange – die Heavy Games – insbesondere das berühmte Baumstammwerfen – verpassen wir leider.

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Wir schauen uns noch kurz den Souvenirshop des Dorfs an und fahren dann, nach einigem Zögern weiter. Da es jetzt auch noch regnet, haben wir wirklich Bammel, nochmal an so eine extreme Steigung zu gelangen. Auf nasser Straße würden wir dann tatsächlich samt Wohnmobil den Berg rückwarts wieder runterrutschen. Als der Regen nachlässt, fahren wir weiter. Sehr viel später erfahren wir, dass wir in Tomintoul im höchsten Dorf der Highlands warten. Hier wird auch einer der Speyside Whiskys, ebenfalls mit dem Namen Tomintoul destilliert. Als Andenken nehmen wir eine kleine Flasche Tomintoul mit nach Hause.

Wir halten uns jetzt immer Richtung Inverness, es geht auch merklich wieder runter. Auch die Straßen nehmen jetzt wieder eher die Gestalt von Straßen, als denn von Feldwegen an. Inverness ist uns schon von weitem zu groß, wir halten nur kurz an einer Touristeninformation. Die Mitarbeiterin hier ist superfreundlich, sie druckt uns extra noch ein Verzeichnis der Campingplätze in der Gegend aus. Wir fahren weiter auf die Black Isle, nach Fortrose am Moray Firth.

Tag 8 & 9 ~ Auf der Black Isle am Moray Firth *

Was wir zu diesem Zeitpunkt nicht wissen: Fortrose/Rosemarkie liegt am Channonry Point – berühmt dafür, dass hier die nördlichste Delfinkolonie der Welt lebt. Während wir Richtung Campingplatz am Wasser entlang fahren, meine ich einen Delfin gesehen zu haben. Mein Mann erklärt mich natürlich für verrückt. Als die nette Campsite Besitzerin uns beim Einchecken fragt, ob wir nachher, wenn die Flut abends kommt, noch die Delfine angucken gehen, glaubt er mir dann plötzlich! Die Lage des Campingplatzes ist grandios, wir stehen unmittelbar am Strand. Kaylee und ich machen uns dann abends natürlich auch noch Richtung Landzunge Channonry Point auf, Marco hat Probleme mit seinem Fuß und bleibt lieber im Wohnmobil. Es ist noch ein guter Fußmarsch bis zur Landspitze, aber immer am Strand entlang natürlich sehr schön. Aufpassen muss man lediglich auf Golfbälle, ein großer Golfplatz liegt unmittelbar neben dem Strand. So findet Kaylee dann, neben vielen Muscheln, auch einen Golfball als Strandgut. Ist mal was Anderes ;-).

Einige Leute haben sich schon zum Delfine-gucken versammelt, hier sieht man das Feinste vom Feinen an Fotoausrüstung. Tatsächlich sieht man viele Delfine beim Fischen, sie springen und toben, kommen bis auf 10-20 Meter an den Strand ran. Für uns ist es das intensivste Tiererlebnis, das wir jemals hatten. Delfine in freier Wildbahn, ich bin heute noch ganz sprachlos, wenn ich daran denke.

CP Fortrose
Channonry Point
Kirchenruine in Fortrose

Völlig überwältigt von den Delfinen, beschließen wir noch einen Tag zu bleiben, damit Marco am nächsten Tag mit zu den Delfinen gehen kann (Kaylee und ich wollen sie natürlich auch unbedingt nochmal sehen…) Am Nachmittag machen wir einen kleinen Spaziergang durch Fortrose, ein nettes kleines Dörfchen. Hier entdecken wir auch noch eine wirklich gut erhaltene Abteiruine.  Wir kaufen noch ein Eis im kleinen Co-Op und machen uns dann zeitig wieder auf Richtung Campingplatz und Richtung Chanonry Point. Mein Mann natürlich gut ausgerüstet mit Kamera. Heute ist es noch besser als am Tag vorher, die Delfine kommen noch näher an den Strand, auch ein Babydelfin taucht immer wieder auf.

Heute ziehe ich zu Kaylee ins Hubbett um, wir sind jetzt schon so weit nördlich, dass es nicht mehr so richtig dunkel wird. Das kann ich natürlich durch die große Scheibe vorn viel besser beobachten. Im diffusen Halbdunkel sieht man gegenüber des Wassers die Lichter von Inverness…

Tag 10 ~ Helmsdale und Wick *

Nach einer ruhigen Nacht, hier ist wirklich nix los, wunderbar – fahren wir weiter gen Norden. Unser Zwischenziel für heute ist Helmsdale, hier soll es laut unserem Womo-Reiseführer sehr nett sein und es gibt ein sehenswertes Museum. Helmsdale selbst wirkt sehr ausgestorben, als wir ankommen. Wir parken auf dem Wohnmobilparkplatz am Hafen, hier sind auch einige andere Mobile. Am Fluss entlang gehen wir ein paar Meter bis zum Timespan Museum, es ist ganz nett, aber nicht unbedingt einen Besuch wert. Naja… Es scheint zwischenzeitlich mal umgestaltet worden zu sein, liest sich so, als wäre es zur Zeit des Besuches der Autoren spektakulärer gewesen. Wir laufen noch duch das sehr überschaubare Dorf, ein „alles-und-nix-Kramladen“ der hier legendär sein soll hat leider geschlossen. Also fahren wir weiter, zum Übernachten finden wir es hier nicht schön genug. Auf dem Weg Richtung Helmsdale passieren wir Straßenschilder die uns vor Ottern warnen, ja genau, Otter. Im Vorbeifahren gesehen haben wir aber leider keine…

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Helmsdale
Helmsdale

Weiter auf unserem Weg durch die Highlands Richtung Norden, vorbei an idyllischen kleinen Siedlungen, allgegenwärtig Schafe und die so schottisch-typischen Steinmauern auf den Feldern erreichen wir den Ort Wick. Hier wollen wir den Campingplatz ansteuern. Problem: Vor der Campingplatzzufahrt muss eine Eisenbahnbrücke unterfahren werden, netterweise hat man ein paar Meter vorher einen „Testbalken“ aufgehängt, den wir auch prompt touchieren. 2,89 m Durchfahrtshöhe, unsere Serenity ist doch angeblich nur 2,75 m hoch? Wir lernen, was die Luftfedern denn so ausmachen, nachdem die Luft raus ist, passen wir ziemlich problemlos durch die Brücke. Ich laufe natürlich nebenher und schaue ob es auch wirklich passt – begleitet werden wir von den guten Ratschlägen zweier deutscher Paare, die hinter uns her fahren und mit ihren Landrovern natürlich keine Probleme mit der Höhe haben…

Die Campingplatzbetreiberin ist wirklich supernett, der Platz ist sehr gepflegt. Hier erleben wir allerdings das einzige Mal in Schottland, dass keine Kartenzahlung angeboten wird. Aber kein Problem, wir bekommen einen kleinen Stadtplan und die Info wo Geldautomaten sind. Wir schlendern noch ein bisschen durch die Stadt, sie ist über einen Fußweg (der gleichzeitig die Alternativeinfahrt für zu hohe Wohnmobile darstellt) in weniger als fünf Minuten zu erreichen. Schon in Helmsdale ist uns aufgefallen, dass die Gewässer hier extrem dunkel, fast schwarz, aussehen. Wir erklären uns das mit dem Torf aus den Highlands, keine Ahnung ob es stimmt..

Wick ist wirklich hübsch. Aber – wie noch so oft hier – machen wir wieder mal die Erfahrung, dass den Briten ihr „Five-o-clock-tea“ wirklich heilig ist, auch hier haben alle  kleinen Geschäfte bereits um fünf Uhr geschlossen. Also machen wir nur noch einen Abstecher zum Supermarkt (die haben immer länger auf) und gehen zurück zum Platz. Am nächsten Morgen empfängt uns strahlender Sonnenschein, eine Wohltat nach den sehr kalten Tagen in Fortrose. Wir können sogar draußen frühstücken! Extrem heißes Wasser in der Dusche gibt’s auch noch. Perfekter Start in den Tag.

Wick
Wick

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CP Wick, Frühstück im Sonnenschein
CP Wick, Frühstück im Sonnenschein

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Tag 11 ~ John O’Groats und Dunnet Head
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John O‘ Groats wir kommen! Zwischenzeitlich, vor allem durch meinen Mann, immer mal wieder verworfen bis nach John O’Groats zu fahren, machen wir uns dann jetzt tatsächlich auf den Weg dorthin. Wenn wir schon mal hier sind, müssen wir uns doch an den nördlichsten Teil des britischen Festlandes begeben (der ja eigentlich Dunnet Head ist), aber John O’Groats ist zumindest das nördlichste Dorf. Wie wohl viele andere Wohnmobilreisende auch, zieht es mich immer an die Landzipfel. Auch letztes Jahr in der Bretagne war mir das schon irgendwie wichtig…

John O‘ Groats ist dann, wie erwartet, eine große Touristenfalle. Aber toll…. 😉 Kaylee ersteht einen echten schottischen Kilt und Souvenirs für ihre Freundinnen, wir kaufen schonmal Shortbread in Tartan-Verpackung für die Verwandtschaft und Whisky für uns. Toll, mehr Klischee geht nicht. Die obligatorischen Wegweiser-Fotos machen natürlich auch wir.

Weiter nach Dunnet Head. Hier ist es atemberaubend schön. Vor uns das Meer und hinter uns Highlands mit jede Menge Lochs zwischendrin. Mehr Schottland auf einen Blick geht garnicht. Wir beschließen hier auch zu übernachten. Faszinierend finde ich die Blumen, die hier überall auf den moorigen Wiesen wachsen. Die Pflanzen sehen wie Wolle aus. Später erfahren wir, dass sie hier umgangssprachlich Old Cotton genannt werden.

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Gegen Abend gesellt sich ein altes Wohnmobil zu uns, eine schottische Familie. Mich beruhigt es, dass sie auch zum Übernachten bleiben. Ich bin ja nicht so gern allein mit unserem Wohnmobil… Kaylee freundet sich nach kurzen sprachlichen Startschwierigkeiten mit deren Tochter Elli an, wir Erwachsenen unterhalten uns auch echt nett. Wir erzählen, dass wir in den Highlands Probleme mit der starken Steigung auf schlechten Straßen hatten und dass unsere ADAC-Karte nur eine „richtige“ Straße hier hoch in den Norden anzeigt, von hier aus aber nichts mehr nach Westen führt und das wir deshalb denselben Weg wieder zurück fahren wollen. Unsere schottischen Bekannten versichern uns, dass es sehr wohl noch Straßen Richtung Westen gibt, sogar eine A-Route.  😉 Da unsere Karte ja eh Mist sei und sie zwei Straßenatlanten an Bord haben, bekommen wir einen davon geschenkt. Wir sind wirklch überwältigt von soviel Freundlichkeit. Sie wollen am nächsten Tag nach Durness, dort soll es toll sein. Außerdem hat wohl John Lennon dort seine Jugendsommer verbracht und eine tolle Höhle gibt es auch. Spontan beschließen wir am nächsten Tag auch nach Durness zu fahren. Wir trinken noch einen – na klar, Whisky – zusammen und gehen bald schlafen. Das schottisch-gälische Äquivalent zum „Prost“ heißt übrigens „slàinte mhath“ sowas muss man ja wissen…

 Am Abend wird es sehr stürmisch. Aber hier wird es dann endgültig nicht mehr dunkel  – irgendwie surreal…

Nordschottland, gegen 23:30 Uhr
Nordschottland, gegen 23:30 Uhr
Johm O’Groats und Dunnet Head
Blick auf die Orkney Inseln
Tag 12 ~ Durness *

Welch ein Glück, dass wir die schottische Familie am Dunnet Head getroffen haben! Sonst wäre uns Durness entgangen, das wir vorher überhaupt nicht als Ziel auf dem Plan hatten – ein absolutes Highlight unserer Reise. Vorher hätten wir nicht im Traum daran gedacht, dass es in Schottland solche Strände geben könnte…

Sango Sands - Durness
Sango Sands – Durness

Aber der Reihe nach – der Weg von Dunnet Head nach Durness ist landschaftlich absolut spektakulär, die Straße ist, na ja, eine schottische Straße halt… Aber wirklich gut befahrbar, es bit genügend Passing Places und so langsam man eben voran kommt, hat man auch genug Zeit die Landschaft ausreichend zu würdigen. Ein paar Eindrücke von unterwegs, der Smoo Cave und Durness.

Unterwegs…
Bei den Smoo Caves
Da verschwindet er –
Durness
Bächlein am Strand
und da fließt es ins Meer…
Wahnsinnsaussicht

Es ist so unbeschreiblich schön hier und hinter jeder Kurve ist es noch ein bisschen schöner als davor, wir kommen uns vor wie in Mittelerde, Auenland. Bei der Landschaft hier würde es uns absolut nicht wundern, wenn uns plötzlich, irgendwo am Straßenrand zwischen den Schafen, ein Hobbit oder vielleicht auch ein Kobold oder eine kleine Fee über den Weg laufen würde. Worte reichen nicht aus es zu beschreiben – uns bleibt glücklicherweise für immer die Erinnerung…

Auf dem Weg Richtung Durness treffen wir unsere schottischen Bekannten zunächst im Tesco beim Einkaufen wieder, dann an den Smoo Caves und final auf dem Campingplatz. Hier gibt’s halt auch keine andere Route… Schön… Unser neuer Straßenatlas zeigt sogar an, wenn eine Straße eine starke Steigung oder Gefälle hat, unschätzbar für die Zukunft!

Als wir die Smoo Cave erreichen, können wir die Höhle und den Wasserfall nur kurz besichtigen, da es wohl in er letzten Zeit soviel geregnet hat, ist der Wasserfall wohl wesentlich größer als sonst und somit die Tour durch die Höhlen mit Boot und zu Fuß nicht möglich. Schade. Trotzdem faszinierend den Fluß oben in der Erde verschwinden und dann unten in der Höhle als Wasserfall wiederzusehen. Auch dieses optisch so schmutzige, weil torfige Wasser, dass in das türkisblaue Meer fließt ist wirklich toll anzusehen.

Nach dem Anschauen der Höhle fahren wir noch ein Stückchen weiter und erreichen schon den Campingplatz. Er liegt mit grandioser Aussicht auf Strand und Meer direkt auf der Klippe. Wir ergattern sogar einen Platz in erster Reihe! Das Panorama hier ist unglaublich, vor uns türkisblaues Meer und weißer Sandstrand, wie er schöner in der Karibik nicht sein könnte und direkt hinter uns die Highlands, aus den Bergen kommt ein kleines Gebirgsbächlein und fließt über den Strand ins Meer. Wahnsinn… Unserem Hund schmeckt das frische Quellwasser mal wieder hervorragend, auch der Sandstrand ist ganz nach seinem Geschmack. Kaylee und Neo toben über den Strand und auch ich kann, trotz Nieselwetter, nicht davon ablassen die Füße mal kurz ins Wasser zu stecken, das natürlich megakalt ist…

Bächlein am Strand
Bächlein am Strand
und da fließt es ins Meer...
und da fließt es ins Meer…
Tag 13 und 14 ~ Über Loch Ness nach Skye *

Am nächsten Morgen weckt uns strahlender Sonnenschein, so ist die Aussicht natürlich noch viel besser. Es gibt frisches Baguette aus dem nur ein paar Meter entfernten Spar-Universalladen und während Kaylee nach dem Frühstück noch mit Elli durch die Wellen hüpft, schauen Marco und ich kurz in der Touristeninformation, die auch direkt auf der Klippe liegt, vorbei. Ich erstehe ein schönes Portemonai aus echtem Harris-Tweed. Der Campingplatz ist sehr voll, aber scheinbar hat die Betreiberin alles im Griff. Kurz vor Abfahrtszeit macht sie die Runde und fragt ob wir weiterfahren. Wir bejahen dies. Im Nachhinein bereuen wir das allerdings sehr, es war so traumhaft schön hier, wir hätten noch ein, zwei Tage bleiben sollen. Aber nachher ist man ja immer schlauer. Eine Warnung aber: Als wir hier sind, ist der Campingplatz eine deutsche Enklave 😉 ~gefühlt hört man mehr Landsleute als Briten… In bleibender Erinnerung behalten wir auch den deutschen Hotelbus, der auch auf dem Campingplatz nächtigt. Neugierig, was denn wohl ein Hotelbus ist, schauen wir im Internet nach: Gruppenreisen mit fremden Leuten, Übernachtung in Schlafkojen im Bus und das ganze ohne eigenes Bad im Bus, ist das nicht ein Alptraum? Dann lieber mit allein mit dem Zelt unterwegs und im Fluss waschen 😉 Wir machen uns gegen Mittag auf den Weg, wir wollen heute die gut 120 Meilen bis ans Loch Ness zurücklegen. Dank bald wieder gut ausgebauter Straßen geht das recht zügig und dann sehen wir noch so einiges an fantastischer Landschaft am Straßenrand.

Irgendwo zwischen Durness und Drumnadrochit

Am Nachmittag erreichen wir Drumnadrochit, die Hauptstadt des Nessie Kitsch und Kommerz. Wir parken auf einem großen Parkplatz an der Touristeninformation, dort fragen wir nach, ob das Übernachten erlaubt ist. Sie teilen uns mit, dass es zwar nicht offiziell erlaubt, aber geduldet wäre. Wir schauen uns noch ein, zwei Nessie Souvenirshops an und haben dann auch schon genug. Nach den Tagen im ruhigen Norden ist es hier einfach, zu, zu, – naja einfach zu bunt, zu voll, zu laut. Wir machen uns auf die Suche nach einem ruhigeren Übernachtungsplatz, etwas außerhalb des Ortes landen wir auf einem Farm-Camping. Will heißen, ein Bauern- bzw. Reiterhof hat seine Wiese gemäht und zwei Sanitärcontainer und eine Entsorgungsmöglichkeit aufgestellt. Ist aber wirklich ok hier, sehr weitläufig und vor allem ruhig. Wir radeln noch zu einer nahegelegenen Pommesbude und holen unser Abendessen bevor wir gut schlafen. Am nächsten Tag, so beschließen wir, wollen wir einfach weiter am Loch Ness und dem Caledonian Canal vorbei Richtung Skye fahren. Die ganzen Nessie-Touristenfallen beschließen wir auszulassen.

Farm-Camping
Farm-Camping

Wir fahren die angebliche „Panorama-Straße“ am Loch Ness lang, leider sehen wir nur stellenweise etwas vom Loch, da der Straßenrand doch sehr dicht bewachsen ist. Aber Hauptsache wir haben Nessie gesehen… 😉

Nessie lebt!
Nessie lebt!
(Nessie ihn ihrem normalen Lebensraum, dem Saucentopf ;-))
(Nessie ihn ihrem normalen Lebensraum, dem Saucentopf ;-))

Auf dem Weg nach Skye entdecken wir links von der Straße noch ein traumhaft aussehendes Plätzchen mit Parkmöglichkeiten, ganz spontan halten wir an und verbringen hier mehrere Stunden. Es ist ein traumhaft schöner See, das Loch Clouanie. Hier gibt es auf ein paar Quadratmetern gefühlt drei verschiedene Landschaften zu sehen: Highlands, Moor – dicht bewachsen und grün sowie um die Ecke Sand- und Steinwüste. Bei strahlendem Sonnenschein, der sogar dazu lockt die Füße mal ins Wasser zu stecken, ist es hier unglaublich schön. Wir überlegen sogar hier zu übernachten, aber da es erst Mittag ist, wollen wir doch noch etwas weiter.

Nach weiterer Fahrt durch tolle Landschaft und Passieren der Brücke nach Skye erreichen wir die Insel dann. Schon auf den ersten Blick wird klar, dass es hier mindestens so voll wie in den Touristenhochburgen am Loch Ness ist, wenn nicht noch ein bisschen voller. Auch die Straße ist wirklich schmal und keine Chance irgendwo mal ein Parkplätzchen zum Anhalten oder gar Übernachten zu finden. Die ein, zwei Parkplätze wo es vielleicht möglich wäre, haben natürlich ein „no caravans“ Schild. Irgendwann sind wir leicht entnervt und super froh, als wir dann endlich einen Campingplatz finden. Dieser verlangt viel Geld für nix – uraltes schmutziges Sanitär und, bis auf ein paar befestigte Womo-Plätze nur matschige Wiese. Dafür ist die Lage und die Aussicht gigangtisch. Wir parken dann auch lieber am Rand des Matsches, anstatt bei den aufgereihten Wohnmobilen. Hier gilt auch „pitch wherever you like“. Toll – das ist soviel schöner als die preußisch geraden Einteilungen, die es in Deutschland meistens hat. Zumindest machnmal. Der Campingplatz gehört zu Sligachan. Kaylee und Marco versuchen sich an Staudamm bauen und Drachen steigen lassen, während ich uns Essen mache.

Am nächsten Tag haben wir ein ganz kleines bisschen Mühe aus dem Matsch zu kommen, wohlweislich hatten wir aber nur eine Seite in den Matsch gestellt und die andere weitestgehend auf dem befestigten Weg gelassen. Einer unserer Keile hat arg gelitten…img_1153

 

 

 

Tag 15 ~Whisky und schwarzer Sand *

Fest auf unserer To-Do-Liste für Schottland stand von Anfang an die Besichtigung einer Destillerie, hier auf Skye wird der berühmte Talisker Whisky destilliert. Nach kurzer Fahrt erreichen wir den Ort schon. Allerdings ist die Destillerie gut besucht, wir bekommen Tickets für eine Führung ca. 1 1/2 Stunde später. Macht ja nichts, wir trinken solange noch einen Kaffee im Wohnmobil. Die Tour ist dann nicht so interessant, wie wir gehofft hatten. Viel vom eigentlichen Herstellungsprozess bekommen wir nicht zu sehen und, das muss man ehrlicherweise gestehen, kommen wir mit unseren Englischkenntnissen bei den ganzen Fachbegriffen dann schon an unsere Grenzen und verstehen auch einiges nicht. Am Schluss dürfen wir dann natülich noch einen Whisky probieren, heute gibt’s Talisker Storm im Ausschank. Nicht mein Fall… Zu rauchig… Wir stöbern noch ein wenig im Shop, die Preise für die „normalen“ Sorten sind allerdings eher teurer als zuhause im Supermarkt und da Talisker sowieso nicht unsere Lieblingsmarke ist, gehen wir ohne Souvenirs. Nach kurzer Pause im Wohnmobil fahren wir ein Stück weiter, wir möchten auf jeden Fall noch zu den Fairy Pools. Das sollen wunderbare Wasserfälle sein. Als wir in die Nähe kommen, stellen wir fest, dass auch viele andere die Fairy Pools an einem Samstagnachmittag zauberhaft finden. Für ein Wohnmobil ist hier kaum noch en Durchkommen, da auch die Seitenränder der ohnehin schon schmalen „Straße“ komplett zugeparkt sind – hier einen Parkplatz zu finden ist illusionär. Also beschließen wir, den irgendwo weiter geradeaus liegenden Campingplatz Glenbrittle anzusteuern und am nächsten Tag ganz früh zu den Fairy Pools aufzubrechen. Wir fahren noch eine gefühlte Ewigkeit durch die Einöde, straßenbedingt geht es aber auch wieder nur im Schneckentempo  – kilometermäßig wird es garnicht so weit gewesen sein. Dieser Campingplatz liegt dann echt am Ende der Welt. Hier ist nichts, nichtmal Handyempfang. Deswegen gibt es an der Rezeption noch ein öffentliches Münztelefon, wir hatten uns beim Einchecken schon gewundert, wer das denn wohl noch nutzt… 😉

Hier steht man auch wieder da, wo man möchte (sofern man keinen Strom braucht). Ich finde den perfekten Platz, direkt am Strand für uns… 😉

Toller Platz
Toller Platz

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Tag 16 & 17 ~ Die Fairy Pools und weiter bis Inveraray *

Am nächsten Morgen machen wir uns zeitig auf zu den Fairy Pools, schon jetzt ist der Parkplatz aber ganz gut gefüllt und mit dem Wohnmobil ist das Parken schon etwas knifflig, bei der Schräglage des Parkplatzes und dem Abgrund hinter uns auf jeden Fall nichts für schwache Nerven.

Schon der Wanderweg Richtung Fairy Pools sieht imposant aus, zuhause sind wir ehrlich gesagt nicht die größten Wanderer, aber der Weg der hier als „leichter Wanderweg“ klassifiziert wird, dürfte in Deutschland schon fast ein Klettersteig sein. Wir klettern also über Felsbrocken, hüpfen von Stein zu Stein durch Bachläufe und zwischendrin ist es eine richtige Schlammschlacht. Zum Glück das alles bei strahlendem Sonnenschein. Unser Hund hat sehr viel Spaß, Marco mit seinem kaputten Fuß eher weniger. Aber wir meistern den Weg bis zum „Haupt-Pool“. Schließlich hat Kaylee extra ihren Neoprenanzug dabei, sie möchte – wie es sich für eine echte Fee gehört – im Fairy Pool baden…

Fairy Pools

Nach einem kniffligen Ausparkmanöver und einigen sehr engen Passagen auf dem, mittlerweile wieder sehr gut besuchten und zugeparkten Weg, machen wir uns noch auf Richtung Portee. Wir kaufen ein wenig ein und machen uns dann wieder auf den Weg Richtung „Festland“. Unsere Ziele auf Skye haben wir besucht, ansonsten ist es uns wirklich zu überlaufen hier. Einen Übernachtungsplatz finden wir auf einem sehr gepflegten Campingplatz in Fort William, direkt am Loch Linnhe.

Nachdem wir gut geschlafen haben, geht mir wieder der Gedanke durch den Kopf, dass ich doch noch unbedingt den Jacobite Steam Train (geht auch als Hogwarts-Expres durch 😉 ) sehen möchte. Idealerweise natürlich, während er gerade das Glennfinnan Viaduct überquert. Laut Fahrplan könnte das zu schaffen sein – also los… Wir sind scheinbar nicht die Einzigen, die diese Idee haben. Der Parkplatz, der wohl einen guten Blick auf das Viaduct bietet ist gerammelt voll, man winkt uns vorbei… So ein Mist. Ich will aber jetzt wenigstens noch den Zug sehen, wenn denn auch nicht auf der Brücke. Wir fahren ein Stück weiter, da die Straßen mal wieder recht schmal und immerzu von Mauern gesäumt sind, gibt es natürlich kaum eine Möglichkeit zum Anhalten. Zwischendrin kommen wir aber am Bahnhof von Glennfinann vorbei, wo der Zug wohl einen Aufenthalt hat. Ich sehe, dass er dort noch steht. Kurz darauf sehen wir eine Eisenbahnbrücke, da links der Straße wohl ein Baustellengelände ist, halten wir hier einfach  mal an. Ich postiere mich mit Kamera an der Brücke – jetzt regnet es auch noch….

warten auf den Zug
Da ist er..

Der Hogwarts-Express 😉 – Video

Das Foto ist im Kasten, wir fahren weiter Richtung Oban. Zwischendurch halten wir noch am Castle Stalker, bekannt aus „die Ritter der Kokosnuss“. Hier gibt es auch einen süßen kleinen Geschenke Shop. Kurz darauf erreichen wir Oban, mit seinem deplatziert aussehenden Colosseum. Dies hatte ein reicher Obaner mal als „Arbeitsbeschaffungsmaßnahme“ von der arbeitslosen Dorfbevölkerung bauen lassen. Oban ist schon eine recht große Stadt, für schottische Verhältnisse. Wir bummeln ein bisschen, kaufen noch ein paar Souvenirs ein, unter anderem die kleinsten Whisky Flaschen der Welt. 😉 Außerdem entdecken wir noch einen tollen Fanshop, mit Nerd-Room. Hier gibt es echt tolle Sachen für Sci-Fi und Fantasy Fans.

Colosseum Oban
Colosseum Oban

Zum Übernachten fahren wir schon weiter nach Inveraray.

Auf dem Campingplatz checken wir bei einem Betreiber ein, der mindestens 85 oder so ist. Er hat aber alles im Griff, wenn es auch ein bisschen länger dauert. Hier wird man auch, vom Chef persönlich, auf sein Pitch gebracht. Er fährt im Golfmobil voraus, vergisst dann wohl zwischenzeitlich, welchen Platz er einem zugeteilt hat. Ein Glück, dass die Campinggäste sich das dann immer gemerkt haben. 😉

Hier herrscht auf jeden Fall Zucht und Ordnung, verdammt, nicht mal fluchen darf man… 😉

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Dem Campingplatz angeschlossen ist ein kleines Restaurant – hier essen wir sehr leckere Fish & Chips bzw. entdecken die Cheesy Chips… mmmhhhh.

Am nächsten Morgen fahren wir Richtung Inveraray Castle, dieses wollen wir gern besichtigen, da hier eine Folge von Downton Abbey gedreht wurde. Doch auch ohne diesen Hintergrund ist es ein prächtges Anwesen, beeindruckend finden wir, dass es noch immer vom Duke of Argyll mit Frau udn Kindern bewohnt wird. Auch einen wirklich netten Shop gibt es am Schloss – ja, und noch mehr Souvenirs. 😉

Nachher bummeln wir noch ein bisschen durch das Städtchen Inveraray, optisch beeindruckend ist hier, dass alle Häuser in weiß gehalten sind.

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So langsam neigt sich unsere Reise durch Schottland ihrem Ende entgegen, jetzt steht für uns nur noch Gretna Green auf dem Programm.

 

Tag 18 ~ Gretna Green

Gretna Green ist eine legendäre Touristenfalle – berühmt geworden durch sehr junge englische Paare, die dorthin durchgebrannt sind, da man in Schottland zu Beginn des 20. Jahrhunderts schon ab zwölf Jahren ohne Einverständnis der Eltern heiraten durfte. Diese Zeremonien wurden dann in der Schmiede durchgeführt, hier steht der Amboss für die große Liebe. Heute hat man aus diesen Geschichten ein riesiges Shopping Center gemacht. Heiraten kann man natürlich auch noch, das tun die Leute hier auch scheinbar im Halbstundentakt. Für Unvorbereitete gibt es auch die „Fake-Trauung“ für rund 25 Pfund. (Ja, wir haben von dem Geld lieber ein neues Topfset fürs Wohnmobil im Outlet Center in Gretna gekauft… 😉 ) (Insider 😉 )

Im Nachhinein wissen wir dann, dass wir ruhig noch ein paar Orte der Westküste hätten anfahren können, Gretna Green war wirklich nur einen kurzen Stopp (wenn überhaupt) wert.

Der Campingplatz hier hatte aber die beste Gratis-Wlan Verbindung unserer ganzen Reise – nur mal so am Rande…

Tag 19 – 21 ~ auf dem Heimweg *

Wir verlassen also Schottland, haben aber noch ein bisschen Zeit, unsere Fähre geht ja erst sonntags. Wir verbringen noch drei Nächte in England, zwei davon im legendären Sherwood Forest, auf einem super Campingplatz.

Den letzten Abend möchten wir ungern am Fährterminal übernachten, wir finden einen Ort vorher noch ein Pub mit kleiner Campingwiese und Platz für uns auf dem Parkplatz. Hier essen wir noch mal sehr lecker und verbringen einen schönen Abend mit einer deutschen Familie, diese nehmen tags darauf die gleiche Fähre nach Hause, so dass auch für die Fährüberfahrt schon für Gesellschaft gesorgt ist.

Wehmütig legen wir Sonntag abend in Hoek van Holland an. Die Tagüberfahrt war sehr viel angenehmer. Auch die Fahrt nach Hause geht einwandfrei, schon gute zweieinhalb Stunden später sind wir zuhause und vermissen Schottland schon. Wir kommen auf jeden Fall wieder!

Epilog *

Schottland war genau so, wie wir es uns immer vorgestellt haben, nur noch schöner! Klingt nach Klischee, war aber so. Es gibt hier soviel mehr Nuancen von grün, Sonnenschein lässt die Farben hier so unwirklich schön erscheinen. Die Landschaft ist unglauglich abwechslungsreich, vor einem Meer, hinter einem Gebirge. Dazwischen immer wieder große Wälder, überall Wasserfälle und Bäche. Am meisten fasziniert hat uns aber wahrscheinlich das Erlebnis mit den Delfinen – es ist für uns etwas ganz besonderes gewesen, so faszinierende Tiere in freier Wildbahn erleben zu dürfen.

Für das nächste Mal wissen wir, dass der von uns mitgenomme Führer aus dem Womo-Verlag nur bedingt geeignet ist. Wir sind nunmal nicht so gelagert, dass wir uns über Übernachtungsverbote hinweg setzen, wie die Autoren das gern mal tun. Auch an ganz einsamen Parkplätzen übernachten wir nicht allzu gern, deshalb haben wir überwiegend Campingplätze angefahren. Dennoch war der Füher als Inspiration für die Route absolut zu empfehlen.

Uns hat Schottland da am besten gefallen, wo am wenigsten Menschen und Zivilisation waren. Nämlich je weiter nördlich wir kamen. Bei nächsten Mal würden wir wohl in Südschottland eher abkürzen und dafür noch die komplette Nord und Westküste bereisen. Durness war ein absolter Glücksgriff, hätten wir den Tipp (und die Straßenkarten)  von unseren neuen schottischen Bekannten nicht bekommen, hätten wir ein absolutes Traumziel verpasst. Skye war ein  geplantes Traumziel – ist unseren Erwartungen aber nicht so ganz gerecht geworden. Es war einfach zu voll hier – vielleicht muss man Skye irgendwann einfach nochmal in der Nebensaison erleben. Wahrscheinlich ebenfalls ein Must für alle Schottlandreisenden, das Loch Ness. Uns hat es im dort jedoch garnicht gefallen, da gab es so viel schönere Lochs in Schottland. Der ganze Nessie-Kitsch ist auch ein bisschen übertrieben. Hätten wir im Nachhinein auslassen können. Ansonsten war jede Meile des Weges eine Reise wert – so viele Eindrücke!

Schottland, wir kommen irgendwann auf jeden Fall wieder!

 

Trennung und Neuanfang oder aus vier Rädern mach zwei

Bis dass der Tüv uns scheidet…

Anfang der Woche waren wir mit unserem alten Dacia beim Tüv, Öl im Motorraum, Gelenkstange vorne links ausgeschlagen, LPG Tank angerostet, Servo Pumpe undicht. Reparatur käme ca. auf 800-1000€.

Der Alte ist von 2008 und hat etwas mehr als 155.000  km auf den Buckel und die Frage war: Ist das der Anfang von Ende? Oder wie viele Reparaturen folgen?  Meine Frau sieht das ganz pragmatisch; also wird das alte Auto verkauft und gleichzeitig zwei Träume erfüllt:

  1. Es kommt wieder eine Vespa ins Haus.
  2. Das Wohnmobil wird umgemeldet und bleibt ganzjährig angemeldet.

Zu 1. gehen die Meinungen weit auseinander. Ich rate meiner Frau zu einer neuen Vespa „Primavera“ 4T. Und sie möchte gerne eine Alte mit Schaltung. Eine von 1984 hatten wir mal,  mit dem richtigen Vespa Sound – mit unserem Moped-Mechaniker waren wir schnell per Du da wir uns ja oft genug gesehn haben… (War trotzdem die aller-allerbeste und schönste Vespa der Welt! ;-)*Astrid)

Mal gucken was draus wird …..

Zu 2. Juchhuuu  heute waren wir wieder unterwegs mit dem Wohnmobil! Nachdem das Wohnmobil umgemeldet wurde waren wir abends in der Nähe Essen holen und haben gemütlich vor dem Restaurant im Wohnmobil gegessen. Toll, wie so einfache Sachen das Leben unendlich bereichern können – und sind es nicht meistens die kleinen Sachen???

Jetzt planen wir unseren nächsten Ausflüge und das erste Mal Wintercamping. Unsere Tochter freut sich riesig und solange das so bleibt werden wir das auch ausnutzen , dass sie gerne mit uns fährt. Und ich bin nun auf der Suche nach einem Rollerträger. Bei Ebay kleinanzeigen bin ich über ein Angebot gestolpert: Linnepe SmartPort für 400€ in Herne. Der Vorbesitzer hatte einen Linnepe Findus angebracht, von dem aber leider nur noch die Anleitung und die Halterung unterm Auto vorhanden sind. Somit kommt schon wieder ein Pojekt mehr auf meine Liste…

Alles in allem sehe ich es zum ersten Mal positiv ein Auto verkauft zu haben – um damit wieder ein Stück freier zu sein! Da ich beruflich sehr viel nachts arbeite und meine Frau tagsüber ist das zweite Auto mehr oder weniger Luxus gewesen und wie meine Frau sagte, sollten wir ein wenig Downsizing betreiben… Und wie meistens muss ich ihr Recht geben. Ich freue mich im Sommer die eine oder andere Runde mit dem Roller zu drehen – egal ob nun alt oder neu.

Kosten

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Hier versuche ich nachzuhalten was unsere Serenity und Urlaube so Kosten.
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Frankreich ~Normandie / Bretagne

Frankreich ~Normandie und nördliche Bretagne

„Take my love, take my land, take me where I cannot stand. I don’t care, I’m still free – you can’t take the sky from me“

 

Tag 1 – 3 ~ Saint Jouin Bruneval *

Mitte Juli geht es endlich los auf die langersehnte, große Tour. Passend zu unserer „Serenity“ getauften alten Lady und unserer Lieblingsserie Firefly beginnt CD 1 für die Reise mit dem Titellied der Serie. Wir finden es passt auch wunderbar zu unserem Reisegefühl – egal ob mit Raumschiff oder Wohnmobil – We are free.

Also ab Richtung Normandie und Bretagne. Die Normandie kennen wir schon aus einem früheren Urlaub, als wir noch mit dem Zelt unterwegs waren. Hier waren wir schon absolut geflasht von der Schönheit der weißen Kreidefelsen der Alabasterküste rund um Etretat.DSC_2576

Die Farbe und Rohheit des Atlantiks, die weißen Kiesel am Strand – der Wahnsinn. Deswegen beschließen wir auch sehr spontan schon am Sonntag nachmittag und nicht erst montags loszufahren, Etappenziel soll Saint-Jouin-Bruneval sein. Hier waren wir schon in unserem Urlaub 2012 absolut begeistert von dem Wohnmobilstellplatz (oder Parkplatz mit Wohnmobil-Duldung) direkt am Strand.[robomap 1]

Schon damals haben wir davon geträumt genau hier auch einmal zu stehen. Dass es so schnell schon dazu kommen würde, hätten wir damals im Traum nicht gedacht. Die Hinfahrt zieht sich wegen Vermeidung der Autobahnen und sowieso allgemeiner Uneinigkeit mit unserer Navigations-App länger als geplant hin. Unsere Navi-App redet im Übrigen nur Englisch mit uns, was aber nicht wirklich ein Problem darstellt. Wie toll das Unterwegs-Sein im Wohnmobil doch ist, wird uns noch einmal so richtig bewusst, als wir irgendwo in Frankreich auf dem Seitenstreifen einer Landstraße anhalten um gemütlich unsere noch von zuhause mitgebrachten Sandwiches zu verspeisen. Die Autos sausen an uns vorbei, die Sonne geht langsam unter – und wir essen. Danach alle noch mal auf’s Klo und dann reiten… ähm… fahren wir los. DSC_2594

Später fängt es noch an zu regnen, dunkel ist es zwischenzeitlich auch. Das macht das Fahren dann stellenweise doch zum Blindflug, wir stellen fest dass die Scheinwerferverstellung nicht mehr funktioniert. Die Scheinwerfer leuchten überall hin, nur nicht auf die Straße. Nachts gegen halb eins kommen wir dennoch glücklich in Saint-Jouin-Bruneval, Plage, an. Kurz vor dem Einschlafen noch die Erkenntnis „Hör mal, man kann das Meer hören…“
Am nächsten Morgen regnet es noch immer, mich zieht es direkt nach dem Aufwachen hoch zu Kaylee auf’s Hubbett – gemeinsam lugen wir durch den Vorhang nach draußen und sehen das Meer. Auch mit Regentropfen auf der Scheibe und wolkenverhangenem Himmel ist es einfach wunderschön, schön unter der Decke rumlümmeln zu können und dabei das Meer direkt vor dem Fenster zu haben. Quasi direkt nach dem Frühstück – gezwungenermaßen erst nach dem Frühstück – nimmt Kaylee ihre Strandläufertätigkeit auf. Kescher, Eimer – mehr braucht ein Kind nicht zum Glücksichsein. DSC_2588

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